Bildung

Spreewald-Schule: Streit nach Weggang der Leiterin

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion wirft dem zuständigen Schulstadtrat vor, die Schulleiterin nicht unterstützt zu haben.

Blick auf die Spreewald-Grundschule an der Pallasstraße in Schöneberg. Seit kurzem sorgt ein wachschutz für Ordnung.

Blick auf die Spreewald-Grundschule an der Pallasstraße in Schöneberg. Seit kurzem sorgt ein wachschutz für Ordnung.

Foto: jörg Krauthöfer

Berlin. Die Leiterin der Spreewald-Grundschule an der Pallasstraße in Schöneberg gibt nach fünf Jahren auf: Doris Unzeitig hat mit der Bildungssenatsverwaltung einen Auflösungsvertrag geschlossen. Anfang September geht sie in den Schuldienst nach Österreich zurück – und begründet dies mit mangelnder Unterstützung durch das bezirkliche Schulamt und die Bildungsverwaltung.

„Meine Kräfte reichen nicht aus, um eine nachhaltige Änderung der Arbeitsbedingungen der Lehrer und der Lernbedingungen der Schüler zu bewirken“, sagte Unzeitig dem „Tagesspiegel“. Seit März hatte die Schulleiterin wegen Gewaltfällen sogar einen privaten Wachschutz für die Brennpunkt-Schule engagiert. Dennoch bekommt sie die Probleme nicht in den Griff – auch weil ihr die Unterstützung fehle, wie sie sagt.

Etwa die Hälfte des Kollegiums bestehe aus ungelernten Lehrern

Zum neuen Schuljahr konnten Stellen selbst mit Quereinsteigern nicht besetzt werden. Hortgebäude und Mensa seien seit Jahren nicht nutzbar, beklagt die scheidende Schulleiterin. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), Matthias Steuckardt, wirft dem zuständigen Schulstadtrat Oliver Schworck (SPD) vor, die Schulleiterin nicht unterstützt zu haben.

Im Gegenteil. „Sie bekam aufgrund ihrer kritischen Haltung und Vorgehensweise heftigen Gegenwind“, kritisiert Steuckardt. Die schulpolitische Sprecherin der Grünen in der BVV, Martina Zander-Rade, nannte den Weggang der Schulleiterin einen Verlust für die schulpolitische Landschaft Berlins. „Es ist an der Zeit, dass die Schulverwaltung auch solche kritischen Pädagogen einbindet“, forderte sie. Laut Bildungssenatsverwaltung wird die Schulleitung zunächst kommissarisch besetzt. Sprecherin Beate Stoffers weist die Vorwürfe zurück: „Die Schulleitung hat bei uns alle Unterstützung bekommen, bis zum Staatssekretär und der Bildungssenatorin.“