Wildtiere in Berlin

Wildschweine saufen in Tempelhof aus Planschbecken: Abschuss

Nach der Sichtung zweier Wildschweine in einer Tempelhofer Wohnsiedlung wurden die beiden Keiler abgeschossen.

Ein Wildschwein in einem Wildpark (Archivbild)

Ein Wildschwein in einem Wildpark (Archivbild)

Foto: Fredrik von Erichsen / dpa

Berlin. Zwei Wildschweine sind am vergangenen Wochenende in Tempelhof erlegt worden, nachdem die beiden Keiler mehrfach im Bereich einer Wohnanlage gesichtet worden waren. Das teilte das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg am Freitag mit.

Der Abschuss der Tiere sei am frühen Sonntagmorgen erfolgt. Zuvor hätte die Polizei den Bereich Grade- Ecke Gottlieb-Dunkel-Straße abgesichert.

"Wildschweine wurden derart weit innerhalb des Bezirkes erstmalig gesichtet", heißt es in der Mitteilung des Bezirksamts weiter. Demnach seien die Keiler unter anderem trinkend an einem aufblasbaren Kinder-Planschbecken gesichtet worden.

Vor dem Abschuss hätten Naturranger der Naturschutzstation Marienfelde und Mitarbeiter der Berliner Forsten die Lage abgeklärt. Der "Abschuss zur Gefahrenabwehr" sei "unumgänglich" gewesen, heißt es weiter. Am Tage sei dies aufgrund eines angrenzenden Spielplatzes und des Personenverkehrs nicht möglich gewesen.

Überläuferkeiler mit unberechenbaren Verhalten

Es habe habe sich bei den Wildschweinen um sogenannte „Überläuferkeiler“ gehandelt. Im Frühjahr würden diese vagabundierend umherziehen und ohne ihre Leitbache ein unberechenbares Verhalten zeigen. Die derzeitige Hitzewelle treibe die Tiere auf der Suche nach Wasser und Abkühlung auch in die Stadt.

Derzeit bedrohe die Afrikanische Schweinepest die Gesundheit der Wild- und Hausschweinbestände in Deutschland, heißt es weiter. Die hohe Wildschweindichte in Brandenburg und Berlin erhöhe das Risiko, dass die Tierseuche sich schnell verbreite. "Zur Verhinderung einer Ein-, bzw. Verschleppung von Tierseuchen kommt der Infektionsvorsorge, und damit der bezirklichen Veterinär- und Lebensmittelaufsicht, eine ganz entscheidende Rolle zu", so das Bezirksamt.

Das Bezirksamts informiert weiter, dass das Verfüttern von Küchen- und Speiseabfällen an Schweine aufgrund der Gefahr der Verbreitung der Schweinepest eine Ordnungswidrigkeit darstelle, die mit einer Geldbuße bis zu 30.000 Euro geahndet werden könne.

Sichtungen von Wildschweinen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg können an die Wildtierberatung unter Tel.: 5471 2891 oder auf der Website der Wildtierberatung gemeldet werden.

Tot aufgefundene Wildschweine sind mit dem Hintergrund der Vorsorgemaßnahmen der Veterinär- und Lebensmittelaufsicht zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest an das hierfür eingerichtete Fallwild-Telefon zu melden, tel. Erreichbarkeit 06.00-21:30 Uhr: 90277 3469, bzw. per E-Mail.

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