Akazienkiez in Schöneberg

Anwohner gehen gegen Junkie-Spritzen auf Spielplätzen vor

Im Schöneberger Akazienkiez hat sich eine Drogenszene eingenistet. Eltern finden Spritzen auf Spielplätzen. Anwohner werden aktiv.

Ein Schild auf einem Kinderspielplatz weist auf das Verbot von Drogen hin

Ein Schild auf einem Kinderspielplatz weist auf das Verbot von Drogen hin

Foto: Jens Kalaene/dpa

Berlin. Im Kiez rund um die Akazienstraße in Schöneberg schlagen Eltern Alarm. „In den letzten Wochen wurden auf den umliegenden Spielplätzen vermehrt Spritzen gefunden, vor allem auf dem Spielplatz an der Merseburger Straße und der Apostel-Paulus-Kirche“, heißt es einem Flyer der Nachbarschaftsinitiative „Clean Kiez“. Gegen die Gefahren, die von gebrauchten Spritzen und anderen Fixer-Utensilien für Kinder ausgehen, wollen Anwohner nun verstärkt vorgehen.

Am 18. Februar startete die Initiative ihre erste Aktion „Harken gegen Spritzen“, bei der Anwohner intensiv die Spielplätze und Gebüsche durchforsteten und jede Menge Spritzen und andere Drogen-Utensilien einsammeln konnten. Am 18. März, 14 Uhr, soll auf dem Spielplatz an der Merseburger Straße nun die nächste Aktion starten, wie die Initiative mitteilte. Freiwillige Helfer sollten Harken, Schaufeln und Müllsäcke mitbringen, um den Kiez von Fixer-Relikten zu säubern. Darüber hinaus planen die Organisatoren einen Runden Tisch mit Anwohnern, Gewerbetreibenden, Bezirkspolitikern und der Polizei zur Lage vor Ort.

Seit Dezember habe sich das Problem mit Drogen im Kiez verschärft, sagte Vanessa Rücker von „Clean Kiez“ dem „Tagesspiegel“. Wie ihr der Präventionsbeauftragte der Berliner Polizei erklärt habe, finde eine Verlagerung der Drogenszene von der Yorckstraße statt, wenn dort Kontrollen durchgeführt würden. Rund um die U-Bahnhöfe Eisenacher Straße und Bayerischer Platz würden immer öfter harte Drogen wie Crack und Heroin offen verkauft und konsumiert.

Der etwas weiter nördlich gelegene „Regenbogenkiez“ zwischen Fugger- und Courbierestraße gilt mittlerweile als einer von mehreren kriminalitätsbelasteten Orten in Berlin. Dort häuften sich zuletzt vor allem homophobe Übergriffe und Raubtaten.

Probleme mit Spritzen auf Spielplätzen gab es in der Vergangenheit auch an anderen Orten in Berlin. Ein Spielplatz an der Kurfürstenstraße musste bereits 2011 deswegen vorübergehend geschlossen werden. Sorgen bereitet auch der Spielplatz im Görlitzer Park, wo Dealer am Klettergerüst ihre „Ware“ verstecken. Auf einem Spielplatz an der Mahlower Straße in Neukölln buddelten Kindergartenkinder im November des vergangenen Jahres mehrere gebrauchte Spritzen aus. Drei Kids mussten daraufhin zur Kontrolle in ein Krankenhaus gebracht werden.

Weitere Infos zur Initiative im Akazienkiez unter clean-kiez.de

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