Tempelhof-Schöneberg

Jazzlegende Coco Schumann soll Ehrentafel erhalten

Das Leben unmd Wirken des kürzlich verstorbenen Musikers sei untrennbar mit Schöneberg verbunden, begründet die CDU ihren Vorschlag.

Jazz-Legende Coco Schumann (1924 - 2018)

Jazz-Legende Coco Schumann (1924 - 2018)

Foto: dpa Picture-Alliance / CTK Libor Zavoral / picture-alliance / dpa

Die CDU-Fraktion Tempelhof-Schöneberg setzt sich dafür ein, dass Heinz Jakob "Coco" Schumann (1924–2018) mit einer weißen KPM-Ehrentafel geehrt wird. Wie berichtet, war der Berliner Musiker am vergangenen Sonntag im Alter von 93 Jahren verstorben. "Wir trauern um einen beeindruckenden Menschen, der sich trotz dem unter den Nationalsozialisten Erlebten bis ins hohe Alter hinein Witz und Lebensfreude bewahrt hat. Ihm gebührt eine dauerhafte Erinnerung seiner Heimatstadt", sagte Matthias Steuckardt, Vorsitzender der CDU-Fraktion und kulturpolitischer Sprecher.

Coco Schumanns 90. Geburtstag sei im Mai 2014 im bis auf den letzten Platz belegten Willy-Brandt-Saal des Rathauses Schöneberg begangen worden. Und im Rathaus Schöneberg erinnere in der Ausstellung "Wir waren Nachbarn" (www.wirwarennachbarn) ein Album an die Berliner Jazzlegende, die 1943 denunziert und nach Theresienstadt deportiert wurde. Als Teil der Lagerband "Ghetto Swingers" kam Schumann 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz, überlebte, und wurde nach Kaufring deportiert. 1945 befreiten ihn die Amerikaner in Wolfratshausen. Er lebte seit 1954 wieder in Berlin.

Coco Schumann habe vor dem Krieg an der Schöneberger Kurfürstenstraße 118 gewohnt, in der "Rosita Bar" am Bayerischen Platz sei er zur lebenden Legende geworden, so Steuckardt weiter. Das Leben und Wirken des Musikers sei untrennbar mit Schöneberg verbunden, weshalb von dort aus auch die Initiative zu einer bleibenden Erinnerung an Coco Schumann ausgehen solle. Die CDU-Fraktion will deshalb eine gemeinsame Initiative zur nächsten BVV-Sitzung anregen.

Mehr zum Thema:

KZ-Überlebender und Jazz-Gitarrist Coco Schumann ist tot

Coco Schumann brachte alles zum Swingen

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.