Restaurants in Friedenau

Wo es in Friedenau gutes Essen für unter 20 Euro gibt

Unsere Reporter sind in den Berliner Restaurants unterwegs. Einzige Bedingung: Das Essen darf nicht mehr als 20 Euro kosten.

Brandneuer Szene-Laden oder alteingesessene Institution, gediegene Traditionsküche oder schnelles Street Food: Die kulinarische Vielfalt ist in Berlin grenzenlos. Unsere Reporter sind in den Restaurants der Stadt unterwegs, testen Geschmack, Ambiente und Service. Einzige Bedingung: Das Menü darf nicht mehr als 20 Euro kosten. Guten Appetit!

Pane al Caffè: Sizilianische Familienküche an der Rheinstraße

Seit acht Jahren betreiben Andrea und Fabio La Mantia ihr kleines Familien-Café-Restaurant "Pane al Caffè". Betritt man das Lokal, fällt die überdimensionierte, offene Küche auf, in der ständig zwei bis drei Personen beschäftigt sind. Zum Beispiel mit dem Backen von köstlichen Cantuccini oder anderem feinen Gebäck aus Sizilien, der Heimat von Fabio La Mantia. Auch Kuchen werden täglich hergestellt und in einer Vitrine präsentiert. In dem Glasschaukasten nebenan liegen sizilianische Käse- und Wurstwaren. Stolz ist Fabio auf den gesalzenen Speck Lardo di Colomete. "Besser als die Variante aus der Toskana", sagt Ehefrau Andrea.

Warmes Essen gibt es auch, und zwar ausgezeichnetes. Nur was, das weiß man nie genau, denn Ehepaar La Mantia verzichtet auf eine feste Karte. Und so stellen sie montags bis sonnabends je nach Lieferung vier bis sechs Tagesgerichte zusammen. "Wir verlassen uns auf unseren sizilianischen Händler, der uns die Waren frisch aus Süditalien bringt", sagt die Chefin. Für den Gast heißt das: Mal sehen, was heute auf der Schiefertafel steht.

Beim Besuch gegen 14 Uhr waren beispielsweise die Ochsenbäckchen mit Polenta ebenso ausverkauft wie die Kastaniensuppe. Dafür gab es herrliche Nudeln mit einem würzigen Tomatensugo und intensiv schmeckenden, entkernten sizilianischen Oliven. So fruchtig und schmackhaft war die Pasta, dass ein geriebener Parmigiano das Aroma nur zerstört hätte. 8,50 Euro kosten die Tagesgerichte, dazu gibt es krachiges Weißbrot und einen freundlichen, zuvorkommenden Service.

Rheinstraße 61, Friedenau, Tel. 60 40 64 79, Mo - Fr 8-18, Sbd 9 - 16 Uhr, besucht im Dezember 2016

Huong Giang: Schnelle vi­et­na­me­si­sche Küche an der Kai­se­rei­che

Sechs Jahre besteht das "Huong Giang" an der Ecke Schmiljan/Rheinstraße bereits. Voriges Jahr hat die Tochter des nordvietnamesischen Ehepaars das kleine Lokal übernommen. Auf den ersten Blick sehr unscheinbar, von außen kaum zu sehen, öffnet sich hinter dem Eingang ein gemütliches kleines Restaurant. Schnell ist eine junge Kellnerin am Tisch, die ihr nicht perfektes Deutsch mit großer Liebenswürdigkeit mehr als wettmacht.

Das "Huong Giang" wirbt mit dem Slogan "Lecker-Schnell-Frisch". Insbesondere das zweite Attribut sorgt dafür, dass die rund 25 Sitzplätze zur Mittagszeit fast alle besetzt sind. Kaum hat man die Bestellung ausgesprochen, steht das Essen auf dem Tisch. Ein wirkliches Phänomen. Die Speisenauswahl ist relativ unspektakulär, die Zubereitung sehr ansprechend, auch weil mit vielen frischen Zutaten gearbeitet wird.

Ausgezeichnet waren die mit Reisnudeln, Salat, Koriander, und Hühnerfleisch gefüllten Sommerrollen, 3,50 Euro für zwei große Stücke. Die japanischen Udon-Weizenmehlnudeln sind hausgemacht, die Suppen herrlich gewürzt, um sechs Euro. Neben Suppen gibt es je ein halbes Dutzend Gerichte mit Huhn, Rind, Garnelen, Ente, Fisch und Gemüse.

Draußen an der Fassade stehen auf einer Schiefertafel drei bis vier Tagesgerichte. Beim Besuch weckten die Garnelen mit Reisnudeln und Salat das Interesse. Sie kamen als große, kaum zu schaffende Portion, mit einer wunderbaren Mischung aus dünnen Nudeln, Rucola-Salat und Gemüse, begleitet von einer delikaten, hausgemachten Soße (6,90 Euro). Dazu mundete ein Ingwer-Minze-Tee (2,50 Euro). Fazit: Der Slogan des Lokals trifft zu.

Schmiljanstraße 15, Friedenau, Tel. 85 07 17 92, täglich 11.30-22.30 Uhr, nur Barzahlung, besucht im November 2016

Balli Burger: Den saftigen Burger gibt es auch als vegane Variante

Viele Jahre befand sich in dem Eckhaus eine Filiale der Neuland- Fleischerei Bachhuber. Seit einem Jahr nun bietet hier die Döner- und Burgerkette "Balli" die schwer in Mode gekommenen Boulettenbrötchen an. Das zweckmäßige Ambiente des "Balli Burger" ist das eines gehobenen Imbiss': schwarz glänzende Fliesen hinter der Bratstation, Holzoptik im kleinen Schankraum mit rund 30 Sitzplätzen, davon zehn an Wandtresen.

Wie viele dieser Lokalitäten setzt man auch im "Balli Burger" auf Selbstbedienung. Eine Speisekarte gibt es nicht, dafür Monitore über dem Tresen. Neben einem knappen Dutzend Burger, auch mit Hähnchenfleisch, vegan oder vegetarisch, sind noch Hotdogs und Salate im Angebot. Burger der Woche war eine Variante mit Rote Bete, sechs Euro. Beim Besuch bestellte die Hälfte der Kunden Burger und Hotdogs zum Mitnehmen, auch Essenlieferfahrer holten Bestellungen ab.

Zur Mittagszeit saßen erstaunlich viele Schulkinder, teils alleine, teils mit einem Erziehungsberechtigten, in der Burgerstube. Das liegt vermutlich auch an den günstigen Preisen, der einfache Hamburger ist für unter vier Euro zu haben. Tomaten, Salat, Zwiebeln und Extras liegen appetitlich in einer blitzblanken Vitrine, auch der Rest des Imbiss' war sehr sauber.

Favorit bei älteren Kunden schien der Chili-Cheese zu sein. Lobenswert ist das von einem nahegelegenen Bäcker eigens hergestellte Brötchen, zwischen dessen getoastete Hälften saftiges Rindfleisch, viel Salat, Jalapeños und Chilisoße kommen, 4,80 Euro. Nicht zu schaffen sind die riesigen Portionen Pommes oder Süßkartoffeln, 2,50 beziehungsweise vier Euro. Bestellt man ein Menü, werden für Fritten und Getränk 3,50 Euro, mit Süßkartoffel-Pommes 4,50 Euro berechnet.

Schmiljanstraße 15, Friedenau, Tel. 85 07 17 92, täglich 11.30-22.30 Uhr, nur Barzahlung, besucht im November 2016

Glühwurm: Das Spätzleparadies am Renée-Sintenis-Platz

Der Renée-Sintenis- Platz um die Handjery- und Schmargendorfer Straße in Friedenau ist ein Idyll mit Gründerzeit- und Jugendstilaltbauten. Nur ganz wenige Neubauten unterbrechen das Ensemble. Benannt ist der Platz nach der Bildhauerin und Grafikerin, die jahrzehntelang in Berlin lebte. An diesem Platz erwartet das Nachbarschaftsrestaurant "Glühwurm" seit mittlerweile 14 Jahren seine Gäste mit schwäbischer Küche. Es gibt 70 Terrassenplätze in einem heimeligen Vorgarten mit wunderschönen schmiedeeisernen Gittern. Der Schankraum mit vielen Fenstern fasst rund 40 Personen.

Die Küche ist zu 90 Prozent schwäbisch. Diese erfreulich preiswerten Gerichte sind absolut zu empfehlen. An erster Stelle sind die Maultaschen zu nennen, die sowohl mit als auch ohne Fleisch hausgemacht sind und hervorragend schmecken. Zum Beispiel in einer herrlich kräftigen Rinderbrühe mit kleiner Gemüseeinlage (4,10 Euro). Die Maultäschle gibt es auch als Professorenvesper, mit Tomaten und Eiern überbacken (7,70 Euro) oder als Spinatwachtel, mit Bratensoße, Rahmspinat und Spiegelei (8,50 Euro).

Apropos Bratensoße: Die wird hier auch selbst gemacht, und zwar in gigantischen Mengen. Denn die köstlichen, vom Brett geschabten Spätzle nehmen pfützenweise davon auf. Zum Beispiel beim zarten Schweinebraten, der neben den Spätzle auch noch von einer mächtigen Portion schwäbischem Kartoffelsalat, lauwarm mit Gurkenscheiben, begleitet wird (9,90 Euro). Wahrlich nichts für Weight Watcher, aber ein Genuss. Dazu trinkt man Weinviertele, vorzugsweise Trollinger, Lemberger oder eine Cuvée von beidem, um 4,10 Euro der Viertelliter. Schwäbische Fassbiere und noch günstigeren Mittagstisch gibt's auch - fast paradiesisch.

Handjerystraße 77, Friedenau, Tel. 85 10 25 98, täglich 12 - 1 Uhr, www.restaurant-gluehwurm.de, besucht im August 2016

Yak & Yeti: Nepalesische Teigtaschen am Südwestkorso

Die Ecke schräg gegenüber dem Friedhof Stubenrauchstraße hat in den vergangenen Jahren nicht vielen Gastronomen Glück gebracht. Immer wieder wurde für eine Neueröffnung geworben, bis die zwei großen Schankräume wieder leer standen, um bald mit anderem Konzept erneut beworben zu werden. Diesmal scheint es anders zu sein. Das Anfang Juni eröffnete "Yak & Yeti" mit nepalesisch-indischer Küche ist gut besucht.

Recht unspektakulär ist das Ambiente mit buttergelben Wänden, halbhohen Holzpaneelen und großen Fenstern. Erfreulich war die besondere Freundlichkeit, mit der wir empfangen und die Aufmerksamkeit, mit der wir bedient wurden. Dazu passte der appetitanregende Duft, der aus der Küche strömte. Das Angebot unterscheidet sich nicht von dem anderer Lokale dieser Richtung, allerdings ist die Qualität überdurchschnittlich gut.

Auf die Momo genannten Teigtaschen muss man zwar rund zwanzig Minuten warten. Dafür entschuldigte sich der aus Westnepal stammende Besitzer mehrmals. Als sie dann mit Gemüse und Lammfleisch gefüllt auf vorgewärmten Tellern zu Tisch kamen, begleitet von milder Tomatensoße, leicht scharfer Mangocreme und feiner Erdnusssoße, waren wir sehr angetan (11,90 Euro für zehn Stück mit Salat).

Sehr mild gewürzt und äußerst zart war das Chicken Curry, 8,50 Euro, kräftig dagegen das Lamm Tikka, scharf mit Zwiebeln und Tomaten gebraten und auf der heißen Gussplatte serviert, 11,50 Euro mit Salat. Auch das vegetarische Linsengericht Dal überzeugte mit exotischer Würzung durch Ingwer und Kardamom (acht Euro). Bei gutem Wetter sitzt man übrigens schön auf einer großen, angenehm ruhigen Terrasse. Dieses Mal könnte die Ecke dem Gastronomen Glück bringen.

Südwestkorso 69a, Friedenau, Tel. 852 30 67, täglich 12-23 Uhr, besucht im Juli 2016

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