Restaurants in Schöneberg

Wo es in Schöneberg gutes Essen für unter 20 Euro gibt

Unsere Reporter sind in den Berliner Restaurants unterwegs. Einzige Bedingung: Das Essen darf nicht mehr als 20 Euro kosten.

Brandneuer Szene-Laden oder alteingesessene Institution, gediegene Traditionsküche oder schnelles Street Food: Die kulinarische Vielfalt ist in Berlin grenzenlos. Unsere Reporter sind in den Restaurants der Stadt unterwegs, testen Geschmack, Ambiente und Service. Einzige Bedingung: Das Menü darf nicht mehr als 20 Euro kosten. Guten Appetit!

Salumeria da Nino: Preiswerte italienische Küche in familiärer Atmosphäre

Seit mehr als 20 Jahren bietet Familie Triscari aus Sizilien preiswerte Salumeriaküche und familiäre Atmosphäre. Fast drei Viertel der Gäste scheinen Stammgäste zu sein, die südländisch überschwänglich begrüßt und verabschiedet werden. Die etwa 35 Innen- und 20 Bürgersteig-Terrassenplätze sind um die Mittagszeit so gut wie alle besetzt. Vor dem Platznehmen begutachten die meisten Gäste zuerst die Vitrine. In der präsentieren Maria Triscari und Ehemann Nino das täglich frisch zubereitete Angebot an Antipasti und Tagesgerichten. Dazu gehört immer reichlich Gemüse wie gegrillte Zucchini, köstliche dünne, panierte Auberginenscheiben, mit Spinat gefüllte Riesenchampignons, Schalotten in Balsamico oder Blumenkohl-Frikadellen.

Oben auf der Vitrine stehen die drei, vier Hauptspeisen. Zu diesen Segundi zählten beim Besuch Schwertfischmedaillons, würziges Osso Bucco und köstliche kleine Kalbsschnitzel mit Mozzarella überbacken. Dazu wählt man zwei kleine Beilagen, um zehn Euro . Sehr beliebt sind die ausgezeichneten Nudelgerichte, von einer cremigen Lasagne über wunderbare Tagliolini al Pomodoro bis zu Rigatoni al Ragout, um sechs Euro.

Zu Tisch gebracht werden die Spezereien von den Söhnen Carmelo und Salvatore. Zum Start steht krachkrustiges Pane auf dem Tisch, auf Nachfrage kommt subito blumiges Extra Vergine aus Sizilien. Zu trinken gibt es neben Agua und Softdrinks eine kleine Auswahl an ausgesuchten Weinen, darunter ein süffiger Primitivo, der für 0,1 l mit drei Euro bepreist ist. Die Flasche kann für neun Euro mit nach Hause genommen werden. Dazu passt das würzige Salzgebäck Taralli aus Apulien, mit Fenchelsamen, 3,95 Euro das Pfund.

Geisbergstraße 14, Schöneberg, Tel. 213 48 41, Mo. - Fr. 9 - 19, Sbd. 9 - 16 Uhr, www.salumeriadanino.com, Besucht im Mai 2017

Goji: Mit gedämpften Kleinigkeiten das Herz berühren

Bei der chinesischen Küche ist in Berlin seit geraumer Zeit etwas ähnliches zu erleben wie in der Gastronomie allgemein: weg von vorbereiteten Convenience-Produkten, hin zu frischen Zutaten und möglichst authentischer Zubereitung. So auch bei dem Lokal "Goji" - benannt nach den beliebten Beeren. Die findet man allerdings nicht auf der Speisekarte. Stattdessen zahlreiche kantonesische Gerichte, die Wirt David, der sofort alle Gäste duzt, von seiner Mutter und Großmutter kennt. Der studierte Chemiker legt großen Wert auf Frische und liebt hausgemachte Soßen.

Schlicht ist das Lokal eingerichtet, sachlich und top sauber. Bei gutem Wetter stehen neben den etwa 35 Innen-Sitzplätzen 20 auf der Trottoir-Terrasse zur Verfügung. Spezialität sind Dim Sum, meist gedämpfte Teigtaschen, die es hier sogar in drei süßen Versionen gibt. Wörtlich übersetzt bedeutet Dim Sum laut David "mit Kleinigkeiten das Herz berühren". Zumindest der Gaumen wird auf angenehme Weise berührt von einer der etwa 14 verschiedenen Varianten. Wir waren begeistert von der mit Garnelen gefüllten, der mit Schweinefleisch und der mit Gemüse, 3,50 bis sechs Euro, für vier bis acht Teile.

Sehr fein und handwerklich bestens gemacht war die süß-saure Variation der Pekingsuppe, 2,90 Euro. Mit den drei verschiedenen Dim Sum war klar, ein Hauptgericht würde reichen. Wir entschieden uns für das Spezialgericht. Für 15,90 Euro gab es Rindfleisch, Garnelen, BBQ-Schweinefleisch, mit kross gebackener Enten- und Hähnchenbrust auf einem üppig portionierten Gemüsebeet mit Wasserkastanien, Lotuswurzeln, Sprossen und einer ausgezeichneten pikanten hausgemachten Soße. Dafür und zum Probieren der süßen Dim Sum kommen wir noch mal wieder.

Motzstraße 58, Schöneberg, Tel. 58 60 07 66, So - Do 12 - 22.30, Fr+Sbd 12 - 23 Uhr, www.goji-berlin.de, besucht im Mai 2017

Chicago Steakhouse: Ein perfekt gegrilltes Hüftsteak zum Lunch

Seit fast 20 Jahren ist Tamer Akkilic auf der Südseite des Wittenbergplatzes gastronomisch aktiv. Nach einem Hotelneubau und mehrjähriger Pause eröffnete er Anfang des Jahres drei neue Lokale am Platz. Neben einem Burgerladen und einer Pizzeria ist das "Chicago Steakhouse" Akkilics neues Flaggschiff. Während der baubedingten Pause lernte er auf Reisen die neuesten Steakhaus-Konzepte auf der ganzen Welt kennen. Nun setzt er sein Konzept eines Steakhaus im Stil eines "Casual Dining" seit Anfang März um.

Die sehr ansprechende Einrichtung vereint kupferverkleidete Wandflächen, dunkles Vollholz mit offenen Poren und Industrial-Flair mit schlichten Lampen und sichtbarer Technik unter der Decke. In dem in Brauntönen gehaltenen Ambiente sitzen die Gäste in gemütlichen, dick gepolsterten Stoffsesseln.

Ein freundlicher Service umsorgt unaufdringlich aber sehr aufmerksam die Gäste und berät bei der Fleischauswahl. Es gibt eine preiswertere Qualität aus Argentinien und Hochwertigeres aus den USA und Australien. Kenner bestellen trocken gereiftes US-Fleisch, das in gläsernen Trockenreifkühlschränken begutachtet werden kann. Von jeder Sorte werden Filet, Entrecôte und Rumpsteak angeboten, außerdem Lammkarree und Kalbskoteletts bis 400 Gramm zu Preisen von 26 bis 42 Euro.

Beilagen wie Soßen, Fritten, Maiskolben oder Kartoffelpüree schlagen zusätzlich mit jeweils 3,50 Euro zu Buche. Wer kein Fleisch essen mag, hat eine kleine Auswahl an Salaten, auch ein Veggie-Burger ist im Programm.

Mittags wird Montag bis Freitag ein preiswertes Lunch angeboten. Gulasch mit Gemüse etwa für 9,50 Euro, Avocado- Tatar für 7,50 Euro. Oder ein perfekt gegrilltes 200-Gramm-Hüftsteak in argentinischer Qualität mit Pommes, entweder Kartoffel oder Süßkartoffel, dazu hausgemachte Kräuterbutter, 10,90 Euro. Dazu passt ein süffiger Cabernet Sauvignon für vier Euro das 0,2-Liter-Glas.

Wittenbergplatz 3, Schöneberg, Tel. 23 62 24 227, So. - Do. 11 - 23.45 Uhr, Fr. u. Sbd. 11 - 1 Uhr, www.chicagosteakhouse.de, besucht im April 2017

Feinberg's: Israelische Küche im Schöneberger Szenekiez

Am westlichen Rand des Szenekiezes hat sich an der Fuggerstraße seit rund drei Jahren das "Feinberg's" mit 35 Sitzplätzen etabliert. Im Sommer gibt es noch einmal so viele Plätze auf einer breiten Bordsteinterrasse. Geboten wird israelische Küche. Beim Besuch waren keine Israelis im Lokal, dafür wurde an der Hälfte der Tische russisch gesprochen. Auch die sehr flotte, freundliche und aufmerksame Kellnerin stammte aus Russland. "Wir lieben diese Küche", erklärte sie, als sie die hausgemachte Zitronen-Minze-Limonade brachte (3,50 Euro).

An den Nebentischen erfreute sich die Dip-Platte für zwei oder mehr Personen großer Beliebtheit. Sie beinhaltet die gegrillte Auberginenpaste Baba Ganosh, Rote Bete, Labane Käse, die Sesampaste Tahini und Matbucha, ein Salat aus gegrillten roten Paprika und Tomaten (10,50 Euro für zwei, jede weitere Person plus fünf Euro). Auch Shakshuka, der traditionelle Paprika-Tomaten Eintopf mit Ei, wurde mehrfach bestellt.

Wir probierten das ultimative Gericht der gesamten östlichen Levante, Hummus. Hergestellt wird es aus gemahlenen Kichererbsen und Sesampaste, aromatisiert mit orientalischen Gewürzen. Die große Portion mit Pilzen und gerösteten Pininenkernen war cremig und exzellent gewürzt, zehn Euro mit getoastetem Pita-Weizenfladenbrot. Als Hauptgang entschieden wir uns für den Jerusalem-Teller mit Fleisch, Leber und Herzen vom Huhn, mit Sesamsoße, Salat und Pommes (11,50 Euro). Die Pommes waren klasse, das Fleisch zu sehr durchgebraten und dadurch etwas zäh, noch dazu eine kleine Portion, die aber gut gewürzt. Richtig kosher ist die Küche im "Feinberg's" nicht, aber sie trennen Fleisch- und Milchprodukte bei Koch und Essgeschirr. Und es gibt koshere israelische Weine.

Fuggerstraße 35, Schöneberg, Tel. 91 55 34 62, Di-So 12-23 Uhr, www.feinbergs.de, besucht im August 2016

Carlos Tapas & Café: Nach diesen Tapas ist für eine Paella kein Platz mehr

Manche Kiezentdeckung braucht Zeit. Die kleine Tapas- Bar "Carlos" gibt es bereits seit Längerem, und vorbeigelaufen ist man schon häufiger. Ein halbes Dutzend Tische steht auf dem Bürgersteig, innen sind es kaum mehr. Draußen wird gerade ein Tisch frei - wenn das kein Zeichen ist? Die Karte ist groß, bietet die gesamte Tapas-Bandbreite (2,80-7,90 Euro), dazu Salate, Fleischgerichte wie gefülltes Schweinefilet mit Rotweinsauce (15,50 Euro) oder Fisch à la Stockfisch mit Zitronensauce (12,90 Euro).

Es ist nur eine junge Servicekraft im Einsatz, die auch für den sich langsam füllenden Innenraum zuständig ist. Dafür macht sie ihre Sache anständig. Die "Tapas Variation" in Klein, Mittel und Groß (8,50 - 26 Euro) könnte einen guten Einblick geben. Dazu "Pan con Aioli" (2,80 Euro), das dann auch als Aioli auf Brot daherkommt. Ein Schälchen Aioli und extra Brot wäre hübscher zum Dippen gewesen, dennoch ist die Knoblauch-Öl-Crème sehr lecker.

Als die kleine Vorspeisenauswahl an den Tisch kommt, steht die Frage, ob dies tatsächlich die Menge für 8,50 Euro sein soll, schnell im Raum. Zahlreiche kleine Schalen reihen sich auf einer Platte nebeneinander, gefüllt mit den unterschiedlichsten Appetithäppchen: Bohnen, Oliven, Kartoffeleckchen, Paprika, Champignons, Oliven, daneben eine Krokette, ein Mini-Hühnerschenkel, ein Stück Manchego-Käse, eine Scheibe Serrano-Schinken und zudem auch noch etwas Pulpo. Ein herzhafter kulinarischer Genuss. Wäre man nicht zu zweit von der Ein-Mann-Portion angenehm gesättigt, wäre nach diesem Auftakt eine Paella (28 Euro/2 Pers.) mit Fleisch, Fisch oder gemischt, zusammen mit einem spanischen Wein ab 12 Euro die Flasche, ein weiteres solides Vergnügen.

Eisenacher Str. 69, Schöneberg, Tel. 30 64 54 53, geöffnet Mo. - Sbd. 17 - 23 Uhr, www.carlostapasbar.de, besucht im Oktober 2016

Alle Restaurants unserer "Unter 20 Euro"-Serie auf einer Karte

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