Berlin

30.424 Kilometer Radfahren für kranke Kinder

Die Herzfahrt für einen guten Zweck lockte viele Radler auf das Tempelhofer Feld. Zum Ende klärte sich sogar der Himmel ein wenig auf.

PSD und Berliner Helfen Herzrundfahrt auf dem Tempelhofer Feld ... Grit Westermann,Petra Götze und Eva Maria Scheel

PSD und Berliner Helfen Herzrundfahrt auf dem Tempelhofer Feld ... Grit Westermann,Petra Götze und Eva Maria Scheel

Foto: Jörg Krauthöfer

Pünktlich zum Start um 15 Uhr setzte der Regen ein: aber weder Nässe noch Wind konnten die Teilnehmer der Herzfahrt auf dem Tempelhofer Feld abhalten, ihre Runden für den guten Zweck zu drehen. Angefeuert von rbb-Moderatorin Britta Elm gingen 1000 Fahrradfahrer auf die vier Kilometer lange Runde – vom sportlichen Rennradfahrer bis zum Kleinkind auf dem Laufrad – um Spenden für herzkranke Kinder zu sammeln. Zum 4. Mal veranstaltete die PSD Bank Berlin-Brandenburg, der ADFC und Berliner helfen, der Verein der Berliner Morgenpost, die Charity-Radfahrt, bei der die PSD Bank drei Euro pro gefahrene Runde an das Deutsche Herzzentrum spendet.

Rund 7.000 Kinder werden pro Jahr mit einem Herzfehler geboren. Der Spendenerlös der Herzfahrt geht an die Klinik für angeborene Herzfehler, um Ergotherapien für herzkranke Kinder zu ermöglichen. Bei vielen bleibt als letzte Möglichkeit nur eine Herztransplantation. Um die oft lange Wartezeit auf ein Spenderorgan zu überbrücken, müssen die kleinen Patienten notfalls an ein sogenanntes "Kunstherz" angeschlossen werden.

"Das ist nur durch Spenden möglich"

Bei Erwachsenen können die mechanischen Pumpen heute vollständig direkt am Herzen angebracht werden und ermöglichen damit oft ein nahezu uneingeschränktes Leben. Bei Kleinkindern ist dies aber noch nicht möglich: Ihr krankes Herz muss über zwei Schläuche mit einem Pumpsystem außerhalb des Körpers verbunden werden. Dadurch sind sie in ihren Bewegungsmöglichkeiten sehr eingeschränkt und müssen ständig stationär überwacht werden.

Durch den regelmäßigen Besuch von speziell geschulten Ergotherapeuten sollen diese Kinder in ihrer psychomotorischen Entwicklung speziell gefördert werden. "Wir wollen unseren kleinen Patienten so viel Lebensqualität wie irgend möglich bieten", sagt Professor Felix Berger, "das ist nur durch Spenden möglich und da sind wir für jede Unterstützung dankbar". Der Direktor der Kinderkardiologie am Deutschen Herzzentrum ist wie jedes Jahr selbst mitgefahren und hat diesmal 19 Runden geschafft.

7606 Runden wurden gedreht, insgesamt 30.424 Kilometer

Zu den jüngsten Teilnehmern gehörten die dreijährige Alma, die eine Dreiviertel Runde meisterte und ihre Schwester Florentine, 4, die eine ganz Runde mit ihren Eltern aus Tempelhof radelte. "Natürlich werden bei dem Wetter auch halbe Runden gezählt," versprach Grit Westermann, Vorstand der PSD Bank, die selbst 5 Runden drehte.

Zum Finale, bei dem sich alle Teilnehmer zu einem großen Herz für ein Luftbild auf dem Tempelhofer Feld zusammenstellen, klärte sich sogar der Himmel ein wenig auf. Gesundheitssenatorin Dilek Kolat bewunderte vom für das Luftbild aufgebauten Kran aus die Radfahrer: "Bewegung ist das beste, was man für seine Gesundheit tun kann – und dann noch für einen guten Zweck. Das ist eine tolle Aktion." 7606 Runden wurden gedreht, insgesamt 30.424 Kilometer. Die PSD Bank rundete die Spendensumme auf 30.000 Euro auf. Zum Abschied gab's für jeden Herzfahrer einen Regenschirm – und das gute Gefühl, bei schlechtem Wetter nicht nur etwas für sich, sondern auch für kranke Kinder getan zu haben.

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