Berliner Perlen

Dieser Schöneberger Laden ist immer eine süße Sünde wert

Der Schokoladen-Spezialist „Das süße Leben“ in Schöneberg vereint die Erzeugnisse kleiner Manufakturen unter einem Dach.

Seit mehr als 15 Jahren vereint Schokolade-Spezialist „Das süße Leben“ in Schöneberg die besten Erzeugnisse kleiner Manufakturen unter einem Dach. Die Pralinenkollektionen kann man sogar abonnieren

Seit mehr als 15 Jahren vereint Schokolade-Spezialist „Das süße Leben“ in Schöneberg die besten Erzeugnisse kleiner Manufakturen unter einem Dach. Die Pralinenkollektionen kann man sogar abonnieren

Foto: joerg Krauthoefer

Pralinés, Trüffel, glänzende Schoko-Küsse und Schokoladentafeln wie gemalt lassen das Herz eines jeden Schoko-Liebhabers höher schlagen, wenn er „Das süße Leben“ betritt. Man erkennt auf dem ersten Blick, dass die zwischen dem Bayerischen Platz und dem Schöneberger Rathaus gelegene Konfiserie außergewöhnliche Schokolade und Pralinen zu bieten hat. Zudem findet man überall im Geschäft stilvolle Fifties-Elemente. Wie den achtflammigen, elegant geschwungenen Kronleuchter, der den Laden in ein warmes Licht taucht. „Ich habe die Lampe gekauft, bevor ich überhaupt wusste, wo ich sie aufhängen würde“, sagt Ingrid Lang, gemeinsam mit Karin Krömer-Rüde Inhaberin vom „Süßen Leben“.

Ihre Leidenschaft für Schokolade spürt man sofort. Für sie ist die beliebte Süßware eine Frage der Qualität. „Große Firmen arbeiten mit Konsumkakao, der das Gros der Welternte ausmacht. Knapp zehn Prozent sind jedoch Edelkakaos mit einzigartigem Geschmack. Daraus werden unsere Pralinen gemacht“, erklärt sie. Ein teurer Rohstoff, eine Rarität dazu, die sorgfältig verarbeitet werden will. „Spitzenschokolade wird über 48 Stunden gerührt, damit sie besonders glänzt. Dabei verläuft die winzige Temperaturkurve zwischen 28 und 32 Grad. Bei diesem Prozess bilden sich die Aromen heraus.“

Massenprodukte werden gerade mal zwölf Stunden conchiert. Kein echtes Geschmackserlebnis. Nicht der einzige Minuspunkt für Ingrid Lang. „Supermarkt-Pralinen bestehen aus viel Schokolade mit wenig Füllung. Sie werden lange haltbar gemacht und im Sommer nicht richtig gekühlt“, findet sie. Frische und richtige Lagerung sind ihr deshalb ebenso wichtig wie hochwertige Zutaten. Sie selbst nascht pro Tag zwei bis drei Pralinen zum Nachmittagstee. Fein austariert und intensiv im Geschmack, braucht es nicht mehr, um das Verlangen nach Süßem zu stillen.

Jeder Abo-Kunde hat seine persönliche Schoko-Akte

„Wir haben Kunden, die kaufen für jeden Wochentag eine Praline“, sagt sie. Andere sind Fans des Pralinen- und Schokoladen-Abos, das man auch im Onlineshop bestellen kann. Jeweils zum Monatsanfang bekommt man dann saisonale Schokoladen-Delikatessen im Wert von 25 Euro zugesandt. Selbstverständlich individuell zusammengestellt. Jeder Abo-Kunde hat nämlich seine persönliche Schoko-Akte.

Im Sortiment der Konfiserie finden sich Schokoladen und Pralinen mit vielfältigen Aromen von fruchtig bis herb, aber auch verschiedensten Texturen wie knackig, flüssig, weich oder knusprig. Für jede Vorliebe ist etwas dabei. Egal, ob Vollmilch oder dunkel mit extrem hohem Kakaogehalt, vegan oder laktosefrei. Alles besticht aber durch die Aromen, nicht durch Süße. Abgerundet wird das Angebot mit einer hauseigenen Kaffeeröstung, Eierlikör, edlen Obstbränden, Tee, feinen Plätzchen und Berliner Bio-Konfitüre.

Seit mehr als 15 Jahren vereint „Das süße Leben“ die besten Erzeugnisse kleiner Manufakturen unter einem Dach. Eigentlich ist Ingrid Lang von Beruf Bäckerin und Konditorin. Die gebürtige Hessin stand schon mit 15 Jahren in der Backstube des Familienbetriebs. Als sie mit 20 nach Berlin ging, hat sie jedoch erst im Büro gearbeitet, dann zwei Kinder bekommen. Als die älter waren, wollte sie beruflich selbstständig durchstarten. Gemeinsam mit Karin Krömer-Rüde eröffnete sie 2001 die Konfiserie. „Wir ahnten seinerzeit nicht, dass Schokolade ein Saisongeschäft ist. Der verkaufsstärkste Tag ist der 5. Dezember. Im ersten Jahr saßen wir da abends in einem halbleeren Geschäft“, sagt sie.

Damit eben dieser Geschmack immer stimmt, testet Ingrid Lang jedes einzelne Produkt. Ihr Hauptlieferant ist ein Chocolatier, den sie „Qualitätspapst“ nennt, mit kleiner, feiner Produktion. „Er macht elegante, leichte Pralinen. Eigentlich Pralinenkunstwerke“, verbessert sie sich. Gemeinsam mit ihrem Chocolatier entwickeln sie und ihre Geschäftspartnerin immer neue Pralinen. Wie jetzt zum anstehenden Valentinstag: Eigens hergestellte Pralinenherzen mit dem Schriftzug „Be My Valentine“ auf roter Glasur.

Sehr beliebt sind die Waldmeister-Brause-Trüffel

Exquisit in roten oder braunen Schachteln mit zarter Tüllschleife kommen die hauseigenen Pralinenmischungen daher. Die kleine Variante kostet 4,95 Euro. Einzelne Pralinen sind ab 1,20 Euro zu haben. Wie gemacht als Präsent. Genau wie die Berlin-Pralinen mit Nougatfüllung. Oder die Schokoladentafeln von Olav Praetsch. Die sind ausgefallene Hingucker, wirken wie ein Art-déco-Gemälde hinter einer durchsichtigen Folie.

Besonderer Beliebtheit erfreuen sich zwei Spezialitäten, die nur im „Süßen Leben“ zu haben sind. „Unsere Schoko-Küsse kommen einmal wöchentlich aus Bremen und sind immer schnell ausverkauft. Ein noch größeres Suchtpotenzial haben die Waldmeister-Brause-Trüffel. Die sind nur für kurze Zeit im Frühjahr zu haben. Hellgrüner Trüffel mit weißer Schokolade in Brausepulver gerollt. Da werden nostalgische Kindheitserinnerungen wach. In jedem Fall eine süße Sünde wert.

Das süße Leben, Salzburger Str. 7, Schöneberg, Tel. 74 76 05 00, Mo.-Fr. 9-18 Uhr, Sbd. 9-14 Uhr, www.das-suesse-leben.de

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