Architektur

Schöneberger Linse wird zum Stadtquartier

Die Schöneberger Linse – ein 53 Hektar großes, teilweise brachliegendes Gewerbegebiet zwischen Bahnhof Südkreuz und S-Bahnhof Schöneberg – soll zu einem attraktiven Stadtquartier mit Hotels, Gastronomie, Handel und Wohnungen ausgebaut werden. Als neuer städtischer Boulevard des linsenförmigen Areals zwischen Sachsendamm und Ringbahn wird der Tempelhofer Weg herausgeputzt.

Foto: kalozois_george / Berliner_Verlag

Die BSR will ihren Recyclinghof dort mittelfristig aufgeben. "Wir werden uns nach einer Alternative umsehen", bestätigt BSR-Sprecher Thomas Klöckner. Um all diese Pläne zu begleiten und voranzubringen, haben sich jetzt 14 Grundstückseigentümer des Areals zu einer "Interessengemeinschaft Südkreuz" (IGS) zusammengeschlossen.

Neben zahlreichen Privateigentümern gehören auch große Unternehmen wie Vattenfall und der Liegenschaftsfonds zu dem neuen freiwilligen Zusammenschluss, der als Modellprojekt in der Stadtplanung gilt. "Unser Ziel ist es, die Vermarktungschancen des Areals zu verbessern", sagt IGS-Sprecherin Beate Nitze. Der Standort müsse ein Profil bekommen; eine Adresse werden. Daher solle ein gemeinsames Entwicklungskonzept mit Senat und Bezirk erarbeitet werden, das alle Interessen berücksichtigt. Nicht zuletzt geht es den Eigentümern darum, dass ihre Mieter nicht verdrängt werden.

Auch für Baustadtrat Bernd Krömer (CDU) ist die Schöneberger Linse noch "ein Problemgebiet" mit ungenutzten Flächen, Autohandel und Werkstätten in Hinterhöfen und Garagen. In den vergangenen zehn Jahren sei immer wieder versucht worden, brachliegende Grundstücke zu verkaufen, sagt Krömer. Größtenteils ohne Erfolg. Daher müsse das Gelände attraktiver und mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden.

Das sieht auch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung so. Sie hat das Gelände "Schöneberg-Südkreuz", zu dem die Schöneberger Linse gehört, zum Fördergebiet des "Stadtumbau-West" erklärt. Im Rahmen dieses Programms fließen 2008 etwa 3,3 Millionen Euro in das Entwicklungsgebiet. Die Senatsverwaltung hat das Unternehmen Empirica mit der Standortanalyse beauftragt. Geschäftsführer Ludger Baba sieht in dem Stadtquartier unter anderen gute Chancen für Firmen der Umweltwirtschaft, da der benachbarte Gasometer zu einem Energieforum ausgebaut wird.