BBI

Gewerbepark entsteht am neuen Flughafen

Einst war das „Baufeld-Ost" östlich des Flughafens Schönefelds der Inbegriff der Fehlspekulation. Nun soll dort zeitgleich mit dem neuen Hauptstadtflughafen der BBI Business Park entstehen. Gerechnet wird mit Investitionen im dreistelligen Millionenbereich.

Foto: Pysall . Ruge Architekten

Anfang der 90er-Jahre hatte die öffentliche Hand in Bohnsdorf Ackerland als potenzielle Erweiterungsflächen für den Flughafen gekauft. Der Preis erwies sich letztlich als völlig überhöht, denn der neue Flughafen entsteht mittlerweile an anderer Fläche. Lange galt das „Baufeld-Ost“ östlich des heutigen Flughafens Schönefelds als Fehlspekulation.

„Doch heute zeigt sich, dass man selbst aus einer Pleite noch etwas machen kann“, wie der Marketing-Chef der Flughafengesellschaft, Burkhard Kieker, sagt. Denn aus dem 109 Hektar großen Gelände südlich der Bundesstraße B 96a und westlich des derzeitigen Autobahnverlaufs der A 113 in direkter Nachbarschaft des Baumarktes Hornbachs soll zeitgleich mit dem neuen Hauptstadtflughafen BBI Berlins größter Gewerbepark, der BBI Business Park, entstehen.

Die Flughafengesellschaft wird das Gelände, das ihr zu 87 Prozent gehört, auch selbst vermarkten. Neben der geplanten Airport-City direkt am künftigen BBI-Terminal gilt der BBI Business Park als Schlüsselprojekt bei der Vermarktung der flughafeneigenen Flächen für den sogenannten lukrativen Non-Aviation-Bereich. Gerechnet wird mit Investitionen im dreistelligen Millionenbereich. Zwei Drittel der Flächen im BBI Business Park sind für Gewerbe-, der Rest für Industrieansiedlungen vorgesehen. Um das Gelände nicht dem architektonischen Wildwuchs zu überlassen und für Investoren attraktiv zu gestalten, hat die Flughafengesellschaf unabhängig von dem noch ausstehenden Bebauungsplan bereits ein sogenanntes Gutachterverfahren durchgeführt.

Baubeginn Mitte 2008

Den Gestaltungswettbewerb für die beiden am Eingangsbereich des Gewerbeparks liegenden Baufelder mit einer Fläche von insgesamt 16 Hektar gewann das Berliner Architektenbüro Pysall.Ruge Architekten. Auf der Immobilienmesse Expo Real im Oktober in München wurden die Pläne erstmals präsentiert. Das Interesse von Investoren an den „Premiumflächen“ sei groß gewesen, heißt es von Seiten der Flughafengesellschaft. „Wahnsinnig“ nennt Architekt Justus Pysall das Interesse von Unternehmen. So haben sich nach Angaben von Burkhard Kieker bereist einige Hotels und Logistikbetriebe angemeldet.

Die Pläne der Architekten sehen zwei sogenannte kontrapunktische Stadtfelder vor, ein Business- und ein Service-Quartier mit jeweils eigenem Gesicht. So sollen im sechs Hektar großen Business-Quartier nur Acht- und Zehngeschosser, allerdings in flexibler Anordnung, entstehen. Gedacht wird an Hotels, Restaurants, Business-Center und Einzelhandel. Einheitliche Baumaterialien, insbesondere des Bodenbelags, sollen dem Viertel eine Identität geben. Im Service-Quartier dagegen sollen nur Gebäude mit bis zu fünf Geschossen entstehen. Auch hier wird es einheitliche Baumaterialien geben, sollen neben Büros von Dienstleistern auch kleine Lagerhallen zugelassen werden, sagt Architekt Justus Pysall. „Der BBI Business Park muss als Gewerbepark des Flughafens erkennbar sein“, so Pysall. So werden beide Quartiere auch beleuchtet, so dass Passagiere, die nachts anfliegen, den Park wahrnehmen können. Auch soll viel Grün zu einem Markenzeichen werden.

Nach Angaben der Flughafengesellschaft wird in den beiden ersten Baufeldern Mitte nächsten Jahres mit dem Bau begonnen. In den hinteren Baufeldern sind Flächen für Logistik-Zentren, Industrie und Handwerksbetriebe vorgesehen. Neben dem Investitionsvolumen für den Bau des BBI von zwei Milliarden Euro, 636 Millionen Euro für die Schienen- und 74 Millionen Euro für die Straßenanbindung geht die Flughafengesellschaft von 600 Millionen Euro an Drittinvestitionen etwa für Hotels, Parkhäuser oder Konferenzcenter aus.

Für den Bau des Flughafens sind nach Angaben von Burkhard Kieker bereits 212 Aufträge in Höhe von 750 Millionen Euro vergeben worden. Davon seien 85 Prozent an Unternehmen der Region gegangen.