Brücke

Debatte über Abriss der Brücke am Breitenbachplatz

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Katrin Lange
So sah der Breitenbachplatz im Jahr 1915 aus. Zwei Jahre zuvor war er angelegt worden.

So sah der Breitenbachplatz im Jahr 1915 aus. Zwei Jahre zuvor war er angelegt worden.

Foto: Landesachriv / Landesarchiv

Seit sieben Jahren kämpft eine Bürgerinitiative für den Brückenabriss. Jetzt ist das Thema im Abgeordnetenhaus auf der Tagesordnung.

Nach Jahren der Debatte ist es endlich geschafft: Auf Antrag der CDU-Fraktion beschäftig sich jetzt das Abgeordnetenhaus mit der Brücke am Breitenbachplatz. Die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses werden als erste darüber beraten , ob die Brücke zugunsten einer ebenerdigen Verkehrsführung abgerissen werden soll. Dafür müsste dann eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Die Bürgerinitiative begrüßt den Antrag und die Behandlung im Abgeordnetenhaus. Sie schlägt vor, im nächsten Landeshaushalt Mittel für den Abriss vorzusehen und keine Mittel mehr für die Sanierung des Bauwerks einzuplanen. „Über die weitere Gestaltung des Areals und die Verkehrsführung sollte ein Dialog mit den Bürgern eingeleitet werden“, sagt der Gründer der „Initiative Breitenbachplatz“, Ulrich Rosenbaum. Die Mitglieder würde dabei mit ihrer Erfahrung und dem Rückhalt von 180 Unterstützern bereitstehen und helfen.

Der Platz ist heute eher eine Verkehrsinsel

Vorangetrieben hatte den Antrag Adrian Grasse (CDU), der seinen Wahlkreis in Steglitz-Zehlendorf hat. In der Begründung des Antrags sagte er im Abgeordnetenhaus: „Dieser lebendige Platz wurde Opfer ein völlig verfehlten Baupolitik der 60er-Jahre, die sich der autogerechten Stadt verschrieben hatte.“ Mit der Autobahnbrücke sei der Breitenbachplatz auf brutale Weise zerschnitten worden. Nach einem Abriss der Brücke bekäme der Platz wieder seine städtebauliche Qualität zurück. Gegenwärtig sei er eher eine große Verkehrsinsel. Ungepflegt und ohne Leben, vom Kinderflohmarkt mal abgesehen. Auch der Leerstand in den umliegenden Läden habe in den vergangenen Jahren zugenommen. Grasse machte deutlich, dass man die Auswirkungen des Abrisses auf die Entwicklung der Verkehrsströme im Blick haben müsse. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie solle deshalb auch die verkehrliche Situation bis zum Kreisel und der Westtangenten miteinbezogen werden.

Aufenthaltsqualität soll wiederhergestellt werden

Der Breitenbachplatz wurde 1913 als Gesamtkunstwerk angelegt. Mit dem Bau der Autobahnbrücke wurde der Platz an der Grenze zwischen Steglitz und Wilmersdorf geteilt und damit ein unwirtlicher Ort. Seit sieben Jahren kämpft eine Bürgerinitiative für den Abriss der Brücke und die Wiederbelebung des Platzes. Im vergangenem Wahlkampf haben sich bereits Vertreter verschiedener Parteien für den Rückbau ausgesprochen. Auch die Bezirksverordneten von Steglitz-Zehlendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf haben für den Abriss und die Wiederherstellung der Aufenthaltsqualität auf dem Platz gestimmt. „Einer raschen Entscheidungen sollte nichts mehr im Wege stehen“, sagt Ulrich Rosenbaum von der Bürgerinitiative.

Feste und Führungen in Planung

Bis dahin versuchen die Anwohner und die Mitstreiter der Bürgerinitiative schon einiges auf dem Platz zu bewegen. „Wir planen für 2019 zunächst einmal ein kleines Fest auf dem Platz“, sagt Rosenbaum. Angedacht sei der 4. Mai von 14 bis 18 Uhr. Außerdem wolle man das Bauhausjahr nutzen, um auf das architekturgeschichtliche Erbe des Breitenbachplatzes und seiner Umgebung hinzuweisen und Führungen anzubieten. Weiterhin aktiv ist Initiative vom Breitenbachplatz im Netzwerk der Bürgerinitiativen aus Wilmersdorf, Friedenau und Steglitz und Dahlem. Am 18. Mai wollen sich alle gemeinsam bei einem Europafest auf dem Leon-Jessel-Platz in Wilmersdorf präsentieren.