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Kostenlose Tanzkurse für Kinder aus der Ukraine

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Sebastian Keller, Inhaber der Tanzschule Keller, bietet Kindern aus der Ukraine kostenlose Tanzkurse an.

Sebastian Keller, Inhaber der Tanzschule Keller, bietet Kindern aus der Ukraine kostenlose Tanzkurse an.

Foto: Katrin Lange / Berliner Morgenpost

Immer montags und freitags können jeweils 30 Kinder und Jugendliche in der Tanzschule Keller in Friedenau tanzen.

Berlin. Sie haben täglich die Berichte aus der Ukraine verfolgt, sie haben die vollen Züge gesehen, die vielen erschöpften Menschen. Für Karola und Sebastian Keller, Inhaber der Tanzschule Keller an der Rheinstraße in Friedenau, stellte sich sofort die Frage: Wie können wir helfen? „Die Situation ist schon schlimm für die Erwachsenen, aber gerade für die Kinder ist sie katastrophal“, sagt Sebastian Keller. Sie hätten dann lange überlegt. Einfach nur Geld einsammeln und spenden, wollten sie nicht. Und dann kamen sie auf die Idee, nicht zuletzt, weil der Tanz in der Ukraine eine andere Aufmerksamkeit genießt: Sie bieten zwei kostenfreie Dance-Kurse für junge Menschen aus der Ukraine an.

„Wir sehen an unseren Kindern und Jugendlichen, wie sie ganz darin aufgehen, zu tanzen“, sagt der Inhaber. Hier könnten sie ganz sie selbst sein. Und genau das sollen jetzt auch die geflüchteten Kinder und Teens erleben. Ein Kurs ist montags, ab 16.30 Uhr, für die 9- bis 16-Jährigen und der zweite freitags, ab 16.30 Uhr, für Kinder von vier bis acht Jahren. In beiden Kursen können die Teilnehmenden Hip Hop machen, aber auch Social Dance oder Solotänze. „Das entscheiden wir ganz spontan“, sagt Sebastian Keller. Am Ende dürften natürlich die Kinder sagen, was sie gern wollen. Er wird ihnen anbieten, kleine Choreographien einzustudieren.

Zahl der Jungs und Mädchen ausgeglichen

Die beiden neuen Kurse starten in der kommenden Woche, ab dem 21. März, im großen Saal. In jedem ist Platz für 30 Kinder und Jugendliche. Insgesamt können also 60 teilnehmen. Die ersten Anmeldungen sind schon eingegangen (per Mail unter info@tanzschule-berlin.de). Etwa zehn Plätze sind gebucht, „vor allem von Familien, die selbst bei uns sind und die jetzt Familien mit Kindern aus der Ukraine aufgenommen haben“, sagt Sebastian Keller. Was ihn am meisten dabei überrascht hat: Die Zahl der Jungs und Mädchen bei den ersten Anmeldungen ist ausgeglichen. „Wir haben eigentlich hier immer eher 80 Prozent Frauen und Mädchen und 20 Prozent Männer und Jungs“, sagt der Geschäftsführer. Das zeige ihm, dass es in der Ukraine eine ganz andere Tanzkultur gebe, die mehr im Leistungsbereich liege.

Unterrichtet wird in Englisch, vielleicht findet sich auch noch ein Dolmetscher. „Aber das Gute ist ja, dass man Tanzen über das Sehen lernt“, so Keller. Für die Kinder soll es einmal in der Woche ein schönes Ereignis sein, auf das sie sich freuen und wo sie auch soziale Kontakte knüpfen können. Der Tanzlehrer will ihnen eine erste Anlaufstelle im Alltag bieten und auch die Möglichkeit, Freunde zu finden. Die Kinder, die bereits in der Tanzschule Keller sind, hat er aufgerufen, etwas für die neuen mitzubringen und zu spenden, vielleicht ein Malbuch, ein Spielzeug oder ein Rucksack. Alles wird gebraucht.