Tierversuchslabor

Entscheidung über Mäusebunker fällt im Herbst 2021

Abriss oder Erhalt? Die Charité hat einen Wettbewerb zur Zukunft des Gebäudes ausgeschrieben.

Aus der Fassade des Mäusebunkers ragen Lüftungsrohre heraus, die aussehen wie Kanonenrohre. Zehntausende Mäuse gab es einmal in dem Gebäude.

Aus der Fassade des Mäusebunkers ragen Lüftungsrohre heraus, die aussehen wie Kanonenrohre. Zehntausende Mäuse gab es einmal in dem Gebäude.

Foto: Jörg Krauthöfer

Berlin. Abriss oder Denkmal? Im Herbst 2021 soll die Entscheidung darüber fallen, wie es mit ehemaligen Tierversuchslabor der Charité in Lichterfelde, auch Mäusebunker genannt, weitergehen soll. Anfang nächsten Jahres startet die Charité, die die landeseigene Immobilie allein nutzte, ein Wettbewerbsverfahren zur Entwicklung des Campus zur einem neuen Forschungsstandort.

In diesem Rahmen soll auch über die Zukunft des Mäusebunkers an der Krahmerstraße und das Institut für Mikrobiologie am Hindenburgdamm diskutiert werden. „Die Stadtplanung und der Denkmalschutz sind in diesem Verfahren bereits einbezogen und erste belastbare Ergebnisse sollen im III. Quartal 2021 vorliegen“, erklärt Steffen Krach, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung, jetzt auf Anfrage der Abgeordneten Katalin Gennburg (Linke).

Abriss des Mäusebunkers vorläufig ausgesetzt

Das Gebäude des Mäusebunkers ist leergezogen, die Arbeit wird an dem neuen Standort in Buch fortgesetzt. In dem Wettbewerb soll nun geprüft werden, ob eine weitere Nutzung des Mäusebunkers im Rahmen der Campusentwicklung strukturell, inhaltlich und wirtschaftlich sinnvoll und möglich ist, heißt es aus der Senatskanzlei.

Von dem Ergebnis dieser Prüfung hänge es ab, ob die Charité das Gebäude in ihre Planungen einbezieht, den Mäusebunker als ehemalige Forschungseinrichtung für Experimentelle Medizin abgibt oder aber ihren Abbruchantrag weiter verfolgt. Bereits im Herbst 2020 wollte die Charité den Mäusebunker zurückbauen und hatte auch dafür schon die notwendige Abrissanzeige eingereicht. „Der Antrag auf Abbruch des Gebäudes wurde in gemeinsamer Abstimmung zwischen der Charité und dem Landesdenkmalamt ausgesetzt“, erläutert der Staatssekretär in seiner Antwort.

Beispiel für die Nachkriegsmoderne und den Stil des „Brutalismus“

Der Mäusebunker entstand zwischen 1970 und 1980 nach den Plänen von Gerd und Magdalena Hänska. Architekten, Stadtplaner und Universitätsprofessoren wollen das Gebäude als herausragendes architektonisches Beispiel für die Nachkriegsmoderne und den Stil des „Brutalismus“ erhalten und fordern deshalb, es unter Denkmalschutz zu stellen.

Das Landesdenkmalamt hat die Denkmalbedeutung hinsichtlich der geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Bedeutung geprüft und es als denkmalwürdig eingestuft. Es erfolgte aber noch keine Eintragung in die Liste der Baudenkmale nach Paragraf 4 des Berliner Denkmalschutzgesetzes.

„Damit stehen sich zwei öffentliche Interessen gegenüber, die abgewogen und nach Möglichkeit in Einklang gebracht werden müssen“, so Steffen Krach zu den verschiedenen Positionen von Charité und Denkmalschützern. Der Senat stehe mit allen Beteiligten im Austausch. Solange die Debatte und das Wettbewerbsverfahren laufen, sind der Abriss und die Eintragung als Denkmal ausgesetzt.