Lichterfelde

Geflügelpest: Tote Wildgans als Einzelfall eingestuft

Nach dem Fall von Geflügelpest in Lichterfelde, werden keine Schutzmaßnahmen angeordnet. Der Erreger geht nicht auf Menschen über.

In einem Garten in Lichterfelde wurde eine tote Wildgans aufgefunden, bei der Erreger H5N8 nachgewiesen werden konnte.

In einem Garten in Lichterfelde wurde eine tote Wildgans aufgefunden, bei der Erreger H5N8 nachgewiesen werden konnte.

Foto: Soeren Stache / ZB

Berlin.  Nachdem ein erster Fall von Geflügelpest in dieser Saison bei einer toten Wildgans im Bezirk Steglitz-Zehlendorf nachgewiesen wurde, hat das zuständige Veterinär- und Lebensmittelamt des Bezirks geprüft, ob und welche Maßnahmen gegebenenfalls ergriffen werden müssen. Mit dem Ergebnis, dass noch keine Gefahr von dem einzelnen Tier ausgeht.

„In Absprache mit der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz haben die Amtstierärzte der Berliner Bezirke und somit auch die Veterinär- und Lebensmittelaufsicht des Bezirks entschieden, vorerst keine allgemeine Aufstallungspflicht anzuordnen, da es sich bei der gefundenen Wildgans um den ersten und bisher einzigen Fall in Berlin handelt“, sagte Michael Karnetzki (SPD), Bezirksstadtrat für Ordnung und Bürgerdienste.

Die Tatsache, dass die tote Wildgans in Steglitz-Zehlendorf aufgefunden wurde, sei in diesem Zusammenhang nur ein Zufall, aus dem dem Bezirk keine besondere Handlungsnotwendigkeit erwachse. „Vom Fund eines einzelnen Tiers in einem Garten in Lichterfelde geht an sich noch keine Gefahr der Ausbreitung des Erregers aus“, so Karnetzki auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Die geflügelhaltenden Betriebe und Einrichtungen in der Umgebung würden jedoch informiert werden.

Geflügelpest geht nicht auf den Menschen über

Der Erreger H5N8 wurde bei einer toten Wildgans an der Kommandantenstraße nachgewiesen. Der Nachweis erfolgte vom nationalen Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut. Der Erreger H5N8 ist im Gegensatz zu dem als „Vogelgrippe“ bekannten Subtyp H5N1 bislang nicht als auf den Menschen übertragbar in Erscheinung getreten. Das Virus stellt jedoch eine Bedrohung für Hausgeflügelbestände und die Haltungen von Vögeln in Zoologischen Einrichtungen dar.

In den vergangenen Wochen sei das Virus bereits bei mehreren Wildvögeln in Deutschland aufgetreten, heißt es in einer Mitteilung der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz. So wurde der Erreger schon in Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Bayern der Erreger in der aktuellen Saison nachgewiesen. In Berlin trat die Geflügelpest zuletzt im Winter 2016/2017 bei knapp 60 Wildvögeln auf.

Tiere sollen vor Kontakt mit Wildvögeln geschützt werden

Der Bezirk empfiehlt zur Sicherheit folgende Schutzmaßnahmen: Verendete Vögel sollten nicht mit den bloßen Händen berührt werden. Eine Ansteckung kann wirksam ausgeschlossen werden, wenn ein direkter Kontakt unterbleibt. Verendete Wasser- und Greifvögel im Bezirk sind der Veterinär- und Lebensmittelaufsicht Steglitz-Zehlendorf unter der Tel. 90299- 8530 oder per Mail unter vetleb@ba-sz.berlin.de zu melden.

Die Geflügelhalter sollten zudem ihre Tiere vor Kontakt mit Wildvögeln schützen. Die Tiere sollten entweder aufgestallt werden oder im Falle der Volierenhaltung ist diese entsprechend abzudichten. „Dies kann nach oben eine einfache Kunststoffplane sein, die verhindert, dass Einträge von oben hineinfallen“, erläutert Karnetzki. An den Seiten müsse die Maschenweite so klein sein, dass kein Vogel durchschlüpfen könne.

Da der Erreger auch durch nicht erkennbare Spuren an den Schuhen eingetragen wird, sollten die Schuhe vor dem Betreten des Stalles oder der Voliere gewechselt werden. Auch die Hände sollten vor dem Betreten gereinigt und desinfiziert werden. Zudem müssen Futter, Einstreu und alle anderen Gegenstände, die mit dem Geflügel in Berührung kommen, für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden.