Brückenabriss

Breitenbachplatz ohne Brücke: Bürger sammeln Ideen

Während die Machbarkeitsstudie zum Abriss der Brücke läuft, will die Bürgerinitiative schon Ideen zur Gestaltung des Platzes sammeln.

Hinter dem U-Bahneingang verläuft die Autobahnbrücke quer über den Breitenbachplatz.

Hinter dem U-Bahneingang verläuft die Autobahnbrücke quer über den Breitenbachplatz.

Foto: Katrin Lange

Drei Planungsbüros sind derzeit damit beschäftigt, Varianten für den Abriss der Autobahnbrücke am Breitenbachplatz in Steglitz auszuarbeiten. Sie haben bis zum Frühjahr Zeit, um die städtebaulichen und verkehrstechnischen Voraussetzungen zu prüfen.

Der Abriss der Brücke gilt als Präzedenzfall für den „modellhaften Rückbau eines Reliktes der autogerechten Stadt“ – so die Senatsverkehrsverwaltung. Geplant ist, dass das Abgeordnetenhaus noch vor dem Ende der Wahlperiode verbindliche Beschlüsse fasst.

Die Bürgerinitiative Breitenbachplatz will bis dahin nicht untätig sein: Sie ruft alle Anwohner und Interessierten auf, ihnen Ideen zur Zukunft des Platzes mitzuteilen unter der Mail-Adresse info@breitenbachplatz.de.

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Breitenbachplatz: Platzbegehung mit Planungsbüros

„Unter normalen Bedingungen würden in den nächsten Monaten Workshops und Bürgerversammlungen mit bis zu 80 TeilnehmerInnen stattfinden“, erklärt Ulrich Rosenbaum, Sprecher der Initiative Breitenbachplatz. Weil das wegen Corona nicht möglich sei, finde der Meinungsaustausch in erheblich kleinerem Rahmen beziehungsweise digital statt. Eine Platzbegehung mit den Planungsbüros habe bereits stattgefunden.

Bei den gewünschten Ideen und Vorstellungen soll es um die Perspektiven des Platzes ohne Brücke gehen. Dabei stehen laut Rosenbaum verschiedene Frage im Vordergrund: Wie sorgen wir dafür, dass es weniger und nicht mehr Verkehr gibt? Was kann man für Fußgänger und Radfahrer tun? Was geschieht auf den etwa 8000 Quadratmetern Fläche, die nach einem Rückbau der Rampe zur Verfügung stehen? Wie könnte der Platz selbst schöner gestaltet werden?

„Ausdrücklich geht es bei der Machbarkeitsstudie übrigens auch um die Verkehrsberuhigung in den Seitenstraßen, die schon heute gerne als Schleichwege missbraucht werden“, sagt der Vorsitzende des Vereins zur Unterstützung der Initiative Breitenbachplatz.

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Tempo-30-Zonen und neue Wohnungen

Nach der Vorstellung der Machbarkeitsstudie im Frühjahr soll ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt werden. Darin werden die Details geklärt. Der Wettbewerb ist zudem die Grundlage für das Planverfahren.

Um dem Stadtplatz wieder die alte Struktur zu geben, soll er nördlich und nordöstlich der Schildhornstraße wiederhergestellt werden. Geplant ist bereits die ebenerdige Verkehrsführung, die Randbebauung des Stadtplatzes und Tempo-30-Zonen. Auf frei gewordenen Flächen an der Schildhornstraße sollen Wohnungen entstehen. Schon heute wird auf dem Platz Boule gespielt, sofern es das Wetter erlaubt - jeden Mittwoch ab 15 Uhr. Jeder kann kommen und mitmachen.

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