Zehlendorf

Fahrradbügel am Teltower Damm werden umgesetzt

Nach Beschwerden von Händlern und Anwohnern werden die Abstellmöglichkeiten für Räder auf der anderen Straßenseite montiert.

Nur die Fahrradständer vor dem Blumengeschäft bleiben dort installiert, die anderen werden versetzt.

Nur die Fahrradständer vor dem Blumengeschäft bleiben dort installiert, die anderen werden versetzt.

Foto: Katrin Lange

Diese Straße ist ein Phänomen: Sie hat keinen richtigen Namen – während sie im Stadtplan Teltower Damm heißt, wird sie im Sprachgebrauch nur „Kleiner Teltower Damm“ genannt, sie ist schmal, gepflastert und kurz. Und doch macht diese kleine Nebenstraße mehr von sich reden als die Hauptverkehrsstraße, also der echte Teltower Damm.

Zuerst Einbahnstraße, dann Fußgängerzone, die mit einem Blitzer kontrolliert werden musste, weil sich kein Autofahrer daran hielt, dann wieder Einbahnstraße, Marktstraße, Tempo-20-Zone. Bei allen Veränderungen waren auch immer die neuen Fahrradbügel ein Thema, die extra in der Fußgängerzone aufgestellt wurden und dann die Händler und Kunden des Wochenmarktes störten.

Jetzt wird noch einmal umgebaut: Die Fahrradbügel kommen auf die andere Seite.

Fahrradbügel für den Markt eine „Katastrophe“

Maren Schellenberg (Grüne), Bezirksstadträtin für Tiefbau, informierte jüngst den Verkehrsausschuss über die neuen Arbeiten. „Die Bügel wurden sehr gut angenommen, sie sind aber für den Markt eine Katastrophe“, so die Stadträtin. Entweder gebe es eine große Lücke zwischen den Ständen, oder der Markt könne erst ziemlich weit hinten am Postplatz anfangen. Deshalb werde man den Standort noch einmal verschieben.

Allerdings nicht von allen. Die Fahrradbügel vor dem Blumengeschäft bleiben dort installiert. Die anderen Bügel wandern auf die gegenüberliegende Seite und werden auf dem Gehweg vor dem Restaurant und an der Treppe, die vom Teltower Damm kommt, montiert.

„Die Arbeiten sollen in den nächsten Tagen und Wochen umgesetzt werden“, sagte Maren Schellenberg. Der Poller an der Einfahrt des kleinen Abzweigs soll erhalten bleiben, „denn davor haben die Autofahrer Angst und biegen viel langsamer ab“, so die Stadträtin.

Nur ein halbes Jahr Fußgängerzone

Damit ist die Geschichte dieser kleinen unbedeutenden Straße wieder um ein Kapitel reicher. Die neuen Fahrradbügel sollten anfangs die neu eingerichtete Fußgängerzone noch attraktiver machen. Ein halbes Jahr dauerte das Experiment, den Abzweig für Autos zu sperren. Doch die Autofahrer ignorierten das Verkehrszeichen und fuhren trotzdem in die Straße hinein. Das Projekt scheiterte schneller als gedacht.

Seit Januar 2020 ist der Straßenabschnitt nun eine Tempo-20-Zone. Die Fahrradbügel sind geblieben – und behinderten den Wochenmarkt. Auch Anwohner hatten sich darüber aufgeregt, dass die Abstellplätze für Fahrräder zuviel Fläche einnehmen. Gerade in Zeiten von Corona würde es dadurch eng werden auf dem Markt, Abstände könnten nicht eingehalten werden.

Die Eröffnung der ersten Fußgängerzone in Steglitz-Zehlendorf im April 2019 war ein großes Ereignis. Damit sollte die kleine Geschäftsstraße für Fußgänger und Radfahrer sicherer und attraktiver werden. Doch das Gegenteil trat ein. So mussten Fußgänger, die auf der Fahrbahn spazieren gingen, zur Seite springen und Platz für hupende Autofahrer machen.