Gastronomie

Restaurant Englers: Mit Luftreinigern durch die Wintersaison

Burhan Gözüakca vom Englers Restaurant hat ein Belüftungskonzept ausgeklügelt, damit sich jeder Gast so sicher wie möglich fühlen kann.

Burhan Gözüakca, Inhaber vom Englers-Restaurant in Steglitz, mit einem der vier neuen Geräte zur Luftreinigung.

Burhan Gözüakca, Inhaber vom Englers-Restaurant in Steglitz, mit einem der vier neuen Geräte zur Luftreinigung.

Foto: Katrin Lange

Der Blick auf das Handy ist beruhigend: Eine verschwindend geringe Menge an Feinstaub zeigt das Display an. Unter der Zahl steht: Luft drinnen ausgezeichnet. „Die Coronaviren haften sich an den Feinstaub“, doziert Burhan Gözüakca. Deshalb dürfe er einen bestimmten Wert nicht überschreiten. Der Inhaber des Restaurants Englers ist in den vergangenen Wochen ein Experte für Luftreinheit geworden. Das muss er auch. Wie die meisten Gastronomen kämpft auch Burhan Gözüakca ums Überleben. Doch jetzt hat er sich mit seinem Belüftungskonzept gut gewappnet für den Winter und ist bereits ein gefragter Fachmann unter Kollegen geworden.

Belüftung steht auf drei Säulen

Der Restaurantchef hat die Sauberkeit der Luft auf drei Säulen gestellt: Da gibt es zum einen ein leistungsfähiges Lüftungssystem mit permanenter Zufuhr von Frischluft. Dazu können in dem Lokal die Oberlichter geöffnet werden für eine regelmäßige Querlüftung. Neu sind jedoch vier Luftreiniger, die der Inhaber nach einer ausführlichen Recherche angeschafft hat. Es sind sensorgesteuerte Luftreinigungssysteme mit Hepa-13-Filtern. „Hepa-14-Filter werden in Laboren genutzt, wo es absolut keimfrei sein muss“, sagt Burhan Gözüakca.

Die Filter in seinen Geräten würden alle festen und flüssigen Partikel – auch Coronaviren – mit einer Effizienz von mindestens 99,9 Prozent aus der Luft filtern. Vier Stück hat er für insgesamt 1000 Euro angeschafft und in seinem Gastraum verteilt. Über sein Handy kann er sie ansteuern, bedienen und kontrollieren. Er berät jetzt gern andere Kollegen, die ihn anrufen und sich nach seinem Konzept erkundigen. „Ich will ihnen Mut machen, auch etwas zu unternehmen“, sagt der Chef.

Türen können mit dem Unterarm geöffnet werden

Die Belüftung im Gastraum ist nur ein Teil seines Hygiene-Konzeptes. Draußen hat der Restaurantleiter Infrarotstrahler über den 20 Terrassenplätzen angeschafft. Es gebe immer Gäste, die dennoch Angst hätten, sich in Innenräumen aufzuhalten und aus diesem Grund lieber draußen sitzen, sagt Burhan Gözüakca. An den Türklinken hat er einen Aufsatz anbringen lassen, damit sie mit dem Unterarm geöffnet werden können. Dazu mehr Platz zwischen den Tischen, Händedesinfektion und Listen – die üblichen Corona-Schutzmaßnahmen.

Mit Kreativität gegen die Krise

Dass das Hygiene-Konzept funktioniert, ist „existenziell“ für den Restaurantbetreiber. Burhan Gözüakca hat vor einem Jahr das Englers gegenüber vom Botanischen Garten in der Englerallee 42 übernommen und bietet eine deutsch-österreichische Küche mit einem mediterranen Einschlag an. Trotz Kurzarbeit für seine Mitarbeiter und der Soforthilfe, musste sich er sich privat verschulden – im sechsstelligen Bereich, wie er sagt. „Ich musste kreativ werden“, so sein Fazit.

Zwar kann er seinen Gästen nicht mehr die Hand geben und auch nicht die Mäntel abnehmen. „Aber ich kann alles tun, damit sie sich wohl und sicher fühlen“, so der Gastronom. Die Karte hat er beibehalten. Das Wiener Schnitzel, die Spätzle und der Kaiserschmarrn sind nach wie vor die beliebtesten Gerichte. Jetzt steht auch wieder die Ente auf der Karte und ab 11. November beginnt das Gänse-Essen – in gefilterter und frischer Luft.