Bauprojekt

Steglitzer Kreisel soll Fahrrad-Parkhaus bekommen

Der Umbau des Steglitzer Kreisels stagniert. Nun soll er ein Fahrrad-Parkhaus bekommen. Alt-Mieter warten auf Ersatzwohnungen.

Das Gerüst an der Fassade des Steglitzer Kreisels ist immer noch nicht komplett errichtet.

Das Gerüst an der Fassade des Steglitzer Kreisels ist immer noch nicht komplett errichtet.

Foto: Katrin Lange

Berlin. Der Steglitzer Kreisel war in der jüngsten Sitzung der Bezirksverordneten gleich dreimal Thema. Zur Abstimmung kamen zwei Anträge, die mehrheitlich beschlossen wurden. So fordern die Bezirksverordneten den Investor auf, im Sockel des Steglitzer Kreisels ein öffentlich zugängliches Fahrradparkhaus zu integrieren. Zudem soll der Bauherr für bezahlbaren Ersatzwohnraum für die Mieter an der Kuhligkshofstraße sorgen, die ihre Wohnungen im Zuge des Umbaus verlieren werden. Der dritte Punkt war eine kleine Anfrage der Fraktion der Linken, die die Frage stellte: „Wird derzeit auf der Baustelle gearbeitet?“ Die Antwort von Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU): „Nein“.

Sechs Bauleiter und zwei Mitarbeiter sind auf der Baustelle

Wer denn jetzt für die Sicherheit des Gebäudes und der Baustelle zuständig sei, wollte die Linke weiter wissen. Nach Auskunft der Bezirksbürgermeisterin sind sechs Bauleiter und zwei Mitarbeiter vor Ort, die sich um die Planung und die Bauvorbereitung kümmern. Nach der Umschreibung und der Klärung der Eigentumsverhältnisse sollen die Bauarbeiten fortgesetzt werden, so Richter-Kotowski. Wie berichtet, hatte der Kreisel den Besitzer gewechselt und gehört jetzt der Consus Real Estate. Das Immobilienunternehmen ADO Properties hat wiederum die Consus Real Estate erworben.

Sicherer Abstellplatz für hochwertige Fahrräder

Für das Fahrradparkhaus hatte sich zunächst nur die FDP-Fraktion im Bezirk eingesetzt. Sie begründete ihre Forderung damit, dass der Standort als Umsteigebahnhof vom Radverkehr in den öffentlichen Nahverkehr prädestiniert ist. Am Rathaus Steglitz treffen U-Bahn, S-Bahn und verschiedene Buslinien aufeinander. „Durch den Um- und Neubau des kompletten Gebäudekomplexes um den Steglitzer Kreisel, der bislang auch Parkplatzflächen für Kraftfahrzeuge vorgehalten hat, bietet sich jetzt die einmalige Gelegenheit, durch entsprechende Absprachen und Vorgaben einen ausreichend großen, attraktiven, trockenen und sicheren Abstellplatz unter anderem auch für hochwertige Fahrräder einzurichten“, heißt es in der Begründung des Antrags. Der Hermann-Ehlers-Platz sei in seinem Platzangebot begrenzt. Und eine spätere Einrichtung eines solchen Parkhauses nach dem Ende der Arbeiten am Kreisel dürfte schwierig sein.

Etwa 70 Wohnungen werden abgerissen

Weil etwa 70 Wohnungen beim Umbau des Gebäude-Ensembles am Fuß des Steglitzer Kreisels wegfallen, hat zunächst die SPD-Fraktion gefordert, sich um die Zukunft der Altmieter zu kümmern. Bis auf die AfD-Fraktion haben sich alle anderen Fraktionen diesem Antrag angeschlossen. Das Bezirksamt soll sich demzufolge mit „Nachdruck für bezahlbaren Ersatzwohnraum für die dortigen Mieterinnen und Mieter im Bezirk einzusetzen“. Bei dem angespannten Wohnungsmarkt sei es extrem schwierig, für die Bewohner einen angemessenen Ersatz zu finden.