Verkehr

Stammbahn wird nicht vor 2030 in Betrieb gehen

Bei einer Debatte zur Stammbahn legt die Bahn einen Zeitplan vor. Verschiedene Varianten werden geprüft, darunter die Wannseebahn.

Die Streckenführungen der alten Stammbahn aus dem Jahr 1838 und der Wannseebahn parallel zu S-Bahn.

Die Streckenführungen der alten Stammbahn aus dem Jahr 1838 und der Wannseebahn parallel zu S-Bahn.

Foto: Schlippes / bm infografik

Berlin. Einig sind sich alle: Der Südwesten braucht eine neue schnelle Anbindung an die Innenstadt. Aus Kleinmachnow, Stahnsdorf und Teltow pendeln immer mehr Menschen nach Berlin, viele Familien ziehen aber auch wieder ins Umland. Doch wie soll diese neue Verbindung aussehen? Soll dafür die alte Stammbahn aktiviert werden, die an Dreilinden und Düppel vorbeiführt? Oder doch die alte Wannseebahn, deren Gleise neben der S1 noch im Boden liegen?

Das Regionalmanagement Berlin Südwest – eine bezirkliche Einrichtung der Wirtschaftsförderung – hatte dazu zu einer Debatte eingeladen. Noch ist alles offen. „Wir prüfen derzeit, welche Variante die günstigste ist“, sagte Alexander Kaczmarek, DB-Konzernbevollmächtigter für Berlin, der mit auf dem Podium saß. Das Ergebnis könnte nächstes Jahr oder 2022 vorliegen.

Stammbahn: Inbetriebnahme frühestens in zehn Jahren

Kaczmarek ließ keinen Zweifel daran, dass die Bahn die stillgelegte Stammbahnstrecke, die 1838 in Betrieb genommen wurde, favorisiert. Die Strecke sei schneller als die alte Wannseebahn und würde über den Halt in Düppel auch Kleinmachnow anbinden, so der DB-Beauftragte. Sie soll auf dem Abschnitt zwischen Griebnitzsee und Zehlendorf zweigleisig fahren, in etwa 15 Minuten wäre man am Potsdamer Platz.

Allerdings ließ Kaczmarek auch keinen Zweifel daran, dass für Planung, Ausschreibung und den Bau noch mindestens zehn Jahre vergehen würden. „Vielleicht haben wir Anfang der 2030er-Jahre wieder Verkehr auf dieser Strecke“, erklärt er. Christfried Tschepe vom Berliner Fahrgastverband IGEB, der sich auch für die Stammbahn ausspricht, erklärt dazu: „Eine Wiedereröffnung zum 200. Bestehen der Stammbahn im Jahr 2038 ist das absolute Muss.“

Aktionsbündnis will die Wannseebahn reaktivieren

Gegen die Wiederinbetriebnahme der Stammbahn macht sich das Aktionsbündnis „Ressourcen nutzen, Natur schützen“ stark. Der Neubau der alten Strecke wäre „ein Wahnsinn für die Natur und die Naherholung“, sagte Ursula Theiler vom Förderverein Landschaftsschutzgebiet Buschgraben/Bäketal. Grund dafür seien die Trassenbreite, die massiven Brückenbauwerke und die hohen Dämme, die für die Stammbahn gebraucht würden. Zudem könne man nicht noch 15 Jahre lang auf eine neue schnelle Verbindung warten. Sie werde jetzt gebraucht. Über die Gleise der alten Wannseebahn könnten auch Regionalzüge fahren, sagt Theiler.

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