Abriss

Breitenbachplatz: Studie zum Brückenabriss ausgeschrieben

Die Machbarkeitsuntersuchung soll Varianten für eine Umgestaltung des Platzes prüfen. Initiative fordert temporäre Fahrradstreifen.

Die Brücke am Breitenbachplatz soll abgerissen und der Platz wieder neu gestaltet werden.

Die Brücke am Breitenbachplatz soll abgerissen und der Platz wieder neu gestaltet werden.

Foto: Katrin Lange

Berlin. Vor einem Jahr hatte das Abgeordnetenhaus beschlossen, eine Studie zum Abriss der Brücke am Breitenbachplatz in Auftrag zu geben. Jetzt wurde die Verkehrs- und Machbarkeitsuntersuchung endlich ausgeschrieben. Planungsbüros, die Vorschläge für den Umgang mit der Brücke erarbeiten sollen, können ihre Angebote bis zum 28. Mai abgeben. Die Studie soll im Mai oder Juni 2021 fertig sein.

Seit Jahren wird über die Zukunft der Autobahnbrücke, die den Breitenbachplatz zerschneidet, gestritten. Bürgerinitiativen und Bezirkspolitiker von Steglitz-Zehlendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf setzen sich für den Abriss der sanierungsbedürftigen Brücke ein, um den Platz wieder zurückzugewinnen. Der Breitenbachplatz grenzt an die Ortsteile Dahlem und Steglitz sowie an den Ortsteil Wilmersdorf. Er ist geprägt durch einen Ausbau, der dem Leitbild einer autogerechten Stadt entspricht, heißt es in den Ausschreibungsunterlagen der Senatsverwaltung für Verkehr. Wesentliches Merkmal dafür seien die Stadtstraßenbrücken über den Breitenbachplatz, die Teil der ehemaligen Bundesautobahn A104 sind. Jetzt soll der Breitenbachplatz städtebaulich neugestaltet werden, um den Stadtraum für die Menschen attraktiver und lebenswerter zu gestalten. Dazu sollen die Brücken über den Breitenbachplatz zurückgebaut also abgerissen werden.

Wie kann der Verkehr ohne Brücke fließen?

In der Machbarkeitsstudie soll unter anderen untersucht werden, wie der Verkehr künftig ohne Brücke ungehindert fließen kann. „Voraussetzung eines Änderungsverfahrens beziehungsweise Planfeststellungsverfahrens wäre eine verkehrlich funktionierende und bautechnisch umsetzbare Lösung, die noch nicht erarbeitet wurde“, so die Anforderung an die Planungsbüros, die sich um den Auftrag bewerben. So lasse die enge Wohnbebauung und die Nähe zur Schloßstraße auf eine weiterhin hohe Verkehrsdichte schließen. Aufgabe ist es nun, Lösungen für den Verkehr zu finden.

Die Machbarkeitsstudie soll von einer breit angelegten Beteiligung der Öffentlichkeit begleitet werden. Im Anschluss an die Untersuchung wird es einen städtebaulichen Wettbewerb geben, der auf den Ergebnissen aufbaut. Durch den Abriss der Brücken könnte Platz gewonnen werden für dringend benötigten Wohnraum. Zudem würde der Durchgangsverkehrs reduziert werden, die Einrichtung von Tempo 30-Zonen sowie bessere Querungsmöglichkeiten für den Rad- und Fußverkehr sollen dazu beitragen, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen.

Situation für Radfahrer ist nicht mehr tragbar

Bis es soweit ist und die Ergebnisse der Untersuchung vorliegen, schlägt Bürgerinitiative Breitenbachplatz vor, den Breitenbachplatz in das Senatsprogramm für temporäre Fahrradstreifen aufzunehmen. „Die Situation für Radfahrer wie Fußgänger rund um den Platz mit seinen schmalen, nicht rechtsverbindlichen Radstreifen auf dem Bürgersteig ist angesichts des gestiegenen Aufkommens an Radverkehr nicht mehr tragbar“, sagt Ulrich Rosenbaum von der Initiative. Von den zwei Fahrbahnen auf jeder Platzseite könnte je eine für Radstreifen eingerichtet werden. Zugleich würde damit der überfällige Lückenschluss zwischen den Radstreifen auf dem Südwestkorso und der Englerallee hergestellt. Mit der Aufnahme in das Programm temporärer Radwege könnte die beste Lösung erprobt werden.