Verkehr

Radweg versperrt Parkbuchten an der Schloßstraße

Zwischen dem Radweg und der Fahrbahn ist eine durchgezogene Linie - dahinter sind Parkbuchten. Das führt zu Irritationen.

Die weiße Linie am grünen Radweg ist durchgezogen, auf der anderen Seite ist sie noch gestrichelt.

Die weiße Linie am grünen Radweg ist durchgezogen, auf der anderen Seite ist sie noch gestrichelt.

Foto: Katrin Lange

Berlin. Der Radweg an der Schloßstraße ist auf der einen Straßenseite schon fast komplett mit grüner Farbe überzogen. Einige Anwohner freuen sich über die neue Sicherheit auf dem Fahrradschutzstreifen, andere sind verwundert. Denn zwischen der Fahrspur für Autos, Busse und Lkw ist eine durchgezogene Linie.

Auf der anderen Seite, wo der Radweg noch nicht grün ist, ist noch die alte gestrichelte Linie auf der Fahrbahn zu erkennen. Diese ist auch notwendig, weil der Radweg vom Lieferverkehr und zum Erreichen der Parkbuchten überquert werden muss. Eine durchgezogene Linie darf hingegen nicht überfahren werden.

Halten und Parken auf dem grünen Streifen sind verboten

„Rein rechtlich, sind die Liefer- und Parkplätze jetzt nicht erreichbar“, sagt ein Anwohner, der sich an die Berliner Morgenpost gewandt hatte. Er hoffe, dass dort ein Fehler vorliege. Doch dann stelle sich die Frage, wer die Beseitigung bezahle. Doch offenbar liegt kein Fehler vor. „Radfahrstreifen sind durch Zeichen 295 StVO (Breitstrich) abgetrennte Sonderfahrstreifen“, erläutert Bezirksstadträtin Maren Schellenberg (Grüne).

Sie dürften vom Kraftfahrzeugverkehr nicht im Längsverkehr befahren werden, aber zum Ein- und Abbiegen sowie zum Erreichen von Parkständen überquert werden. „Das heißt: Natürlich dürfen Lieferverkehr und Parkende zum Erreichen der Lieferzone beziehungsweise der Parktaschen den Breitstrich in der Schloßstraße überfahren“, so die Bezirksstadträtin. Allerdings sei es verboten, den grünbeschichteten Radfahrstreifen zum Halten und zum Parken zu nutzen.

Steglitz-Zehlendorf ist bekannt für seine besonderen Radwege

Der Südwesten hat in der Vergangenheit immer mal wieder für Schlagzeilen wegen seiner Radwege gesorgt. Berühmt in ganz Deutschland wurde der Zickzack-Radweg in Zehlendorf. Die auch als Tetris- oder Gaga-Radweg bekannte Markierung wurde auf dem Gehweg um die Wurzeln der Bäume herumgezogen, allerdings nicht mit einer geschwungenen, sondern einer eckigen Linie. Nach etwa zwei Wochen wurde die Markierung mit Sandstrahlern entfernt.

Weitere Projekte, wie die Verlegung des Radweges auf die Fahrbahn der Königstraße in Wannsee und auf dem Dahlemer Weg, sorgten wieder für Proteste der Anwohner. Ihrer Ansicht nach, war es völlig unnötig, die Radwege vom Gehweg auf die gefährlichere Fahrbahn zu verlegen. Das Mobilitätsgesetz schreibt das aber künftig so vor. Der Dahlemer Weg, in dem es jetzt einen breiten Radweg mit Pollern gibt, ist mittlerweile ein Modellprojekt des Senats.