Jubiläum

Diamantene Hochzeit: Ein Grund zur Freude in der Krise

Renate und Joachim Liebheim feiern die Diamantene Hochzeit wegen der Coronavirus-Pandemie zu zweit.

Joachim und Renate Liebheim

Joachim und Renate Liebheim

Foto: Privat

Berlin.  Es wird ein glücklicher Moment, wenn Joachim Liebheim am Mittwochvormittag seiner Renate ein Glas Champagner einschenkt, um mit ihr anzustoßen auf ein Jubiläum der besonderen Art: Genau 60 Jahre ist es her, dass sich das Steglitzer Paar das Ja-Wort gab für ein Leben zu zweit. „Zuerst auf dem Standesamt Schmargendorf, anschließend feierlich in der Lindenkirche in Wilmersdorf, meinem ursprünglichen Heimatbezirk“, erinnert sich Joachim Liebheim lächelnd.

Sechs ganze Jahrzehnte – eine beachtliche Zeit. Und was für eine! Während die Welt um sie herum, die zweigeteilte Stadt, in der sie lebten, sich rasant veränderte, blieben Renate und Joachim Liebheim beständig – im Miteinander, in ihrer Steglitzer Wohnung, die sie gleich nach Hochzeit bezogen, beim Lesen ihrer liebgewonnenen Zeitung, die sie ebenfalls 1960 abonnierten und der sie bis heute treu sind: der Berliner Morgenpost.

Ein dreifaches diamantenes Jubiläum also, gelebte Tradition, Kontinuität. Und so bedarf es auch keiner großen Worte, keiner teuren, rauschenden Partys, um Liebe, Wertschätzung, Zusammenhalt zu bekunden: sie sind einfach immer füreinander da.

Wegen Coronavirus muss das Paar zu zwei feiern

„Am Nachmittag werden wir es uns zu zweit bei Kaffee und Renates wunderbarer Torte zu Hause gemütlich machen. Dann sind wir schon glücklich und zufrieden“, freut sich Joachim Liebheim. Auch wenn der Sohn, der „Großes organisiert“ und wegen der aktuellen Pandemie-Situation abgesagt hat, aus Sicherheitsgründen nicht mit seiner Familie vorbeischauen kann.

Zu zweit lässt es sich auch wunderbar in Erinnerungen kramen. An ihre Goldene Hochzeit vor zehn Jahren etwa. „Da haben uns die Kinder mit nach Thailand genommen und uns alles gezeigt, wo sie schon einmal waren. Eine wunderbare Reise“, schwärmt der heute 81 Jahre alte ehemalige Busfahrer und spätere Oberverkehrsmeister, der eigentlich gar nicht so weit reisen muss, um Interessantes und Spannendes zu erzählen – die 34 Jahre bei der BVG, wo auch seine Frau als Sekretärin angestellt war, seien abwechslungsreich genug gewesen.

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Geschichten noch einmal Revue passieren lassen

Wenn die Liebheims heute also die kleinen und großen Geschichten aus ihrem Leben noch einmal Revue passieren lassen und vielleicht auch alte Fotos hervorholen, werden ganz gewiss Erlebnisse aus Insulaner-Zeiten Westberlins dabei sein oder aus Wendezeiten, Erinnerungen an den gemeinsamen Arbeitgeber und Joachim Liebheims Zeit als Busfahrer der Linie zur Pfaueninsel oder der Linie 6 von der Glienicker Brücke bis Wannsee im ehemaligen West-Berlin.

An den inzwischen berühmten und bei Touristen beliebten 100er-Bus vom Zoologischen Garten zum Alex, den er in seiner koordinierenden Funktion als Oberverkehrsmeister mit einrichtete. Oder seine erste Fahrt mit dem Dienstwagen durch das Brandenburger Tor. Was würde sich besser eignen für solch einen Rückblick als ein diamantenes Jubiläum?