Musik an der Schule

"Artus" - Wie ein Musical Schüler zusammenschweißt

Die Musical AG des Gymnasium Steglitz bringt die Sage von König Artus auf die Bühne. Sogar die Songs sind selbst gemacht.

Artus und seine Frau, wie die Musical AG des Gymnasium Steglitz sie sieht.

Artus und seine Frau, wie die Musical AG des Gymnasium Steglitz sie sieht.

Foto: JOHANNES VOGEL

Berlin. Ein Jahr lang haben sie geprobt, die Songs selbst komponiert und die Kostüme selbst geschneidert. Jetzt kommt das Ergebnis auf die Bühne: „Artus - das Musical“, aufgeführt von Schülerinnen und Schülern des Gymnasium Steglitz. Und schon jetzt steht fest: Wer als Zuschauer dabei ist, wird mehr erleben als Musik und Schauspiel. Das Projekt der Musical AG ist ein Beispiel außergewöhnlichen Engagements und Zusammenhalts.

Das Gymnasium Steglitz ist eigentlich ein ganz normales altsprachliches, humanistisches Gymnasium. „Musik spielt an unserer Schule eine große Rolle“, heißt es ergänzend im Schulporträt. Das ist ein wenig untertrieben. Denn an dem Gymnasium an der Heesestraße wird so viel musiziert und gesungen, wie es selbst nicht jeder Schule mit musikalischem Schwerpunkt gelingt.

Es gibt zwei Orchester, drei Chöre, eine Bläsergruppe, eine Streichergruppe, eine Gitarren AG, die Musical AG. Außerdem die Schulband „Pocoyo“, die im Januar bei der Preisverleihung des Berliner Schülerzeitungs-Wettbewerbs im Roten Rathaus 300 Nachwuchsjournalisten begeisterte. Regelmäßig wird zu öffentlichen Aufführungen geladen, etwa zum Advents- oder Sommerkonzert.

Musical AG am Gymnasium Steglitz: Ehemalige und Eltern unterstützen

Im März öffnet sich der Vorhang für die Musical AG. Geleitet wird sie seit 15 Jahren von ehemaligen Schülern. Die Odysee, Ilias und Siegfried kamen bereits zur Aufführung. Für das aktuelle Stück „Artus“ zeichnet Johannes Vogel als Künstlerischer Leiter und Regisseur verantwortlich, mittlerweile Theaterstudent und 21 Jahre alt. „Wir haben aus verschiedenen Artussagen eine Geschichte zusammengeschrieben, in der es vor allem um die Verschwörung gegen Artus geht - unseren Traumkönig, der nur das Beste für sein Volk will“, erzählt er.

Doch nicht nur das Stück ist eigenhändig verfasst. Alle elf Songs sind selbst geschrieben und fürs Orchester arrangiert, die Kostüme wurden extra entworfen und geschneidert, die Kulissen selbst gebaut.

„Die Musical AG wird von Lehrern, anderen Schülern, Eltern und vielen Ehemaligen unterstützt“, so Johannes Vogel. „Sonst könnten wir das gar nicht schaffen.“ Auch für die Licht- und Tontechnik werden natürlich Ehrenamtliche gebraucht.

Geprobt wird in der Freizeit

Bei der Musical AG des Gymnasium Steglitz mitmachen dürfen alle - von der Unter- bis zur Oberstufe. „Es ist immer wieder überraschend, wie schon die Kleinen eine tolle Leistung zeigen“, sagt Vogel. Viel Einsatz gehört aber auch dazu, denn geprobt wird in der Freizeit: ein Jahr lang jeden Sonnabend zwischen 10 und 14 Uhr in wechselnden Besetzungen. In den letzten zwei Wochen vor der Aufführung finden dann die Generalproben statt, und die Aula der Schule wird von der Musical AG komplett in Beschlag genommen.

Bei „Artus“ wirken insgesamt 80 Schülerinnen und Schüler mit: 60 als Sänger und Schauspieler, 20 im Orchester. Vorbereitet haben sich die Kinder und Jugendlichen auch auf einer Musicalfahrt mit intensiven Proben.

„Das Projekt ist spannend und schweißt alle zusammen“, sagt Johannes Vogel. Das Gemeinschaftsgefühl findet er genauso toll wie das künstlerische Ergebnis. „Auch wenn es irre viel Arbeit ist: Es macht Spaß, Teil davon zu sein.“

Die Spielfreude und Begeisterung der jungen Musical-Stars können Angehörige und Freunde, Schüler und Lehrer, aber auch Gäste aus dem Kiez und ganz Berlin in Kürze live erleben:

11., 12., 13. und 14. März., jeweils um 18.30 Uhr in der Aula des Gymnasium Steglitz (Heesestraße 15, 12169 Berlin).
Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 3 Euro. Spenden sind willkommen.