Neue Nutzung

Altes Forsthaus wird zum Waldgesundheitszentrum umgebaut

Therapeuten und Trainer helfen im alten Forsthaus in Wannsee gestressten Berlinen, sich zu erholen.

Das alte Forsthaus in Wannsee steht schon lange leer.

Das alte Forsthaus in Wannsee steht schon lange leer.

Foto: Katrin Lange

Berlin. Wer geht heute noch im Wald spazieren? Waldbaden ist heute angesagt. Um die gesundheitsfördernde Wirkung von Bäumen, guter Luft und Vogelgezwitscher ist ein regelrechter Hype entstanden. „Waldbaden“ ist das Gegenteil von Alltagsstress. In Berlin ist jetzt ein neuer Ort der Wald-Erholung geplant: Im alten Forsthaus am Schuchardtweg in Wannsee wollen die Berliner Forsten ein Waldgesundheitszentrum eröffnen.

Zielgruppe seien Menschen, die infolge chronischer Zivilisationserkrankungen Therapieangebote erhalten, erklärt Staatssekretär Stefan Tidow auf Anfrage der Grünen im Abgeordnetenhaus. „Außerdem sollen Interessierte angesprochen werden, denen es um Natur- und Walderlebnisse im Rahmen der Gesundheitsvorsorge geht“, so Tidow. Im Haupthaus des Anwesens wird es Platz für Aktivitäten mit etwa 20 Teilnehmern geben. Die Nutzung kann aber im Tagesrhythmus wechseln und soll so koordiniert werden, dass ein ruhiger, stressfreier Ablauf sichergestellt ist.

Finanzierung noch nicht gesichert

Noch ist die Finanzierung des Vorhabens nicht gesichert. „Die Maßnahme wäre unter anderen für eine Finanzierung aus dem Sondervermögen Infrastruktur der wachsenden Stadt (Siwa) geeignet“, erklärt der Staatssekretär. Wenn alles optimal laufe, könnte das Waldgesundheitszentrum 2023 fertig sein. Es solle sich mit seinen Nutzungen störungsfrei in die Umgebung einfügen.

Nach den Plänen der Senatsumweltverwaltung werden zertifizierte Waldtherapeuten und Waldachtsamkeitstrainer dort arbeiten und dabei helfen, Stress abzubauen und Körper und Geist wieder in Einklang zu bringen. Sie sollen aber auch die Regeneration nach Krankheiten oder nach Operationen unterstützen.

Forsthaus steht seit zwei Jahren leer

In dem alten Forsthaus wohnte von 1987 bis 2009 der Förster, der für das Revier Wannsee zuständig war. 1200 Hektar Wald umfasste sein Gebiet, von Heckeshorn, Moorlake bis in die Umlandgemeinden Großbeeren und Ludwigsfelde. Als der Revierförster in Rente ging, musste er die Dienstwohnung verlassen. Das Revier wurde neu aufgeteilt und im Süden Dreilinden und im Norden Nikolassee zugeschlagen. Fünf Jahre lang wurde das Anwesen von einer Künstlerinitiative genutzt, die sich in einem Förderprojekt mit dem Thema „Kunst im Wald“ beschäftigt hatte. Seit März 2018 steht das Forsthaus leer.