Umbau

Ferdinandmarkt: Was der Investor dort plant

Investor Harald Huth hat neue Pläne für den Ferdinandmarkt. Was er in seinem Bauantrag vorschlägt, stößt im Bezirk auf Verwunderung.

Seit 100 Jahren bauen die Händler ihre Stände auf dem Ferdinandmarkt am Kranoldplatz auf

Seit 100 Jahren bauen die Händler ihre Stände auf dem Ferdinandmarkt am Kranoldplatz auf

Foto: Katrin Lange

Wo heute noch die Händler zweimal in der Woche ihre Stände aufbauen und viele kleine Geschäfte sind, sollen nach der Vorstellung des neuen Investors drei große Einzelhandelsflächen, unter anderen für einen SB-Markt, entstehen.

Harald Huth, Geschäftsführer der HGHI, hat am Kranoldplatz in Lichterfelde Ost vor zwei Jahren mehrere Häuser gekauft. Darunter ist auch das Gebäudeensemble an der Ferdinandstraße, wo es seit 100 Jahren den Ferdinandmarkt gibt. Für dieses Areal hat Huth jetzt den Bauantrag im Bezirk eingereicht. Der Plan wurde am Dienstag im Stadtplanungsausschuss vorgestellt und fraktionsübergreifend abgelehnt. „Wir sind uns alle einig, dass wir das nicht wollen“, sagt Thorsten Hippe (CDU), Vorsitzender des Ausschusses.

Ein SB-Markt mit 1800 Quadratmetern Fläche

Eigentlich waren sich Investor, Anwohner und Bezirkspolitiker einig, dass die Kleinteiligkeit und die Lebendigkeit des Ortes erhalten bleiben soll. Zwar hatte Harald Huth bereits angekündigt, den Ferdinandmarkt abzuschaffen, um stattdessen neue Ladenflächen zu schaffen. Doch was er nun in seinem Bauantrag vorschlug, stieß dann doch auf große Verwunderung bei den Ausschussmitgliedern.

Die Fläche, die heute KiK, Bio-Company und ein Restaurant nutzen, soll zusammengelegt werden zu einer fast 1800 Quadratmeter großen Einzelhandelsfläche für einen SB-Markt. Die heutige Marktfläche will Huth baulich schließen und eine zweite Etage einziehen. Im Erdgeschoss entstehen so etwa 440 Quadratmeter, die im Bauantrag auch als Einzelhandelsfläche ausgewiesen sind. Darüber könnten Büros einziehen. Eine dritte Fläche mit 660 Quadratmetern würde auf der anderen Seite des Marktes liegen, dort, wo heute noch viele kleine Läden sind.

Pläne noch mit Zentrenkonzept abstimmen

Nach Auskunft von Sabine Lappe, Leiterin des Stadtplanungsamtes, wird in dem Bauantrag die erlaubte Geschossflächenzahl (GFZ) – also die bauliche Ausnutzung des Grundstücks – weit überschritten. Festgesetzt sei ein Nutzungsmaß von 0,6, der neue Eigentümer beanspruche aber einen Wert von 1,8.

Ohnehin müssten die Pläne noch mit dem bezirklichen Zentrenkonzept für den Einzelhandel abgestimmt werden, so Lappe. Für Thorsten Hippe und die anderen Ausschussmitglieder gab es angesichts der Pläne keine Diskussion. „Das ist eine Steigerung von minderhässlich auf hochgradig hässlich“, so Hippe.