Botanischer Garten

Nach "Christmas Garden": Neue Attraktion im Tropenhaus

Mehr als 150.000 Besucher sahen die Lichtershow im Botanischen Garten. Nun wird eine Sound-Installation im Großen Tropenhaus aufgebaut.

Das Große Tropenhaus im Botanischen Garten wurde im Dezember angestrahlt.

Das Große Tropenhaus im Botanischen Garten wurde im Dezember angestrahlt.

Foto: Reto Klar / FUNKE Foto Services

Mehr als 150.000 Besucher haben sich im Dezember und Januar die Lichtershow „Christmas Garden“ im Botanischen Garten angesehen. „Die Resonanz war wirklich überwältigend und die erzielten Besucherzahlen haben unsere Erwartungen noch einmal übertroffen“, sagte Christian Diekmann, Vorstand der DEAG und Geschäftsführer der Christmas Garden Deutschland GmbH, zur Saison 2019/2020.

Zum vierten Mal wurde das Event in Berlin veranstaltet, sieben Wochen konnten die Besucher auf einem zwei Kilometer langen Weg mehr als 30 Lichtinstallationen entdecken. Feststeht: Es wird ein fünftes Mal geben. „Wir freuen uns bereits jetzt auf eine Fortsetzung des Christmas Garden Berlin in der nächsten Saison“, so Diekmann.

Neue Installation im Großen Tropenhaus

Während die kilometerlangen Kabeln sowie Skulpturen und Installationen des Weihnachtsevents noch abgebaut werden, ist die nächste Attraktion schon in Vorbereitung. Vom 24. Januar bis 2. Februar können die Besucher des Botanischen Gartens im Großen Tropenhaus eine neue Sound-Installation erleben. Sie steht unter dem Motto „Natur. Nach Humboldt“. Veranstaltet wird das neue Event vom Botanischen Garten in Kooperation mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Naturerkenntnisse und Naturerleben vereint

Alexander von Humboldt (1769-1859) hat mit seiner Geografie der Pflanzen, die 1807 zusammenfassend in seinem „Naturgemälde der Anden“ dargestellt wird, Wissenschaftsgeschichte geschrieben und Naturerkenntnisse und Naturerleben vereint. Der Botanische Garten stellt jetzt in dem Kooperationsprojekt die Frage, ob ein solcher wissenschaftlicher und ästhetischer Zugang zur Natur 200 Jahre später überhaupt noch möglich ist – und wie er dann aussehene würde.

Reisen der Pflanzen und Menschen

Darauf soll das Kunstprojekt im Großen Tropenhaus eine Antwort geben. Gestaltet wird es von den Künstlerinnen Lucrecia Dalt aus Kolumbien und Maria Thereza Alves, die in Brasilien und den USA lebt. Beide setzen sich in der Klanginstallation mit der Pflanzenwelt des Botanischen Gartens auseinander. Dabei thematisieren sie die Reisen von Pflanzen und Menschen, Pflanzennamen und ihre Herkunft und ihren eigenen ästhetischen Zugang zu Natur.

Mit Kopfhörern entlang der Palmen spazieren

Zehn Tage lang ist die von den Tropen inspirierte 360 Grad-Sound-Installation im Großen Tropenhaus zu erleben. Besucher können sich von 9 bis 19 Uhr kostenfrei Kopfhörer ausleihen und entlang von Palmen, Farnen und Lianen spazieren. Sie lauschen dabei den Geräuschen, Naturklängen, Stimmen und Gesängen der Soundkomposition, die zum Teil mit Mitgliedern der indigenen Gruppe der Guarani aus Brasilien entstanden ist.

Die Bewegung erzeuge individuelle Klänge und schaffe ein faszinierend räumliches „Hörgemälde“, heißt es in einer Mitteilung des Botanischen Gartens. Deutschlandfunk Kultur sendet am 6. März 2020 um 0.05 Uhr eine Radiofassung der Klanginstallation.

„Art meets-Science-Matinee“ zum Abschluss

Zum Abschluss des Sound-Events wird eine Matinee am 2. Februar, 11 Uhr, in den Gewächshäusern veranstaltet. „Art meets Science“ – Künstler und Wissenschaftler werden zusammenkommen und gemeinsam über ihren eigenen Zugang zur Natur und über das von Humboldt geprägte Bild von Natur im Wandel der Zeit diskutieren.

Alle Informationen zu „Natur. Nach Humboldt“ finden Sie unter: www.bgbm.org/natur-nach-humboldt