Umzug

Bezirkspolitiker wollen Alliiertenmuseum in Dahlem behalten

Der Umzug auf den Flughafen Tempelhof ist zwar beschlossen. Jetzt werden aber noch einmal alle Varianten geprüft.

So stellt sich der Direktor des Alliiertenmuseums die Ausstellung im Hangar 7 auf dem Gelände des Flughafens Tempelhof vor

So stellt sich der Direktor des Alliiertenmuseums die Ausstellung im Hangar 7 auf dem Gelände des Flughafens Tempelhof vor

Foto: AlliiertenMuseum / Alliiertenmuseum

Die Pläne für den neuen Standort des Alliiertenmuseums auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof sind gemacht, der Umzug von Dahlem in den Hangar 7 ist seit Jahren beschlossene Sache. Da kommt der Beschluss der Bezirksverordneten von Steglitz-Zehlendorf etwas überraschend: Sie haben sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, dass das Alliiertenmuseum in Dahlem bleiben soll. Der Antrag der CDU wurde mit den Stimmen von CDU, Grünen, FDP und AfD beschlossen.

Authentischer Ort an der Clayallee

„Das Museum ist in Dahlem an der Clayallee an einem authentischen Ort“, sagt Clemens Escher (CDU). Dort sei das Hauptquartier der Amerikaner gewesen, dort gebe es die längste Tradition der deutsch-amerikanischen Freundschaft, die unter anderem lange Jahre mit dem Volksfest gelebt wurde. „Außerdem muss auch etwas jenseits der Mitte in den Außenbezirken stattfinden“, sagt Escher. Mit dem Haus am Waldsee und dem Brücke-Museum bilde das Alliiertenmuseum eine attraktive Einheit für Touristen. Dass die Forderung nach einem Verbleib in Dahlem nicht zu spät komme, hat Escher der Absicht des Bundes entnommen, derzeit Zukunftspläne für beide Standorte – also für Dahlem und Tempelhof – zu entwickeln.

Mehrere Szenarien und Konzepte in der Prüfung

Für die Bezirksverordneten der Grünen ist es eher eine Kostenfrage, die sie gegen den Umzug stimmen lässt. Nach einer Prüfung der Bausubstanz in Tempelhof hatte sich herausgestellt, dass diese doch schlechter als erwartet ist. Deshalb hatte der Bund, dem das Museum unterstellt ist, schon vor einem halben Jahr die Prüfung „mehrere Szenarien und Konzepte“ gefordert. Nicht zuletzt soll damit auch die kostengünstigste Variante ausgelotet werden. „Für die Sanierung des Hangars 7 in Tempelhof steht immer noch kein Geld zur Verfügung“, sagt Bernhard Steinhoff, Fraktionschef der Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung. Und das könne auch noch Jahre dauern, so schnell werde nichts passieren, ist sich Steinhoff sicher. Deshalb wolle er Klarheit in den Prozess bringen. Natürlich sei es wünschenswert, mehr Platz zu haben und dorthin zu gehen, wo die Flieger gelandet sind. Aber Träume könnten auch platzen. „Wenn es so ist, sollten wir unserer Perle hier in Dahlem eine gewisse Stabilität geben“, so der Bezirkspolitiker.

Überragende Bedeutung für die Stadt

Das sehen die Bezirksverordneten der SPD anders. Sie stehen hinter dem Umzug nach Tempelhof und haben gegen den Antrag gestimmt, weil sie die Zukunft des Museums nicht gefährden wollen. „Das Alliiertenmuseum hat eine überragende Bedeutung für die ganze Stadt“, sagt Ellinor Trenczek (SPD), Sprecherin für Bildung und Kultur. Natürlich wolle man auch Steglitz-Zehlendorf als Kulturstandort stärken, aber nicht um jeden Preis. Schließlich sehe auch der Museumsleiter Jürgen Lillteicher an der Clayallee keine Zukunft mehr und verspreche sich viel mehr Besucher in Tempelhof.

Museum der neuen Dimensionen in Tempelhof

Tatsächlich hat Jürgen Lillteicher schon sein Konzept für den neuen Standort vorgelegt. Im Hangar 7 soll die Zeitgeschichte aus dem nationalen und internationalen Blickwinkel erzählt werden. Der Direktor verspricht neue Dimensionen und moderne Standards. Panzer, Flugzeuge, Helikopter, Jeeps, aber auch Spionagetunnel, originale Mauerteile und der Checkpoint Charlie – das alles soll in Tempelhof zu sehen sein. Für Lillteicher gibt es keine Alternative zu einem Umzug. Wenn das Museum am Zehlendorfer Waldrand bliebe, würde es irgendwann ein kleines Stadtteilmuseum von Steglitz-Zehlendorf werden, sagt der Direktor kürzlich im Gespräch mit der Berliner Morgenpost.

Der Mietvertrag ist ausverhandelt

Der Mietvertrag zwischen allen Beteiligten ist seit Ende 2018 ausverhandelt und vom Aufsichtsrat der Tempelhof Projekt GmbH beschlossen. Aber die Abstimmung mit dem Land Berlin und die Prüfung der Varianten, für die die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), zuständig ist, dauert an. Im Jahr 2012 wurde der Umzug des Alliiertenmuseums von der Clayallee in Dahlem auf das Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof beschlossen. Im November 2015 hat der Haushaltsausschuss des Bundestages 27 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Dann wurde der Hangar für die Flüchtlinge gebraucht, das Projekt ruhte. 2018 wurde das Projekt zu einer Baumaßnahme der Bundesregierung unter der Trägerschaft der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Das erforderte eine Neuplanung nach den Vorschriften für Bundesbaumaßnahmen.