Gesundheitsgefahr

Nach Asbestfund sind wieder alle Büros im Rathaus frei

In Zehlendorf sind die Räume laut eines Gutachtens benutzbar, doch der Sanierungsbedarf bleibt hoch.

Nach dem Asbest-Alarm kehrt im Rathaus Zehlendorf am Teltower Damm Alltag ein.

Nach dem Asbest-Alarm kehrt im Rathaus Zehlendorf am Teltower Damm Alltag ein.

Foto: Katrin Lange

Im Rathaus Zehlendorf kann der Verwaltungsbetrieb wieder normal weitergehen. Nach dem Fund von Asbestfasern in einigen Büros, liegt dem Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf jetzt das endgültige Gutachten vor. Es besagt, dass alle Räume zur Nutzung freigegeben werden dürfen. „Das bedeutet, dass alle Kolleginnen und Kollegen auch aus den Bauteilen B und E, die bis heute an anderen Orten ihre Arbeit tätigen mussten, wieder an ihre Arbeitsplätze im Rathaus Zehlendorf zurückkehren können“, heißt es in einer Mitteilung des Bezirksamtes. Unabhängig davon würden die von dem Ingenieurbüro empfohlenen Maßnahmen, wie Detailuntersuchung zur Asbestfaserquelle und die Überprüfung des Reinigungserfolges, umgesetzt.

Einschränkungen für Mitarbeiter und Rathausbesucher

Sowohl Mitarbeiter als auch Rathausbesucher mussten seit dem Bekanntwerden der Asbestfunde Ende November Einschränkungen hinnehmen. So waren die Dienststellen in den Anbauten, die das ursprüngliche Gebäude in den 60er- und 70er-Jahren erweiterten, seit der Bestätigung des Asbest-Fundes Anfang Dezember teilweise nicht an den bekannten Adressen zu finden.

Ohnehin hatten die Untersuchungen laut Bezirksamt nur ergeben, dass es sich um „Kleinstmengen weniger Fasern“ handelte. Zum Teil ließ sich nur eine einzige Asbestfaser in den Fensternischen der Büros sicherstellen. Nach dem Fund hatte man die Reinigung der betroffenen Bereiche durch eine Fachfirma beauftragt. Anschließend sollte eine Raumluftmessung sicherstellen, dass keine Fasern mehr in den Räumen verblieben sind.

„Ich bedanke mich ausdrücklich bei meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren professionellen Umgang mit der schwierigen Situation im Rathaus Zehlendorf“, sagte Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU), nach der Entwarnung durch das Gutachten.

Sanierung soll rund 70 Millionen Euro kosten

Bereits seit etwa zehn Jahren zieht sich die Planung für die Sanierung des Zehlendorfer Rathauses am Teltower Damm hin, die insgesamt rund 70 Millionen Euro kosten soll und vor allem Arbeiten am Keller und der Fassade des 1929 erbauten Gebäudes umfassen wird. Auch in anderen Bezirken bereitet die Sanierung von Dienstgebäuden Sorgen.

Die Arbeiten am Rathauses Schöneberg beispielsweise werden weitere 35 Millionen Euro verschlingen, nachdem bereits 14 Millionen Euro investiert wurden. Wichtige Trakte am Hauptsitz des Bezirksamts Pankow in Prenzlauer Berg sind derzeit sanierungsbedingt sogar komplett geschlossen. Deshalb tagen die Bezirksverordneten im Rathaus Mitte. Und auch hier läuft der Betrieb wegen Bauarbeiten nur eingeschränkt.