Steglitz

700.000 Euro für die Umgestaltung des Hermann-Ehlers-Platzes

Die Summe kommt aus dem Fördertopf für die Infrastruktur der wachsenden Stadt. Ideen der Anwohner sind gefragt.

Besonders einladend sieht der Hermann-Ehlers-Platz in Steglitz nicht gerade aus.

Besonders einladend sieht der Hermann-Ehlers-Platz in Steglitz nicht gerade aus.

Foto: Katrin Lange

Es tut sich endlich etwas am Hermann-Ehlers-Platz in Steglitz: Der wohl unwirtlichste Platz des Bezirks – an dem sich S-Bahn, U-Bahn, Stadtautobahn und viele Buslinien kreuzen und die meisten Passanten nur vorüberhetzen – soll umgebaut und saniert werden. 700.000 Euro stehen dafür nach Auskunft von Bezirksstadträtin Maren Schellenberg (Grüne) aus dem Sondervermögens Infrastruktur der wachsenden Stadt (Siwana) zur Verfügung.

Auf dem Platz soll durch die Sanierung die Aufenthaltsqualität gesteigert werden, heißt es aus dem Büro der Stadträtin. Dabei gehe es unter anderem auch um die Barrierefreiheit. Zuletzt hatte sich der Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin über zu viele Stolperfallen beschwert und den Platz aus diesem Grund als „No-go-Area“ bezeichnet.

Hermann-Ehlers-Platz in Berlin-Steglitz: Anwohner können Ideen äußern

Allerdings: An der Verkehrsführung soll nichts geändert werden, auch der Wochenmarkt wird weiterhin dreimal in der Woche stattfinden. Wann die Umbauarbeiten losgehen, steht noch nicht fest. „Die Maßnahme soll aber im Jahr 2020 mit einer Bürgerveranstaltung begonnen werden“, sagt Maren Schellenberg. Sie wolle die Wünsche der Anwohner erfragen, um sie dann möglicherweise in die Pläne mit einfließen zu lassen.

Erst im März dieses Jahres wurden am Runden Tisch Steglitz-Mitte Ideen für eine neue Gestaltung des Hermann-Ehlers-Platz gesammelt. Hintergrund war ein Beschluss der Bezirksverordneten, mit Anwohnern nach Ideen für eine neue Gestaltung des Platzes zu suchen. Als „unwürdig, gammelig und schmutzig“ wurde der Platz in der Debatte charakterisiert.

Um das Image der Verkehrsinsel zwischen der S-Bahnbrücke und der Schloßstraße zu verbessern, standen am Ende unter anderen mehr Licht, ein neue Pflasterung und Bänke auf der Wunschliste. Alle sprachen sich aber dafür aus, dass die Bäume auf dem Platz erhalten bleiben sollten.

Bürgerstiftung hat für Bänke gesorgt

Neue Bänke konnten schon im April auf dem Hermann-Ehlers-Platz und an der Schloßstraße, Höhe Zimmermannstraße, montiert werden. Allerdings geschah das nicht auf Initiative des Bezirksamtes, sondern der Bürgerstiftung Steglitz-Zehlendorf. Früher standen schon einmal Bänke auf dem Platz. Dann hatten die Bezirksverordneten vor Jahren beschlossen sie abzuschaffen, weil sie vor allem nachts von Obdachlosen und Jugendlichen, die laut Party machten, genutzt wurden.

Aber die Bänke fehlten dann den Besuchern des Wochenmarktes und der Schloßstraße, die sich ausruhen wollten. Daraufhin gab es einen neuen Beschluss der Bezirksverordneten, die wieder Bänke forderten. Mit der Berliner Sparkasse fanden die Mitglieder der Bürgerstiftung einen Kooperationspartner, um das Projekt finanziell zu stemmen.