Verwaltung

Rathaus Zehlendorf: Hunde dürfen mit ins Büro

Im Rathaus Zehlendorf dürfen Hunde künftig mit ins Büro. Die Bezirksverordneten haben beschlossen, ein Pilotprojekt zu starten.

Hunde dürfen ihren künftig ihren Tag mit Herrchen oder Frauchen im Büro im Rathaus Zehlendorf verbringen.

Hunde dürfen ihren künftig ihren Tag mit Herrchen oder Frauchen im Büro im Rathaus Zehlendorf verbringen.

Foto: Markus Scholz / dpa-tmn

Knapp war das Votum und die Fraktionen waren sich auch nicht einig: Aber am Ende hat der Hund gewonnen. Mitarbeiter dürfen künftig ihr Haustier mit ins Büro ins Rathaus Zehlendorf nehmen. Das haben die Bezirksverordneten am Mittwochabend beschlossen. Die Fraktionen der FDP und Linken stimmten dagegen, einige SPD-Verordnete enthielten sich. Aber die schwarz-grüne Zählgemeinschaft setzte sich durch.

Projekt kann auf alle Dienststellen ausgeweitet werden

Jetzt soll ein Pilotprojekt gestartet werden. Zunächst wird das Bezirksamt nachfragen, ob es in der Belegschaft Interesse gibt, Hunde mit zur Arbeit zu nehmen. Ist das das Fall, darf Bello seinen Tag unter dem Schreibtisch verbringen und in der Mittagspause mit Herrchen oder Frauchen eine Runde gehen. Ist das Pilotprojekt unter Festlegung bestimmter Kriterien erfolgreich, soll es auf alle in Frage kommenden Dienststellen ausgeweitet werden.

Arbeitsklima verbessert sich

Den Antrag, Bürohunde im Rathaus Zehlendorf zuzulassen, hatten die Fraktionen von CDU und Grünen gestellt. Sie begründen ihr Anliegen damit, dass es schon an vielen Arbeitsplätzen der willkommene Normalfall sei, die Vierbeiner mitzubringen. Studien hätten nachgewiesen, dass das Arbeitsklima sich verbessert ohne dass die Arbeit selbst darunter leide.

Zudem sei es ein aktiver Beitrag zum Tierschutz. „Natürlich muss dabei auch auf Allergiker und Menschen, die Angst vor Hunden haben Rücksicht genommen werden“, heißt es in dem Antrag. Hunde waren bereits einmal im Rathaus Zehlendorf erlaubt. Dann wurde es durch ein Mitglied des Bezirksamtes verboten.

Bundesverband Bürohund begrüßt die Entscheidung aus Steglitz-Zehlendorf

Begeisterung löste der Beschluss der Steglitz-Zehlendorfer beim Bundesverband Bürohund aus. „Sie haben verstanden, dass durch die Zulassung von Hunden die physische und psychische Gesundheit von Mitarbeitern geschützt wird“, sagte der 1. Vorsitzende Markus Beyer der Berliner Morgenpost. So könnten Studien zufolge Bürohunde etwa das Risiko von Burnouts vermindern, gleichzeitig zu mehr Bewegung führen und Einsamkeit verhindern.

Laut Beyer ist dabei erkennbar, dass Berliner Unternehmen zunehmend Bürohunde erlauben. „Die Anfragen von Arbeitgebern bei uns sind deutlich angestiegen“, sagt Beyer. „Auch öffentliche Arbeitgeber werden endlich wach, tun sich aber schwerer als private Arbeitgeber.“ Vor allem würden dort die Entscheidungsprozesse deutlich länger dauern.

Dass gerade Behörden Bürohunde erlauben, hält Beyer aber für wichtig. Denn der öffentliche Dienst selbst sei kein ausreichendes Argument mehr, sich für diese Stelle zu entscheiden. Auf die Frage, was Menschen bei einem neuen Arbeitgeber wichtig ist, wurden bei einer aktuellen Umfrage des Bundesverbands am häufigsten Home Office, flexible Arbeitszeiten und die Duldung von Hunden genannt.

Die Entscheidung aus Steglitz-Zehlendorf, prognostiziert Beyer, könnte dem Bezirksamt also auch den Vorteil bringen, dass die Suche nach Mitarbeitern einfacher wird.

Hunde in Spandauer und Mittes Rathäusern verboten

Berlinweit, heißt es auf Nachfrage, gibt es keine einheitliche Regelungen für Behörden, ob Hunde mitgebracht werden dürfen oder nicht. Auch die Senatsverwaltungen können das Thema selbst handhaben.

Im Bezirksamt Mitte sind Hunde unerwünscht. Es sei verboten, die Rathäuser Tiergarten, Mitte und Wedding mit Hunden zu betreten, teilt ein Sprecher auf Nachfrage mit. „Im Rahmen der Gleichbehandlung gilt dieses Verbot für Bürger sowie Mitarbeiter.“ Auch in Spandau gibt es ein solches Verbot, mit Ausnahme von Begleithunden, etwa von Blinden.

Für Pankow erklärt ein Pressesprecher, dass es in der Hausordnung keine Vorgaben zu Bürohunden gebe. „Aus der Erfahrung regeln derzeit einige Bereiche das Mitbringen von privaten Tieren“, sagte der Sprecher auf Nachfrage. „Im Falle von Assistenz- oder Blindenhunden ist es selbstverständlich, dass die betroffene Dienstkraft das Tier mitbringt.“

Keinen Anspruch, Hund mitzubringen

Einen Anspruch, ihren Hund oder ihre Katze mit zur Arbeit zu bringen, haben Arbeitnehmer nicht. Darauf weist der Rechtsschutz des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) hin. Es fällt unter das Haus- und Weisungsrecht des Arbeitgebers, Haustiere zu verbieten. Das Mitbringen ist deshalb nur nach Absprache mit dem Chef erlaubt. Wer den Hund ohne Erlaubnis mitbringt, riskiert im schlimmsten Fall eine Abmahnung oder Kündigung.