Leerstand

Geisterhaus am Hindenburgdamm: Eigentümer wird gemahnt

Nachdem das Verwaltungsgericht geurteilt hat, dass ein leerstehendes Haus in Friedenau saniert werden muss, handelt das Amt.

Das Haus am Hindenburgdamm steht seit Jahren leer und verfällt.

Das Haus am Hindenburgdamm steht seit Jahren leer und verfällt.

Foto: Katrin Lange

Seit bald 20 Jahren steht das Wohnhaus am Hindenburgdamm, Ecke Gardeschützenweg leer und verfällt. Einen ähnliches Haus gibt es in Friedenau. In diesem Fall hat das Berliner Verwaltungsgericht kürzlich geurteilt, dass die Hauseigentümerin ihr Mietshaus angesichts der Wohnungsknappheit nicht einfach verfallen lassen darf. Der Aufwand, das Haus wiederherzustellen, sei zumutbar. Grundlage war das Zweckentfremdungsverbot für Wohnraum, das seit 2014 gilt und die Wohnungsknappheit mildern soll. Hat dieses Urteil auch Konsequenzen für das Geisterhaus am Hindenburgdamm?

Eigentümer erhält neue Bescheide

„Wir haben erneut in größerer Runde mit Wohnungsamt, Stadtentwicklungsamt, Wohnungsaufsicht und Rechtsamt zusammengesessen“, sagt der zuständige Bezirksstadtrat Michael Karnetzki (SPD). Es seien Verabredungen getroffen worden hinsichtlich der Vorbereitung neuer Bescheide gegen den Eigentümer. Zu Details könne er sich derzeit noch nicht äußern, da der Eigentümer zuerst die Schreiben erhalten soll.

Weitere Schritte werden besprochen

Grundsätzlich, so der Stadtrat, ergäbe sich durch das neue Urteil für das Haus am Hindenburgdamm kein neuer Sachstand. Die Anwendbarkeit des Zweckentfremdungsverbot-Gesetzes auf dieses Wohngebäude sei überhaupt nicht strittig. Dennoch seien noch nicht alle Rechtsfragen, vor allem im Schnittstellenbereich zwischen Zweckentfremdungsrecht und der Bau- und Wohnungsaufsicht, für das konkrete Verwaltungshandeln geklärt. Das soll aber aus einem Rundschreiben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hervorgehen, das jetzt vorliegt und auf dessen Grundlage die weiteren Schritte besprochen werden.

Eigentümer kündigt immer wieder Arbeiten an

Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf plant, den Eigentümer des Hauses am Hindenburgdamm vorübergehend zu enteignen und das Haus auf seine Kosten über ein Treuhändermodel sanieren zu lassen. Der Eigentümer hatte der Bauaufsicht des Bezirks immer wieder bevorstehende Arbeiten angekündigt. Nach Auskunft des Amtes sei es aber bislang nur bei Ankündigungen ohne Folgen geblieben.

Etwa 100 leere Wohngebäude in Berlin

In Berlin sind mehrere Verfahren wegen sogenannter Geisterhäuser anhängig. In allen Fällen lassen die Besitzer die Immobilien leerstehen und verfallen. Der Mieterverein schätzt, dass es berlinweit etwa 100 Wohngebäude gibt, die ein Fall für den Einsatz eines Treuhänders wären.