Wassertourismus

Stege am Großen Wannsee werden überprüft

Stege dürfen nicht länger als 90 Meter sein. Anlagen von Vereinen sind durch das neue Konzept für Steganlagen nicht bedroht.

Schöner Ausblick: Die Sonne geht über dem Wannsee und hinter einem langem Steg auf.

Schöner Ausblick: Die Sonne geht über dem Wannsee und hinter einem langem Steg auf.

Foto: Paul Zinken / dpa

Vor fünf Monaten hat der Bezirk ein Konzept für Steganlagen in Steglitz-Zehlendorf veröffentlicht. Darin wird unter anderen erklärt, welche Stege zulässig sind. Genehmigt werden müssen sie nach wie vor vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt und vom Umwelt und Naturschutzamt. Aber wer einen Steg bauen will, kann sich anhand des neuen Konzepts vorab über seine Erfolgsaussichten informieren. Kay Ehrhardt und Mathia Specht-Habel, beide Bezirksverordnete der FDP-Fraktion, wollten nun in einer Anfrage an das Bezirksamt wissen, ob alteingesessene Sportvereine ihre Steganlagen verlieren könnten.

Bestehende Vereinssteganlagen bleiben erhalten

In diesem Punkt kann Umweltstadträtin Maren Schellenberg (Grüne) Entwarnung geben. „Es ist nach jetziger Kenntnis keine der bestehenden Vereinssteganlagen durch die Steganlagenkonzeption bedroht“, so Schellenberg. Diese lägen alle an Uferbereichen, an denen der Bau und der Betrieb von Sportstegen unter Auflagen zulässig ist.

Anders sieht es mit Stegen am Großen Wannsee aus. Da wäre zu klären, wie mit Stegen, die die empfohlene Länge von 90 Metern seit Jahrzehnten überschreiten, umgegangen wird. Doch auch in diesen Fällen ist die Stadträtin zuversichtlich. Das werde sich mit Sicherheit im Wege der Einzelfallabwägung zur Zufriedenheit aller lösen lassen, antwortete Schellenberg auf die Frage.

Vereine gewährleisten Zugang zum Wasser

Bei Einzelfallprüfungen wird nach Aussage der Stadträtin immer eine besondere Abwägung zwischen den Interessen der Allgemeinheit und den Eingriffen vorgenommen. So komme in dem Konzept zum Beispiel Wassersportvereinen eine große Bedeutung in Bezug auf das Allgemeinwohl zu. Denn Vereine gewährleisten auch Personen, die selbst nicht über einen privaten Wasserzugang verfügen, den Zugang zu den Gewässern. Zudem sei ein Sportsteg für einen Wassersportverein elementar für seine Existenz. Das werde bei der Abwägung berücksichtigt.

Konzept weist auf Probleme bei Genehmigungen hin

Privatpersonen und Vereine müssen wie bisher einen Antrag auf Verlängerung beziehungsweise Neubau einer Steganlage bei den zuständigen Behörden stellen. Daran hat sich durch das neue Konzept nichts geändert. Antragsteller können sich aber anhand der Steganlagenkonzeption vorab darüber informieren, an welchen Stellen mit Problemen zu rechnen ist.

Ausgearbeitet wurde das Konzept vom Bezirksamt für folgende Gewässer: Untere Havel, Wannsee, Jungfernsee, Glienicker Lake, Griebnitzsee, Griebnitzkanal, Stölpchensee, Pohlesee, Wannsee und Teltowkanal. Auf der Homepage des Umwelt- und Naturschutzamtes kann man die Pläne nachlesen.