Notunterkunft

30 Plätze für Obdachlose stehen jetzt in Wannsee bereit

Am 1. November öffnet die Notunterkunft in der Bergstraße in Wannsee. Betreiber ist der Internationale Bund.

Anfang der Woche wurden die Betten in der neuen Notunterkunft in Wannsee aufgebaut und bezogen.

Anfang der Woche wurden die Betten in der neuen Notunterkunft in Wannsee aufgebaut und bezogen.

Foto: arol Neumann / Carol Neumann

Die Betten sind aufgebaut und bezogen, die Küche ist eingeräumt und der Aufenthaltsraum fertig: Der Internationale Bund Berlin-Brandenburg (IB) eröffnet wie geplant am 1. November die Notunterkunft für 30 Personen in der Bergstraße 4. Es ist das einzige Projekt im Rahmen der Berliner Kältehilfe im Bezirk Steglitz-Zehlendorf.

Um die Unterkunft gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern einzurichten, hatte der Internationale Bund Anfang der Woche seinen Social Day in der neuen Einrichtung veranstaltet. „Etwa 20 Helfer sind gekommen und haben gemeinsam alles eingerichtet“, sagt Claudia Nickel, Leiterin der Notunterkunft.

Sie rechnet damit, dass bereits am Freitagabend die ersten Übernachtungsgäste kommen. So hätte es schon Nachfragen gegeben, wann es losgehe. „Es gibt Stammkunden, die dann tatsächlich bis zum Frühjahr jeden Tag hier übernachten“, sagt Claudia Nickel.

Betreuung durch Sozialarbeiter

Obdachlose Männer und Frauen finden in der Unterkunft bis 31. März 2020 täglich einen warmen Platz zum Schlafen. In der Notübernachtung stehen neben Betten auch Duschen und eine Küche zur Verfügung. Menschen, die hier übernachten, erhalten am Abend eine warme Mahlzeit und morgens ein kleines Frühstück. Betreut werden sie von Sozialarbeitern und ehrenamtlichen Helfern.

Die Unterkunft öffnet täglich von 18.30 Uhr bis 7 Uhr. Menschen, die dort einen Übernachtungsplatz suchen, sollten spätestens um 22 Uhr da sein. Danach sind die Türen geschlossen.

Warme Kleidung und Lebensmittel werden gebraucht

Für die Dauer der Kältehilfe werden warme Kleidung für Männer und Frauen, Seife, Duschgel, Shampoo, Toilettenpapier und Hygieneartikel sowie haltbare Lebensmittel wie Dosensuppen, Kaffee und Tee benötigt. Wer in der Notunterkunft des Internationalen Bundes helfen will, Kleidung oder Lebensmittel spenden möchte, kann sich per E-Mail melden unter kaeltehilfe-berlin@ib.de.

Um die Notunterkunft hat es eine lange Debatte gegeben. Im vergangenem Jahr konnte Steglitz-Zehlendorf keine Schlafplätze für Obdachlose anbieten. Unter anderem hatten die Bezirksverordneten der SPD-Fraktion gefordert, dass sich der Südwesten wieder im Rahmen der Berliner Kältehilfe engagiert.

In Berlin leben schätzungsweise rund 6000 bis 8000 Menschen auf der Straße. Bis Ende des Jahres soll es im Rahmen der Kältehilfe rund 1100 Notübernachtungsplätze in ganz Berlin geben.

Mehr zum Thema: Freiwillige für Obdachlosenzählung gesucht

Baustart für neues Zentrum für Obdachlose am Zoo

Keine gute Zeit für obdachlose Menschen