Kompromiss

Kita kann bis 2023 auf Kirchengelände bleiben

Die Ev. Kirchengemeinde Schönow-Buschgraben verlängert den Vertrag. Kita könnte noch zwei Jahre in den Schulbetrieb integriert werden.

Pfarrerin Katharina Loh vor dem Gebäude in der Pfarrstraße 26. Im Erdgeschoss ist die Kita mit 19 Kindern.

Pfarrerin Katharina Loh vor dem Gebäude in der Pfarrstraße 26. Im Erdgeschoss ist die Kita mit 19 Kindern.

Foto: Katrin Lange

Berlin. Seit 50 Jahren gibt es das Kinderhaus Schönow auf dem Gelände der Evangelischen Kirchengemeinde Schönow-Buschgraben an der Pfarrstraße 26. Die 1969 gegründete Elterninitiative gehört heute zu den ältesten Kinderläden Berlins, 19 Kinder werden betreut. Doch mitten im Jubiläumsjahr wurde der Mietvertrag der Kita von der Kirchengemeinde gekündigt, weil der Platz gebraucht wird. Bis zum 31. Juli 2020 sollte das Kinderhaus die Räume verlassen. Das ist jetzt vom Tisch.

Neue Evangelische Schule nutzt das Gelände

„Wir haben dem Kinderhaus Schönow einen Kündigungsaufschub über ein Jahr bis zum Sommer 2021 gewährt“, sagt Pfarrerin Katharina Loh. Anschließend sei geplant, das gesamte Gelände für die Dauer von zwei Jahren zu verpachten. Der Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf, der an der Ludwigsfelder Straße 30 eine neue Grundschule baut, wird an der Pfarrstraße mit dem Schulbetrieb zwischenzeitlich starten, bis der Haus an der Ludwigsfelder Straße fertig ist. Der Schulträger hat bereits den Willen bekundet, einen Parallelbetrieb mit dem Kinderhaus anzustreben. „Wenn das Kinderhaus dies wünscht, dann hat es noch bis zum Sommer 2023 die Möglichkeit, auf dem Grundstück zu bleiben“, sagt die Pfarrerin. Das bedeutet: Der Verein Kinderhaus hätte dann insgesamt vier Jahre Vorlauf für die Suche nach einer neuen Heimat.

Begründung der Kirche: Wirtschaftliche Zwänge

Auch eine Kirchengemeinde unterliege wirtschaftlichen Zwängen. So begründet Katharina Loh die Veränderungen auf dem Grundstück der Kirche. „2023 hoffen wir, das Gelände langfristig in gute Hände zu geben“, sagt die Pfarrerin. Noch sei aber nichts konkret geplant. Vielleicht gebe es eine neue Sozialraumidee für den Ort, die sogar mit der Kita denkbar wäre. „All das werden wir in den kommenden Jahren prüfen“, sagt Katharina Loh. Erst einmal gilt aber, dass spätestens 2023 das Mietverhältnis des „Kinderhaus Schönow“ endet.

Letzte Genehmigungen stehen noch aus

Für die evangelische Grundschule und das Kinderhaus stehen noch die letzten Genehmigungen aus. Dann muss noch ein Vertrag zwischen Schule und Gemeinde und – sofern das Kinderhaus neben der Schule noch zwei Jahre bleiben möchte – auch dafür eine rechtlichen Regelungen geschaffen werden. Im Sommer 2021 will die Schule mit zwei ersten Klassen starten. Abgesehen von diesem Gelände plant die Kirchengemeinde Schönow-Buschgraben mit Fachleuten weiter ein barrierefreies Gemeindehaus und eine Pfarrdienstwohnung.