Straßenbeleuchtung

LED-Ersatz für Gaslaterne: Leuchtenstreit in Lichterfelde

Der LED-Ersatz sorgt derzeit für Unmut unter Anwohnern. Nur ein Provisorium und kein Vorbild für weitere Umrüstungen, sagt der Senat

Berliner Gaslaterne

Berliner Gaslaterne

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE FotoServices

Berlin. Sie ist ein echter Hingucker, die neue Laterne an der Prausestraße in Lichterfelde: Auf einem langen dünnen Metallmast sitzt ein großer kreisrunder Aufsatz, der mit hellem LED-Licht die Gegend großräumig ausleuchtet. Von einem Licht-Ufo ist da schon mal die Rede, dass in der Wohngegend gelandet sei. Viele Anwohner sind empört darüber, erst recht, seitdem das Gerücht die Runde macht, dass alle an der Straße aufgestellten Gaslaternen durch dieses wenig zum Viertel passende Modell ersetzt werden sollen. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.

In der Tat tauscht die Stromnetz Berlin GmbH seit einiger Zeit historische Kandelaber durch moderne LED-Leuchten aus. Die Vattenfall-Tochter betreut im Auftrag des Senats die gesamte öffentliche Beleuchtung, wozu auch die rund 225.000 Straßenlaternen gehören. Bereits vor etlichen Jahren hatte die Landesregierung die Entscheidung getroffen, die damals noch knapp 45.000 Gaslaternen in Stadt schrittweise durch elektrisches Licht zu ersetzen.

Damit soll der Ausstoß von klimaschädlichen Gasen gesenkt werden, vor allem aber die Energie- und Wartungskosten reduziert werden. Laut Verwaltung kostet eine Gaslaterne pro Jahr zwischen 460 und 823 Euro, ein elektrifizierter Standort dagegen weniger als 50 Euro. Nur rund 3300 Gaslaternen in städtebaulich relevanten Flächendenkmalen sollen erhalten bleiben. dazu zählt etwa der Rüdesheimer Platz in Wilmersdorf oder der Bahnhofsvorplatz in Lichterfelde Ost.

194.000 Straßenleuchten werden in Berlin inzwischen mit Strom betrieben

Laut der zuständigen Senatsumweltverwaltung werden inzwischen 194.000 Straßenleuchten mit Strom und nur noch 30.000 mit Erdgas betrieben (Stand Ende 2018). Seit 2016 werden zudem nur noch Leuchten mit der besonders sparsamen LED-Technik beschafft. Wie jedoch die neue Beleuchtung an der Prausestraße einmal aussehen soll, sei noch nicht entschieden.

„Die kritisierte Leuchte ist nur ein Provisorium. In der Straße musste eine bereits seit längerer Zeit defekte Gaslaterne ersetzt werden“, sagte Derk Ehlert, Sprecher der Senatsumweltverwaltung, der Morgenpost. Aus Kostengründen habe man auf das Modell Townguide zurückgegriffen. Hersteller Philips lobt auf seiner Webseite die einfache Installation und die geringen Betriebskosten. Das Modell sei für Berlin auch nicht völlig neu, so Ehlert, sondern stehe bereits an rund 400 anderen Standorten. In den allermeisten Fällen gleichfalls nicht als Dauerlösung.