Schulweg

„Tausendfüßler-Projekt“: Kinder gehen gemeinsam zur Schule

In Dahlem gibt es die erste Haltestelle, an der sich Kinder treffen und zur Schule laufen. Es sollen weitere Haltestellen entstehen.

Erster Treffpunkt für Maxi, Liese und Nastia (v.l.).

Erster Treffpunkt für Maxi, Liese und Nastia (v.l.).

Foto: Katrin Lange

Steglitz-Zehlendorf.  Schluss mit den Elterntaxis und dem morgend­lichen Chaos vor der Schule. Das haben sich die Eltern, Lehrer und Kinder der Erich-Kästner-Grundschule in Dahlem gesagt und als Erste in Berlin das Tausendfüßler-Projekt umgesetzt.

Das ist schnell erklärt: Die Kinder treffen sich zu einer bestimmten Zeit an den Tausendfüßler-Haltestellen und laufen dann gemeinsam zur Schule. An der Flanaganstraße wurde jetzt die erste Haltestelle eröffnet. Von dort sind es noch etwas mehr als 500 Meter bis zur Grundschule am Bachstelzenweg.

Ein Weg, auf den sich Maxi, Liese und Nastia künftig freuen. Für sie ist es beschlossene Sache, mit ihren Freundinnen zur Schule zu laufen und die Zeit zum Austausch von Neuigkeiten zu nutzen. Verlaufen können sie sich nicht. Sie müssen nur der Spur der kleinen gelben Füße folgen, die auf dem Weg aufgesprüht worden sind.

Vier weitere Tausendfüßler-Haltestellen sollen entstehen

Die zeigen ihnen nicht nur an, wo es nach rechts oder links geht sondern auch, wo sie stehenbleiben müssen. Zum Beispiel an einer Ampel. Vier weitere Tausendfüßler-Haltestellen sollen in den nächsten Tagen rund um die Erich-Kästner-Schule entstehen. Zu erkennen sind die an dem gelben großen Buchstaben H in einem roten Kreis auf dem Fußweg. In den ersten Wochen wird noch ein Erwachsener zur Sicherheit mitlaufen. Die zweite Schule, die beim Tausendfüßler-Konzept mitmacht, steht schon fest. Es ist die Schweitzerhof-Schule in Zehlendorf.

„Kinder in einer Tausendfüßler-Gruppe sind besser zu sehen, von Fremden nicht ansprechbar, und sie bewegen sich schon vor dem Unterricht“, sagt ­Ulrike Kipf, Vorsitzende des Bezirkselternausschusses. Sie hat das Konzept mit den Eltern der Schüler, Lehrern, der Polizei und dem Bezirksamt ausgearbeitet und hofft jetzt vor allem eins: dass sich der Verkehr vor der Schule reduziert. Wichtig sei auch, so Kipf, dass die Eltern Vertrauen fassen und ihre Kinder unterstützen. Bei der Eröffnung der Tausendfüßler-Haltestelle waren bereits Elternvertreter aus Pankow dabei, die sich für das Pilotprojekt interessierten.