Stadtentwicklung

Fußgängerzone am S-Bahnhof Zehlendorf wird Tempo-20-Zone

Es war ein Vorzeigemodell, aber die Autofahrer haben das Verbot ignoriert. Nun wird der „Kleine Teltower Damm“ wieder für Fahrzeuge freigegeben

Im April dieses Jahres wurde die neue Fußgängerzone, die zur Martin-Buber-Straße führt, eröffnet. Jetzt werden die Schilder wieder abmontiert.

Im April dieses Jahres wurde die neue Fußgängerzone, die zur Martin-Buber-Straße führt, eröffnet. Jetzt werden die Schilder wieder abmontiert.

Foto: Katrin Lange

Erst vor einem halben Jahr wurde die neue Fußgängerzone am S-Bahnhof Zehlendorf eröffnet. Der sogenannte „kleine Teltower Damm“ – ein Abzweig des Teltower Damms, der zur Martin-Buber-Straße und zum Platz vor der alten Post führt – war seit April für Autofahrer gesperrt. Jetzt ist diese Fußgängerzone schon wieder Geschichte. „Es hat nicht funktioniert“, sagt die zuständige Bezirksstadträtin Maren Schellenberg (Grüne). Die Situation sei eher gefährlicher geworden, da die Fahrzeuge auch auf den Teltower Damm abbiegen und damit Rad- und Fußverkehr noch mehr gefährden. Die kleine Straße soll nun eine Tempo-20-Zone werden.

„Kleiner Teltower Damm“ - Autofahrer missachten Fußgängerzone

Eigentlich sollte die Fußgängerzone die Ecke am Teltower Damm und die Einmündung, die viele Schüler auf dem Weg zum Droste-Hülshoff-Gymnasium nutzen, sicherer machen. Doch das Gegenteil war der Fall. „Die Autofahrer haben sich nicht daran gehalten“, so Maren Schellenberg. Daran hätte auch ein temporär aufgestellter Blitzer nichts ändern können.

Nach mehreren Gesprächen mit den Einzelhändlern und Rücksprache mit der Polizei, der Straßenverkehrsbehörde und dem Ordnungsamt sei nun die Entscheidung getroffen worden, die Fußgängerzone wieder aufzuheben. „Wir haben unser Ziel, das insbesondere die Erhöhung der Verkehrssicherheit im Blick hatte, mit dem Mittel Fußgängerzone nicht erreicht – aber die Lage unter anderem für die Einzelhändler verschlechtert“, sagt die Stadträtin. So hätten Kunden mit ihren Autos nicht mehr kurz vor den Läden halten können. Die Aufenthaltsqualität habe sich zudem nicht erhöht. Daher müsse die Verwaltung die Konsequenzen ziehen.

Kleiner Teltower Damm bekommt Poller und Tempo 20

Künftig soll nicht nur Tempo 20 für eine Verkehrsberuhigung sorgen. „Es ist auch vorgesehen, das Abbiegen in den kleinen Teltower Damm durch Poller weiter zu verlangsamen“, sagt die Stadträtin. Wie genau – das werde noch geprüft. Außerdem ist geplant, mehr Fahrradständer aufzustellen.

Maren Schellenberg setzt jetzt alle Hoffnungen auf die Umgestaltung des Postplatzes. Das soll im Zusammenhang mit einem neuen Zugang zum S-Bahnhof Zehlendorf geschehen. Eine Zeitschiene gibt es dafür allerdings noch nicht. „Wenn man ehrlich ist, eignet sich der kleine Teltower Damm allein – also ohne Einbeziehung des Postplatzes – nicht als Fußgängerzone mit Verweilcharakter“ so Schellenberg. Der kleine Straßenabschnitt müsste deshalb in die Pläne für die Neugestaltung des Platzes einbezogen werden.

Autofahrer ignorierten Fußgängerzone, um dort zu parken

Ob die zweite geplante Fußgängerzone vor dem Standesamt kommt, ist unklar. Auch diese kleine parallel zum Teltower Damm verlaufende Straße hat nicht gerade die Qualität, eine echte Fußgängerzone zu werden. Es gibt dort weder Cafés noch Läden. „Vorgesehen ist aber, die Straßenführung zu ändern, um so den Verkehr zu beruhigen“, stellt die Stadträtin klar.

Dass es ein Problem mit der Fußgängerzone am kleinen Teltower Damm geben wird, war schon nach zwei Monaten absehbar. Zu diesem Zeitpunkt wurde dort für drei Tage ein Blitzer aufgestellt – eigentlich für eine Fußgängerzone ein ungewöhnliches Vorgehen. Doch die Autofahrer ignorierten die Schilder einfach und fuhren nach wie vor durch die Straße, vor allem um ihre Fahrzeuge dort zu parken. Teilweise blitzte es im Sekundentakt.

Die Verwunderung und der Ärger der Autofahrer war groß. Aber noch größer war der Ärger der Passanten, die die Fußgängerzone nutzten und von Autofahrern angehupt wurden, weil sie auf der Straße liefen. Anwohner hatten sich bereits auf dem zuständigen Polizeiabschnitt über die Situation in der Straße beschwert.