Laternen

“Nicht sicher“: Gasleuchten am Wannseebadweg abgeschaltet

Seit hundert Jahren gibt es die Lampen im Wannseebadweg. Nun werden sie abgeschaltet. Das ist der Grund.

Das Leuchten der Gaslaternen – so wie hier im Tiergarten –  ist am Wannseebadweg Vergangenheit. Mittlerweile ist es dort stockdunkel.

Das Leuchten der Gaslaternen – so wie hier im Tiergarten – ist am Wannseebadweg Vergangenheit. Mittlerweile ist es dort stockdunkel.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Fast 50 Gaslaternen leuchteten bis vor kurzem den Weg zum Strandbad Wannsee, zum Restaurant Wannseeterrassen, zu Segelklubs und Anglervereinen sowie zur Insel Schwanenwerder. Jetzt sind alle Laternen am Wannseebadweg abgebaut. Seitdem ist die Straße, die durch den Wald führt, stockdunkel. Viele wundern sich.

Auf ein Wildschwein, das die Fahrbahn überquert, werden Autofahrer erst aufmerksam, wenn es im Lichtkegel der Scheinwerfer ist. „Ohne Beleuchtung – das ist eine Situation, die auch aus Sicherheitsgründen nun wahrlich nicht optimal ist“, berichtet ein Anwohner der Berliner Morgenpost.

Gaslaternen seit 100 Jahren am Wannseebadweg

Seit hundert Jahren gibt es die Lampen im Wannseebadweg. Anwohner hatten die Arbeiter befragt, warum sie jetzt abgebaut werden müssen. Die Antwort: Man habe festgestellt, dass die Gaslaternen bei Waldbränden eine zusätzliche Gefahr darstellen, sozusagen wie Brandbeschleuniger wirken. „Jetzt auf einmal?“, fragen sich die Bewohner. 100 Jahre hätte man es nicht so gesehen.

TÜV-Prüfung vor einigen Wochen

Die Gaslampen werden von der Stromnetz Berlin im Auftrag der Senatsverwaltung für Umwelt betrieben. Sprecher Derk Ehlert hatte bereits davon gehört, dass es im Wannseebadweg jetzt recht dunkel ist. Alle Lampen seien funktionstüchtige gewesen, sagt Ehlert. Aber vor einigen Wochen hätte es eine Überprüfung durch den TÜV gegeben.

„Dabei wurden sie als nicht sicher eingestuft“, erläutert der Sprecher. Die Auflage war, sie im Wald abzustellen. Betroffen davon sind nicht nur die Laternen im Wannseebadweg – vom Kronprinzessinnenweg bis zur Brücke von Schwanenwerder – sondern auch auf einem Teil der Havelchaussee.

Es beseht erhöhte Waldbrandgefahr

Der Hintergrund ist tatsächlich die Waldbrandgefahr. „Glücklicherweise ist noch nichts passiert“, sagt Ehlert. Jetzt aber, wo man von der Gefahr wisse, dass die Bäume Feuer fangen könnten, musste sofort gehandelt werden. „Bei den zunehmenden Waldbränden können wir es nicht verantworten“, so der Umwelt-Experte.

Die Lampen sollen zunächst auch nicht ersetzt werden, weil Gasleuchten berlinweit auf LED umgestellt werden. „Im Augenblick ist auch kein Provisorium geplant“, so Ehlert. Im November oder Dezember werde die neue Marschroute festgelegt. Dann falle auch die Entscheidung darüber, wie es am Wannseebadweg weitergeht.

Schwanenwerder behält die Gasleuchten

Die gute Nachricht ist: Die Insel Schwanenwerder soll ihre Gaslaternen behalten, weil die Wohnbebauung nicht ohne Straßenbeleuchtung auskommt. Die Inselbeleuchtung gehört dort zudem zum Landschaftsbild.