Sanierung

Bezirk gibt Sanierungspläne für Schadow-Gymnasium zu spät ab

Die Gesamtelternvertretung (GEV) fürchtet nun, dass sich die Arbeiten an der maroden Schule weiter verzögern könnten.

Das Schadow-Gymnasium in Zehlendorf muss dringend saniert werden.

Das Schadow-Gymnasium in Zehlendorf muss dringend saniert werden.

Foto: Foto: imago

Das Schadow-Gymnasium an der Zehlendorfer Beuckestraße gehört zu den marodesten Schulen in Berlin. Geschätzter Sanierungsbedarf: 20 Millionen Euro. Immerhin geht es jetzt voran.

Nachdem die Bildungsverwaltung ein Musterraumprogramm veröffentlicht hat, konnten Lehrer, Schüler und Eltern gemeinsam mit den Architekten und der Howoge als Bauträger eine Bedarfsplanung für die Sanierung erstellen.

Schule reicht Pläne fristgerecht ein

Die Pläne wurden nach Auskunft der Gesamtelternvertretung (GEV) fristgerecht am 27. Juni im Bezirksamt abgegeben. „Bis zum 17. Juli hätte der Bezirksstadtrat Frank Mückisch die Unterlagen an die Senatsbildungsverwaltung weiterleiten müssen“, sagt Inga Hoffmann vom Vorstand der GEV. Diese Frist sei aber mehr als zwei Monate überschritten worden.

Am Freitag vergangener Woche war es dann endlich soweit: Die GEV wurde darüber informiert, dass die Pläne bei der Senatsbildungsverwaltung eingegangen sind. „Wir haben mehrfach im Bezirksamt nachgefragt, aber keinerlei Auskunft bekommen, warum die Unterlagen nicht pünktlich abgegeben wurden“, sagt Inga Hoffmann. 2000 Eltern der Schadow-Gymnasiums seien empört und besorgt über die Folgen der Planungsverzögerung.

Bezirk spricht von großem Prüfumfang

Bildungsstadtrat Frank Mückisch (CDU) bestätigt, dass die Unterlagen später abgegeben wurden. „Das hängt damit zusammen, dass die Prüfung sehr aufwändig war“, sagt Mückisch. Dazu wäre gerade Urlaubszeit gewesen, aufgrund von Erkrankungen habe es auch noch weitere Ausfälle gegeben. „Wir gehen aber davon aus, dass die verspätete Weiterleitung keine Auswirkungen auf den Start oder die Dauer der Sanierungsarbeiten haben wird“, so der Stadtrat.

Auswirkungen noch nicht absehbar

Weder die Wohnungsbaugesellschaft Howoge noch die Senatsbildungsverwaltung können sich momentan zu den Auswirkungen der verspäteten Abgabe äußern. Die Planung des Bezirks bezüglich des Schadow-Gymnasiums sei vor kurzer Zeit eingegangen, bestätigt Martin Klesmann, Sprecher der Senatsbildungsverwaltung. „Erst nach dem Ergebnis der Bearbeitung können belastbare Aussagen darüber getätigt werden, welche Folgen die Einsendung zu diesem Zeitpunkt haben könnte“. so Klesmann.

Howoge erstellt jetzt eine konkrete Planung

Die vom Bezirk eingereichten Unterlagen beinhalten eine Bestandsaufnahme der Sanierungsarbeiten, die die Schulgemeinschaft erstellt hat. „Auf dieser Grundlage wird nun, in Abstimmung mit dem Bezirk und der Schule, ein Sanierungskonzept mit einer konkreteren Planung erstellt“, sagt Annemarie Rosenfeld, stellvertretende Sprecherin der Howoge.

Erst mit dem Abschluss des Sanierungskonzeptes könnten verlässliche Aussagen zum Umfang der Sanierungsarbeiten, zu Terminen und Kosten gemacht werden.

Der Sanierungsbedarf der Schule von 20 Millionen wurde in einem berlinweit einheitlichem Gebäudescan festgestellt. Sanierungen von mehr als zehn Millionen Euro werden nicht vom Bezirk, sondern in diesem Fall von der Wohnungsbaugesellschaft Howoge durchgeführt werden.