Zehlendorf

Leerstand könnte Ende haben: „Viele Interessenten für Villa“

Das Haus in der Schmarjestraße muss wieder für einen sozialen Zweck genutzt werden. Bewerber soll es genug geben, sagt der Bezirk.

Die Villa in der Zehlendorfer Schmarjestraße steht sieben Jahren leer.

Die Villa in der Zehlendorfer Schmarjestraße steht sieben Jahren leer.

Foto: Katrin Lange

Der jahrelange Leerstand der Villa in der Schmarjestraße 14 in Zehlendorf könnte schon bald beendet sein: „Es haben sich zahlreiche Interessenten für eine Nutzung des Grundstücks gemeldet“, erklärte Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) auf Anfrage in der Bezirksverordnetenversammlung.

Aus diesem Grund bereite sie jetzt ein Interessenbekundungsverfahren vor. Sie sei zuversichtlich, das Haus einer passenden Nutzung zuführen zu können. Allerdings verfüge der Bezirk Steglitz-Zehlendorf nicht über die finanziellen Mittel, um das denkmalgeschützte Haus zu sanieren.

Gericht hatte Hausverkauf verboten

Damit kommt Bewegung in die seit Jahren festgefahrene Geschichte der Villa, die der Bezirk geerbt hat: Zum Schluss wollte der Bezirk sie verkaufen, was das Landgericht in einer einstweiligen Verfügung verboten hatte. Schließlich hatte sich die Senatsverwaltung für Finanzen eingeschaltet. Sie wollte sich um einen neuen Betreiber kümmern. Hintergrund ist ein Testament, in dem verfügt wird, dass die Villa für soziale Zwecke genutzt werden muss.

Kita nutzte die Villa bis 2012

Bis 2012 war eine Kita in dem Haus. Die Einrichtung musste die Villa verlassen, weil der Bezirk den Mietvertrag nicht mehr verlängert hatte. Seitdem steht das Gebäude leer. Die Haus gehörte einem Ehepaar, das beide Söhne im Krieg verloren hatte. Die Eigentümer haben es daraufhin dem Bezirk übertragen, mit Auflage, ein Altenheim für Musiker daraus zu machen.

Das jedoch ging aus baurechtlichen Gründen nicht. Kurz vor ihrem Tod unterschrieb die Witwe deshalb einen Mietvertrag für einen Kindergarten. Rechtsanwalt Roland Krause, der mit der Eigentümerfamilie bekannt war und das Verkaufsverbot vor dem Landgericht erwirkt hat, kennt die konkreten Vorstellungen des Ehepaars. Für sie sei es entscheidend gewesen, dass die Villa für soziale Zwecke genutzt werde, hatte Krause kürzlich erklärt.

Nutzer im Sinne des Testaments

Doch die Erfüllung dieses Vermächtnisses wollte dem Bezirk offenbar über Jahre nicht gelingen. Die Suche nach einem neuen Betreiber oder Nutzer im Sinne des Testaments sei erfolglos geblieben, erklärte die Bezirksbürgermeisterin noch am Anfang des Jahres. Jetzt hat sich die Situation offenbar geändert, so dass der Bezirk sogar die Wahl hat zwischen mehreren Bewerbern.