Stadtentwicklung

Bürgerinitiative fordert Konzept für Zehlendorfs Mitte

Für die Entwicklung der Dorfaue soll es einen Stadtentwicklungsplan geben. Mehr als 1000 Unterschriften wurden dafür schon abgegeben.

Der Dorfanger Zehlendorf mit der Alte Schule, heute Sitz des Heimatmuseums und der Dorfkirche im Hintergrund

Der Dorfanger Zehlendorf mit der Alte Schule, heute Sitz des Heimatmuseums und der Dorfkirche im Hintergrund

Foto: Katrin Lange

Der erste Schritt ist getan: Christian Küttner von der Bürgerinitiative Zehlendorf hat am Mittwoch mehr als 1100 Unterschriften für einen Einwohnerantrag zur Entwicklung der Dorfaue an die Bezirksverordneten übergeben. In dem Antrag wird das Bezirksamt aufgefordert, ein integriertes Stadtentwicklungskonzept für Zehlendorf-Mitte erarbeiten zu lassen. Tausend Unterschriften sind für die Durchsetzung eines Einwohnerantrags nötig. Das Anliegen könnte bereits in der nächsten Sitzung der Bezirksverordneten am 23. Oktober auf der Tagesordnung stehen.

Konzept bis Sommer 2021

„Die Erarbeitung soll im Frühjahr 2020 starten und als transparentes Verfahren organisiert sein, mit professioneller Unterstützung, mit Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung“, sagte Küttner. Er hofft, dass das Konzept bis zum Sommer 2021 fertig ist. „Die Ergebnisse sollen ein für alle verständliches Bild aufzeigen, wie sich die Zehlendorfer Mitte bis 2030 verändert und welches die zentralen Ziele auf dem Weg dahin sind“, so der Mitbegründer der Bürgerinitiative.

Start mehrerer Großbaustellen

Hintergrund für die Erstellung eines Gesamtkonzepts sind mehrere geplante Großbaustellen zwischen S-Bahnhof Zehlendorf und Alter Dorfkirche. So wird die Eisenbahnbrücke über den Teltower Damm erneuert. Dabei soll ein weiterer S-Bahn-Zugang am Postplatz entstehen. An den benachbarten Schulen, unter anderem am Schadow-Gymnasien, werden Sanierungsarbeiten beginnen. Diese Arbeiten würden eine große Chance bieten, so Küttner. „Aber sie können umgekehrt auch über Jahre zu Chaos in Zehlendorf führen, genau dann nämlich, wenn jede Baustelle nur einzeln gedacht und geplant wird.“ Allein schon um das Chaos zu vermeiden oder zumindest zu mildern, sei der geforderte integrierte Ansatz so wichtig.

Rathausgebäude werden abgerissen

Aber nicht nur der Bahnhof und die Vorplätze werden umgebaut. Auch auf dem Rathaus-Areal wird viel passieren. Der Altbau soll denkmalgerecht saniert und die Anbauten, die später dazugekommen sind, abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Auf dem kleinen Teltower Damm – einem Seitenarm der Hauptstraße – wurde bereits eine Fußgängerzone eingerichtet. Eine zweite vor dem Standesamt, parallel zum Teltower Damm, ist bereits in Planung. Fuß- und Radwege, Straßen- und Parkplatzflächen müssen in der Zehlendorfer Mitte neu geordnet werden. in der Debatte sind auch immer wieder neue Kulturangebote und neue Aufenthaltsorte für Jugendliche. Die Bürgerinitiative geht davon aus, dass für so einen Stadtumbau der Bürgerdialog und die kommunalpolitische Transparenz wichtig sind. Zudem müssten professionelle Stadtplaner beauftragt werden.