Forschungscampus

Pläne für den Museumsstandort Dahlem werden konkret

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat ein Konzept für den Museumsstandort erstellt mit Platz für die Forschung und einer Spezialbibliothek.

Das Museum Europäischer Kulturen (MEK) bleibt das einzige Ausstellungshaus am Museumsstandort Dahlem.

Das Museum Europäischer Kulturen (MEK) bleibt das einzige Ausstellungshaus am Museumsstandort Dahlem.

Foto: Massimo Rodari

Berlin. Eine Campusachse, die die Dahlemer Gebäude zwischen Arnimallee und Lansstraße verbindet; im Innenbereich des Komplexes Ausstellungsflächen, ein Marktplatz und eine zentrale Bibliothek sowie Platz für Institute und Forschungslabore – so sehen die Pläne der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) für den Museumsstandort Dahlem aus. Sie hatte eine Potenzialanalyse für einen „Forschungscampus Dahlem“ in Auftrag gegeben. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass es genügend Platz gibt, um das Konzept umzusetzen.

Weitere Gespräche mit der Freien Universität

Einen konkreten Zeitplan gibt es allerdings noch nicht. Der CDU-Abgeordnete Adrian Grasse hatte im Abgeordnetenhaus nachgefragt, welche weiteren Schritte der Senat nun zur Umsetzung des Forschungscampus plane. „Nach dem positiven Ergebnis der Analyse werden jetzt weitere Gespräche geführt, zum Beispiel mit der Freien Universität Berlin, um weitere Kooperationspartner in das zu entwickelnde Konzept einzubeziehen“, antwortete Kulturstaatssekretär Torsten Wöhlert.

Der Senat wolle jedoch Aktivitäten lokaler Initiativen sowie des Bezirks für eine Zwischennutzung von Künstlern und Künstlergruppen unterstützen. „Aus Sicht des Senats sind die Dahlemer Museen ein Ort der Öffentlichkeit, der auch öffentlich genutzt werden muss“, erklärte Wöhlert in seiner Antwort. Dazu stehe die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in regelmäßigem Austausch mit dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf.

Bündelung der Forschungsressourcen

Die Potenzialanalyse wurde von „Partner Deutschland“ im Auftrag der Stiftung Preußischer Kulturbesitz erstellt. Sie beschreibt, wie der Forschungscampus aussehen und genutzt werden könnte. So ist die Campusachse ein zentrales Element des Konzepts. Über diese Achse, an der alle Gebäude liegen, gelangen die Besucher zum Herzen des Komplexes. Dort liegen die öffentlichen Zonen: zentrale Bibliotheks- und Ausstellungsflächen und ein Marktplatz. In diesem Bereich sind Wechselausstellungen und ein gläsernes Labor angedacht.

Spezialbibliothek der Kunst und Kulturen der Welt

Künftig sollen auch das Institut für Museumsforschung und das Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin auf dem Campus angesiedelt werden. Für einen lebendigen Museumsstandort werden die Buchbestände des Ethnologischen Museums, des Museums für Asiatische Kunst und des Museums Europäischer Kulturen in einer derzeit 230.000 Exemplare umfassenden Spezialbibliothek zusammengefasst.

Umzug von Büros und Werkstätten

Büros, Restaurierungswerkstätten und Depots des Museums Europäischer Kulturen, die noch im ehemaligen Magazingebäude des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz an der Archivstraße untergebracht sind, sollen auf die Flächen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst ziehen. Die Gebäude sind frei, weil die beiden Museen künftig im Humboldt Forum zu sehen sein werden.

Europa-Forum am Standort Dahlem

Das Museum für Europäische Kulturen (MEK) ist das einzige Haus, dass mit einem Ausstellungs- und Veranstaltungsbetrieb am Museumsstandort Dahlem bleibt. Es soll gemeinsam mit seinen Partnern ein Europa-Forum in Dahlem etablieren und damit Bühne und Labor kritischer Europaforschung und zivilgesellschaftlichen Engagements sein. Ziel ist es, neue Sichtweisen auf Europa und seine globalen Zusammenhänge zu erschließen.

Debatte über Nachnutzung seit 2017

Seit dem Auszug der Sammlungen im Jahr 2017 aus Dahlem wird im Südwesten vor allem darüber diskutiert, wie der ehemalige Museumsstandort wieder kulturell und vor allem publikumswirksam bespielt werden kann. Derzeit ist nur noch das Museum Europäischer Kulturen (MEK) an der Arnimallee geöffnet, die anderen Sammlungen werden künftig im Humboldt-Forum gezeigt. Allerdings sind die Räume in Dahlem nicht leer: Von den 550.000 Objekten sind nur drei Prozent nach Mitte umgezogen, 97 Prozent der Sammlungen lagern noch im Depot. Das Humboldt-Forum soll im Herbst 2020 eröffnet werden.

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