Schießanlagen

Für 29 Millionen Euro: Trainingszentrum für Polizei entsteht

Der Grundstein für das Zentrum an der Gallwitzallee ist gelegt worden. Diese Trainingsmöglichkeiten soll das Gebäude beinhalten.

Das neue Gebäude mit den Schießanlagen (Animation) soll im dritten Quartal 2021 fertig sein. Weitere Anlagen sollen folgen.

Das neue Gebäude mit den Schießanlagen (Animation) soll im dritten Quartal 2021 fertig sein. Weitere Anlagen sollen folgen.

Foto: s.koopmann / Copyright © JSP Architekten angeben

Am Dienstag ist der Grundstein für ein weiteres Einsatztrainingszentrum der Polizei gelegt worden. Die Anlage wird auf dem Gelände der Direktion 4 an der Gallwitzallee in Lankwitz gebaut. Auf 4000 Quadratmetern entsteht für knapp 29 Millionen Euro ein hochmoderner Übungsstützpunkt. Nach den neuen Anlagen in Ruhleben und Biesdorf ist es die dritte Anlange. Weitere sind bereits in Planung.

In die „Zeitkapsel“, die Innenstaatssekretär Torsten Akmann (SPD), Polizeipräsidentin Barbara Slowik und der Geschäftsführer der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), Sven Lemiss, gemeinsam befüllten, landeten neben der Dienstagsausgabe der Berliner Morgenpost auch Unterlagen zu dem Projekt. Wenn der Bau in Lankwitz erst einmal fertig ist, gehört er zu den modernsten Einsatztrainingszentren, die es derzeit gibt.

Zahl der Schießanlagen in Berlin steigt von 32 auf 52

Laut BIM, die für den Bau verantwortlich ist, beinhaltet das Gebäude eine hoch moderne Schießanlage, mehrere Laserschießräume, einen Multifunktionsraum, mehrere Lehrsäle, Sport- und Trainingsräumlichkeiten und diverse Sondertrainingsbereiche und Übungsflächen auf dem Dach sowie ein Übungstreppenhaus.

BIM-Geschäftsführer Lemiss sagte, dass die „haustechnische Komplexität“ vergleichbar mit der eines großen Laborgebäudes sei. An der Bauausführung seien mehr als 20 Unternehmen beteiligt. Geplante Eröffnung, wenn keine Komplikationen auftreten: drittes Quartal 2021.

Auf die neuen Schießanlagen wartet die Polizei sehnlichst. In Lankwitz haben die vier Bahnen eine Länge von 25 Metern Länge, einen Stahllamellen-Geschossfang und eine volldigitale Bildprojektionsanlage, auch Beamer-Schießkino genannt.

Im Moment hat die Polizei 32 Schießbahnen in Betrieb. Wenn Ruhleben, Biesdorf und Lankwitz in Betrieb sind, sollen es 52 sein. Damit ist die Polizei dann wieder annähernd in dem Bereich, den sie braucht, um angemessen trainieren zu können.

Insgesamt sollen fünf neue Trainingszentren entstehen

Innenstaatssekretär Torsten Akmann (SPD) sagte bei der Grundsteinlegung am Dienstag, dass die Innenverwaltung noch zwei weitere Trainingszentren bauen wolle. Die beiden Zentren an der Ruppiner Chaussee in Reinickendorf und an der Kruppstraße in Moabit seien aber noch in der Planungsphase.

Geht es nach Innensenator Andreas Geisel (SPD), sollen für die Trainingszentren insgesamt etwa 200 Millionen Euro investiert werden. Dem müssen allerdings noch der Finanzsenator und die Abgeordneten zustimmen. Infolge der Schießstandaffäre musste die Polizei mehr als 60 der einst 74 Schießbahnen außer Betrieb nehmen. Das Training kam daraufhin zu kurz.

Der Bau in Lankwitz ist mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. Bevor es auf dem Gelände der Direktion 4 losgehen konnte, musste das unterirdischen Altgebäude mit Schießstand zurückgebaut werden. Das L-förmige Gebäude, das nun entsteht, soll vierstöckig werden.

Die Planung sieht im Untergeschoss den Schießstand samt Nebenräumen, die Lasersimulationsanlage, zwei Übungsflächen, Lager und Technikräume vor. Die eigentliche Raumschießanlage besteht aus Schützenstand, Schießbahnen und Zieldarstellungsbereich.

Besonderes Augenmerk auf der Belüftung

Besonderes Augenmerk haben die Planer nach dem Skandal um belastete Schießstände auf die Lüftungsanlage gelegt. Die Analyse und Optimierung der Raumluftbedingungen in der Raumschießanlage erfolgten mit Hilfe einer Strömungssimulation.

„Durch die moderne Lüftungstechnik in der Raumschießanlage werden sämtliche Anforderungen an den Arbeits- und Gesundheitsschutz erfüllt“, teilte die BIM mit. Die Schießstände werden außerdem mit Schießkinotechnik in Form von Laserbeamern mit hochmoderner Zieldarstellungstechnik und Projektion sowie automatischer Treffererkennung ausgestattet. Derzeit werden noch zusätzliche Lösungen für die Erfassung, Analyse und Visualisierung der hochkomplexen Daten über alle Raumschießanlagen erarbeitet.