Dahlem

Umzug des Alliiertenmuseums nicht vor 2027

Die CDU will Standort in Dahlem als Ort des deutsch-amerikanische Erinnerns erhalten.

Rundgang durch das Alliiertenmuseum (v.l.): CDU-Kreischef Adrian Grasse, CDU-Fraktionschef Burkard Dregger und Florian Weiss, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums.

Rundgang durch das Alliiertenmuseum (v.l.): CDU-Kreischef Adrian Grasse, CDU-Fraktionschef Burkard Dregger und Florian Weiss, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums.

Foto: Dominik Bath

Berlins CDU-Fraktionschef Burkard Dregger und der Kreisvorsitzende der Partei in Steglitz-Zehlendorf, Adrian Grasse, haben sich am Sonnabend bei einem Besuch des Alliiertenmuseums in Dahlem für den Erhalt des Standortes als Erinnerungsort ausgesprochen. Es müsse einen Platz geben, an dem die deutsch-amerikanische Freundschaft weiter gelebt werde, sagte Grasse. Der Bezirk habe als früherer Teil des amerikanischen Sektors ein besonderes Erbe, so Grasse, der auch im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt. Dregger forderte mit Blick auf Berlin zudem ein Gesamtkonzept für das deutsch-amerikanische Erinnern. Es gebe mit dem Checkpoint Charlie, dem Flughafen Tempelhof und dem Alliiertenmuseum zwar mehrere einzelne Orte. „Ich würde mir aber ein Gesamtkonzept zu dem Thema wünschen“, sagte er.

Hintergrund für den Vorstoß ist der geplante Umzug des Alliiertenmuseums von Dahlem auf das ehemalige Flughafengelände nach Tempelhof. Bereits 2012 war der Schritt beschlossen worden, ursprünglich war die Übergabe der Räume zum Sommer 2018 geplant. Inzwischen ist der Zeitplan geplatzt. Das Museum geht davon aus, noch mehrere Jahre an dem alten Standort bleiben zu müssen. Ein Komplett-Umzug sei wohl frühestens 2027 möglich, sagte am Sonnabend Florian Weiss, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums. Es sei aber nicht auszuschließen, dass es zuvor schon einzelne, provisorische Ausstellungen in Tempelhof geben werden. Das Alliiertenmuseum will sich mit dem Einzug in neue Räume im Hangar 7 deutlich vergrößern. Dort steht mit rund 11.500 Quadratmeter Fläche mehr als doppelt so viel Platz wie derzeit zur Verfügung.

Bundestag hatte Geld für den Umzug bereits genehmigt

Bereits im November 2015 hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages 27,1 Millionen Euro für den Umzug des Alliiertenmuseum von Dahlem nach Tempelhof bereitgestellt. Doch wegen der maroden Bausubstanz am früheren Airport dürfte die Sanierung deutlich teurer werden. Inzwischen werde über „ein Mehrfaches“ der ursprünglichen Kosten gesprochen, heißt es. Das Büro der zuständigen Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), konnte zuletzt keine neuen Angaben zum weiteren Verlauf des Projekts machen. Man prüfe derzeit mehrere Konzepte und Szenarien, heißt es.