Umzug

Umzug des Alliiertenmuseums vorerst geplatzt

Bausubstanz in Tempelhof ist problematischer als erwartet. Ausstellung soll im denkmalgeschützten Bau komplett neu gestaltet werden.

Der Umzug des Alliiertenmuseums von Dahlem nach Tempelhof verzögert sich.

Der Umzug des Alliiertenmuseums von Dahlem nach Tempelhof verzögert sich.

Foto: AlliiertenMuseum/Chodan

2012 wurde beschlossen, dass das Alliiertenmuseum aus Dahlem nach Tempelhof ziehen soll. Auf dem ehemaligen Flughafengelände soll es im Hangar 7 auf einer Fläche von 11.500 Quadratmetern wieder aufgebaut werden. Die Übergabe der Räume war schon im Sommer 2018 geplant. Jetzt, ein Jahr später, will keiner mehr von einem Zeitplan sprechen. Im Gegenteil: Der Umzug ist mehr denn je in die Ferne gerückt.

„Die Bausubstanz in Tempelhof ist wohl schwieriger, als alle Beteiligten erwartet haben“, sagt Walter Schmidt, Referent von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Deshalb müssten zurzeit noch mehrere Szenarien und Konzepte geprüft werden. „Vor dem Abschluss dieser Prüfung können wir keine stichhaltigen Angaben zum weiteren Projektverlauf machen“, so Schmidt. Deutlicher will niemand in der Bundesbehörde werden.

Mit dem Umzug wird die Ausstellung neu gestaltet

Die Frage, ob damit auch der Umzug von Dahlem in den Tempelhofer Hangar wieder infrage gestellt sein könnte, bleibt unbeantwortet. Nicole Ehlert von der Pressestelle der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) erklärt lediglich: „Derzeit können wir für den Umzug des Museums keinen zeitlichen Rahmen nennen, da auch dies Gegenstand der Prüfung ist.“

Mit dem Umzug an den neuen Standort in Tempelhof soll das Alliiertenmuseum komplett neu gestaltet werden – und das in einem „von seiner Substanz her sehr schwierigen, denkmalgeschützten Bau“, sagt Florian Weiss, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Alliiertenmuseum. Man befinde sich derzeit in sehr umfangreichen Bedarfsplanungs-, Kostenermittlungs- und Genehmigungsverfahren.

Raumprogramm muss von Kulturstaatsministerin genehmigt werden

Zur Debatte steht unter anderen das neue Raumkonzept, das von den Mitarbeitern des Museums entwickelt wurde. „Diesem in Tempelhof zu realisierendem Raumprogramm stehen natürlich bestimmte Kosten gegenüber“, sagt Jürgen Lillteicher, Direktor des Alliiertenmuseums in Dahlem.

Da es sich um eine Regierungsbaumaßnahme des Bundes im Bereich Kultur handelt, müsse dieses Raumprogramm von der Staatsministerin für Kultur und Medien in Koordination mit dem Bundesfinanzministerium genehmigt werden. Werde der Raumbedarf genehmigt und würden damit die notwendigen Investitionen freigegeben, könne der Bund den Nutzungsvertrag mit dem Land Berlin unterzeichnen. Das Alliiertenmuseum selbst sei keine Vertragspartei im Nutzungsvertrag.

Mietvertrag ist noch nicht notariell geschlossen

Tatsächlich sei der Mietvertrag mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und der Beauftragten für Kultur und Medien (BKM) seit Ende 2018 ausverhandelt und beschlossen, heißt es aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf Anfrage des Abgeordneten Daniel Wesener (Grüne). Demnach soll eine Kulturmiete vereinbart werden, die aktuell noch berechnet wird. Weil es noch Unklarheiten mit dem Raumprogramm und der Bausubstanz gibt, wurde der Vertrag noch nicht notariell geschlossen. Erst danach ist vorgesehen, dass der Bund den Architektenwettbewerb zur Umgestaltung des Museums auslobt.

Ursprünglich war vereinbart, dass das Ergebnis des Architektenwettbewerbs abgewartet und darauf aufbauend die Sanierung passend geplant wird. Eigentlich wurde mit dem Wettbewerbsergebnis im Herbst 2019 gerechnet. Doch dieser Zeitplan wird nicht mehr zu halten sein. „Sobald die Erarbeitung und Prüfung des Bedarfsprogramms inklusive Kosten durch die BKM abgeschlossen ist, können verbindliche Angaben zu einem neuen Zeitplan gemacht werden“, so Senatsbaudirektorin Regula Lüscher.