Umbau

Aus dem Forum Steglitz wird ein Geschäfts- und Bürohaus

Bis 2020 wird das Forum Steglitz zu einem Geschäfts- und Bürohaus umgebaut. Mehr als die Hälfte der Flächen sind schon vermietet.

Ein großer Mieter im Forum Steglitz wird die Lebensmittelkette Edeka sein.

Ein großer Mieter im Forum Steglitz wird die Lebensmittelkette Edeka sein.

Foto: Katrin Lange

Berlin. Im Forum Steglitz an der Schloßstraße können die Läden derzeit fast an einer Hand abgezählt werden: ein Discounter, eine Apotheke, ein Schreibwarenladen, eine Parfümerie. Der Rest ist hinter großen bunten Pappwänden verschwunden. Die Zeit ist vorbei, als es in dem Einkaufscenter Geschäfte auf vier Etagen gab, einen Wochenmarkt im Untergeschoss und eine Bar für die Pause nach dem Shoppen. Viele trauern dem alten Bornmarkt nach, einem 1908 gegründeten Wochenmarkt, der schon beim Umbau vor zwölf Jahren verschwand und durch einige wenige Obst- und Fleischhändler ersetzt wurde. Aber auch die sind längst weg. Jetzt erfindet sich das Forum Steglitz neu, das 1970 als eines der ersten Shoppingcenter in Berlin eröffnet wurde: Künftig wird es eine Mischung aus Geschäften und Büros geben. Das Konzept dahinter: ein sogenanntes Hybridcenter.

Die neue Mischung werde schon vor dem Abschluss der Umbauarbeiten gut angenommen, lässt das Centermanagement jetzt wissen. Bereits 65 Prozent der zukünftigen Büroflächen seien vermietet. „Das Forum Steglitz wird nach nunmehr 50 Jahren erneut zum Innovator und zeigt die Arbeits- und Einkaufswelt der Zukunft“, heißt es. „Wir freuen uns auf die neue Mischung und auch auf den Fokus als Nahversorger. Das fehlt der Schloßstraße aktuell“, sagt Luisa Lorentz-Leder, Centermanagerin des Forum Steglitz.

Die Flächen in dem Komplex werden derzeit komplett neu aufgeteilt. 10.000 Quadratmeter des ehemaligen Einzelhandels werden in flexible Büros umgebaut. Neue Mieter sind unter anderen das Security- und IT-Management-Beratungsunternehmen HiSolutions und die auf Softwareservice und -vertrieb spezialisierte Firma Carano Software Solutions. Weitere Flächen werden zu Coworking-Spaces ausgebaut, wo sich Interessierte einen Arbeitsplatz mieten können.

Gastronomen sollen an den Bornmarkt anknüpfen

Für den Einzelhandel stehen künftig 16.500 Quadratmeter zur Verfügung. Eine neue Edeka-Filiale wird in das erste Obergeschoss ziehen. Die Lebensmittelkette ist auch einer der Mieter mit der größten Fläche in dem umgebauten Gebäude. Lidl und Rossmann haben derzeit bereits Filialen im Forum Steglitz und werden diese auch behalten. Auch das Fitnessstudio mit seiner Fläche von 5000 Quadratmetern bleibt. Für Neben- und Lagerräume stehen 6300 Quadratmeter zur Verfügung. Mit verschiedenen Gastronomen wollen die Eigentümer an den historischen Bornmarkt wieder anknüpfen.

Das Konzept für das Hybridcenter hat der Eigentümer, die Real I.S., gemeinsam mit der Accumulata Real Estate GmbH entwickelt. Nach eigenen Angaben wird ein höherer zweistelliger Millionenbetrag in den Umbau investiert. Der Abschluss der Arbeiten ist für das zweite Halbjahr 2020 vorgesehen. Ein Schwerpunkt der Arbeiten ist auch die Neugestaltung der Innenbereiche. Sie sollen heller und offener werden, warme Farben erhalten. In die Fassade werden größere Glasflächen eingebaut, um mehr Licht im Inneren des Forums zu haben. Die Anzahl der Rolltreppen wird auf ein Drittel reduziert – für eine bessere Orientierung der Kunden, heißt es. Bereits jetzt ist im ersten Obergeschoss Schluss. Dort hängt ein Schild an einer Rolltreppe mit der Aufschrift: „Dieser Zugang ist dauerhaft gesperrt.“

Die Arbeiten erfolgen bei laufendem Betrieb

Die gesamten Umbauarbeiten finden bei laufenden Centerbetrieb statt. Allerdings sind kaum noch Läden offen. Im Moment sind nur das Unter-, das Erd- und das erste Obergeschoss für Kunden zugänglich.

Zwölf Jahre sind seit dem letzten Umbau im Forum Steglitz vergangen. Von 2005 bis 2007 wurde die Verkaufsfläche erweitert, 20 neue Geschäfte entstanden. Jetzt die Trendwende zu weniger Läden und mehr Büroflächen. Die Abkehr vom traditionellen Einkaufscenter könnte auch eine Antwort auf die Dichte der Malls an der Schloßstraße und das neue Kaufverhalten der Kunden sein, die gern auch online shoppen gehen. Auf einer Länge von etwas mehr als einem Kilometer konkurrieren vier große Center auf einer Straßenseite um die Kunden: das Schloss, der Boulevard Berlin, das Forum Steglitz und das Schloss-Straßen-Center.

Mit Leerstand hat vor allem das Boulevard Berlin zu kämpfen. Zum Jahreswechsel wurde dort der Gastronomiebereich im zweiten Obergeschoss aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Er habe sich nicht so entwickelt wie gewünscht – so die Argumentation des Centermanagements. In Zukunft sollen die Flächen anderweitig vergeben werden. An möglichen Konzepten für eine großflächige Nutzung wird gearbeitet.