Holzkreuz

Gedenkstätte: Verein kritisiert schlechten Zustand

Seit Jahren fordert die Vereinigung 17. Juni 1953 eine bessere Pflege der Gedenkstätte auf der Potsdamer Chaussee – und einen Besucherparkplatz.

Die Gedenkstätte 17. Juni 1953 an der Potsdamer Chaussee in Zehlendorf sieht ungepflegt aus.

Die Gedenkstätte 17. Juni 1953 an der Potsdamer Chaussee in Zehlendorf sieht ungepflegt aus.

Foto: Privat

Berlin. Alte vertrocknete Kränze liegen vor dem hohen Holzkreuz, zwischen den Steinplatten wächst das Unkraut und blüht bereits: Carl-Wolfgang Holzapfel ist entsetzt über den „unwürdigen Zustand“ der Gedenkstätte „17. Juni 1953“ auf der Potsdamer Chaussee am Autobahnkreuz Zehlendorf. Seit Jahren kämpft der langjährige Vorsitzende und heutige Ehrenvorsitzende der Vereinigung 17. Juni 1953 für eine ordentliche Pflege der Gedenkstätte. „Doch nichts passiert“, kritisiert Holzapfel.

Mehrere Gespräche und Schreiben an das Bezirksamt hätten keine Wirkung gezeigt. „Dabei haben wir von 2017 bis 2018 die Pflege auf der Holzkreuzseite selbst übernommen, um damit zu zeigen, wie eine Gedenkstätte aussehen sollte, die diese Bezeichnung verdient“, sagt der Ehrenvorsitzende.

Gedenkstätte ist ungünstig gelegen

Zuständig für den Gedenkort ist das Grünflächenamt des Bezirks Steglitz-Zehlendorf. „Wir versuchen die Gedenkstätte in regelmäßigen Abständen zu pflegen“, sagt Bezirksstadträtin Maren Schellenberg (Grüne). Der Ort gelte aber als „ganz normale Grünfläche“, die dazu auch noch ungünstig gelegen sei. Eine besondere intensive Pflege, wie bei anderen Gedenkstätten üblich, sei dort nicht vorgesehen. Dennoch werde sie ihre Mitarbeiter beauftragen, sich so schnell wie möglich um die Kränze und das Unkraut zu kümmern.

Parkplatz am Holzkreuz gefordert

Die Forderungen von Carl-Wolfgang Holzapfel gehen jedoch noch weiter. Die Gedenkstätte, die an die Opfer des Volksaufstandes in der DDR erinnert, ist an dem Ort entstanden, wo einst russische Panzer standen – direkt auf der Mittelinsel der Potsdamer Chaussee. Sie hat keinerlei Zugang. „Eine Gedenkstätte ist sinnlos, wenn die Leute nur daran vorbeifahren können“, sagt Holzapfel. Deshalb fordert er, Parkmöglichkeiten einzurichten. Einen Platz hat er auch schon ausgemacht: den freien Mittelstreifen hinter der Gedenkstätte Richtung Wannsee. Der Vorschlag liegt beim Bezirksamt, die Antwort steht aus.