Tourismus

Steglitz-Zehlendorf schafft weitere touristische Radwege

Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf hat nach der Dahlem-Route zwei weitere touristische Radwege eröffnet, die auf Natur und Kultur setzen.

Radelten aus Berlin und Potsdam aufeinander zu und kamen am Bahnhof Griebnitzsee zusammen: Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (3.v.l) und Cerstin Richter-Kotowski, Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf

Radelten aus Berlin und Potsdam aufeinander zu und kamen am Bahnhof Griebnitzsee zusammen: Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (3.v.l) und Cerstin Richter-Kotowski, Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf

Foto: Katrin Lange

Kurz vor elf Uhr sortieren sich am Freitag die Radfahrer auf Berliner Seite. Der riesige Bär im Lastenfahrrad muss in die erste Reihe, dahinter formieren sich alle, die gleich ihr eigenes Projekt ausprobieren werden: Sie fahren ein Stück auf der Wannsee-Babelsberg-Route, die sie zusammen entwickelt haben. Zur selben Zeit startet eine zweite Gruppe auf Potsdamer Seite. Beide treffen vor dem S-Bahnhof Griebnitzsee aufeinander, um dort ihr touristisches Gemeinschaftsprojekt vorzustellen.

Nach der Dahlem-Route, die im vergangenen Jahr eröffnet wurde, gibt es jetzt zwei weitere touristische Radrouten im Südwesten: die Nikolassee-Route und die Wannsee-Babelsberg-Route. Alle drei Routen sind knapp 20 Kilometer lang und können einzeln oder hintereinander abgefahren werden. Auf der Strecke liegen Museen, Kirchen, Schlösser – aber auch kleine versteckte Ausblicke, Skulpturen und Villen. Abstecher an Seen, Strände oder in den Biergarten sind möglich. Das Projekt der drei Radrouten wurde von der Wirtschaftsförderung Steglitz-Zehlendorf entwickelt, die zwei Tage zuvor die Wegeführung und die Ausschilderung abgenommen hat.

Gemeinsames Projekt über Landesgrenzen hinweg

Während die Nikolassee-Route vor allem auf das Naturerlebnis setzt, ist die Wannsee-Babelsberg-Route allein schon aufgrund ihres länderüberschreitenden Charakters ein Novum. Aus diesem Grund waren zur Eröffnung am Freitag auch der Potsdamer Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) und Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) gekommen.

„Das gemeinsame Projekt der Wannsee-Babelsberg-Route zeigt, dass Landes- und Kommunalgrenzen kein Hindernis für erfolgreiche Kooperationen sind und was wir erreichen können, wenn wir über unsere Gemeindegrenzen hinaus unsere Potenziale gemeinsam nutzen“, sagt Mike Schubert zur Eröffnung. Er freue ihn besonders, dass jenseits von Sanssouci Teile der Schlösserlandschaft bekannt gemacht werden, die ein bisschen im Dornröschenschlaf lägen.

Radweg ist auch ein Symbol für 30 Jahre Mauerfall

Für die Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf ist der Radweg auch ein Symbol: für die Mauer, die es nicht mehr gibt, für zwei Städte und eine Region und einen gemeinsamen Kulturraum. Die partnerschaftliche Zusammenarbeiter von Potsdam und Steglitz-Zehlendorf wurde nach der Eröffnung mit einem „Handshake“ – einem in Ton modellierten Händedruck der beiden Politiker – festgehalten. Er ist einer von knapp 11.000 Abdrücken, die die Künstlerin Meike Ziegler im November im Rahmen der Veranstaltungen zu 30 Jahre Mauerfall auf einer künstlerischen Installation zusammenbringen wird.

Als „Vorzeigeprojekt“ bezeichnet Burkhard Kieker, Geschäftsführer der Tourismusagentur Visit Berlin, die drei Radrouten im Südwesten. „Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf ist mit dem neuen Angebot auf dem richtigen Weg gemeinsam mit Visit Berlin die touristischen Potenziale zu identifizieren und attraktive Produkte für Gäste von nah und fern zu entwickeln“, sagt Kieker.

Rundwege sind mit einem Logo gekennzeichnet

Die Radrouten seien ein tolles Beispiel für die Umsetzung des Tourismuskonzepts des Senats. Das sieht vor, die Aufmerksamkeit der Berlin-Besucher auch auf interessante Entdeckungen außerhalb der Berliner Mitte zu lenken. Als „Randbezirk“ – wie die Außenbezirke gern genannt werden – sieht Cerstin Richter-Kotowski ihren Bezirk jedoch nicht. „Wir sind mitten drin im Unesco-Weltkulturerbe, sagt die Bezirksbürgermeisterin.

Die Nikolassee-Route grenzt am S-Bahnhof Mexikoplatz an die Dahlem-Route, der S-Bahnhof Wannsee ist wiederum Schnittpunkt mit der Wannsee-Babelsberg-Route. Ein Einstieg ist ebenfalls am Bahnhof Griebnitzsee möglich, wo sich Besucher zudem Fahrräder ausleihen können.

Die Rundwege sind mit einem Logo am Straßenrand ausgeschildert. Sie führen über bereits vorhandene Radwege oder Straßen. Auf langen Streckenabschnitten werden aber auch Uferwege entlang des Wannsees und der Havel genutzt. Der Wasserblick entspannt, bevor es ins nächste Schloss geht.