Straßennamen

Hindenburgdamm bekommt zwei neue Hinweistafeln

Die Schilder stehen am nördlichen und südlichen Straßenanfang und klären über das Leben und Wirken des Politiker auf.

Künftig stehen zwei Informationstafeln am Hindenburgdamm.

Künftig stehen zwei Informationstafeln am Hindenburgdamm.

Foto: Sergej Glanze / Glanze/Berliner Morgenpost

Berlin. Am Hindenburgdamm werden zwei neue Hinweistafeln angebracht, die über Paul von Hindenburg (1847-1934) informieren. Sie stehen künftig am nördlichen und südlichen Anfang der Straße, die durch die Ortsteile Steglitz und Lichterfelde führt. Das haben die Bezirksverordneten in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause kurz vor Mitternacht noch beschlossen.

Zwei Fraktionen hatte die Anbringung der Tafeln gefordert. Während die CDU-Fraktion in ihrem Antrag Paul von Hindenburg als Person der Zeitgeschichte für die Bürger im Alltag erfahrbar machen will, ging es der Fraktion der Linken in ihren Antrag darum, den Politiker „endlich kritisch einzurahmen“. Beschlossen wurde mit den Stimmen von CDU, Grünen, FDP und AfD der Antrag der Christdemokraten. SPD und Linke plädierten für den Antrag der Linken.

Stärken und Schwächen dokumentieren

Die Linke hatten ihren Antrag zuerst formuliert. Ihren Vorstoß begründete sie damit, dass Hindenburg „als Begründer der Dolchstoßlegende und Türöffner des deutschen Faschismus“ gilt. Von einer kritischen Einordnung und der Einbeziehung der Opferverbände sei beim CDU-Antrag nichts mehr zu lesen, kritisierte Hans-Walter Krause, Sprecher für Kultur der Linksfraktion, am Tag nach der Abstimmung.

Die CDU will hingegen Hinweistafeln anzubringen, „anhand derer sich die Menschen über das Leben und Wirken von Paul von Hindenburg als besondere Person seiner Zeit mit allen Höhen und Tiefen, Besonderheiten und Brüchen, Stärken und Schwächen informieren können.“ Dieser Vorschlag wird jetzt umgesetzt.

Straßenname ist historische Quelle

„Mit partizipativen Verfahren - Stichwort Bürgerbeteiligung - ist es offenbar nicht weit her, wenn die vereinigte Linke zur Flucht aus der Geschichte ruft“, erklärte Clemens Escher, verantwortlich für Kultur und Bildung in der CDU-Fraktion.

Aus geschichtlicher Perspektive betrachtet sei der Straßenname keine Ehrung mehr, sondern der Straßenname sei selbst zu einer historischen Quelle geworden. Erläuternde Hinweistafeln basierend auf den neuesten Forschungsstand könnten da von Fall zu Fall hilfreich sein – wie eine Art begehbares Geschichtsbuch.

Historiker sollen am Text mitarbeiten

Der Text der Hinweistafeln wird mit Hilfe von Historikern und den Bezirksverordneten aller Fraktionen erarbeitet und in der Bezirksverordnetenversammlung beschlossen. Sie sollen die Möglichkeit eröffnen, sich mit der jeweiligen historischen Person „bejahend, verneinend, kritisch, ablehnend oder wie auch immer auseinanderzusetzen, um sie und andere als das zu sehen, was jeder ist, nämlich ein Kind seiner Zeit“ – so die Forderung des nun beschlossenen Antrags.