Ausstellung

Maix Mayer begibt sich auf Spurensuchen nach Afrika

In der neuen Ausstellung „Afronautic Tales“ in der Schwartzschen Villa nähert sich der Künstler auf verschiedenen Ebenen seinen Wurzeln

Der Künstler Maix Maier wurde in der DDR geboren und lebt heute in Leipzig.

Der Künstler Maix Maier wurde in der DDR geboren und lebt heute in Leipzig.

Foto: Maix Mayer

Der Künstler Maix Mayer hat sich für sein neues Kunstprojekt auf Spurensuche nach Afrika begeben. Er wurde in der DDR geboren, lebt heute in Leipzig und „wollte sein eigenes Afrikabild revidieren“, sagt Christine Nippe vom Kulturamt Steglitz-Zehlendorf. Sie hat die neue Ausstellung des Künstlers kuratiert, in der in der es nicht zuletzt darum geht, was wir von Afrika lernen können.

Videoprojektion und Bilder von Straßenmalern

In der Ausstellung „Afronautic Tales“, die vom 21. Juni bis 18. August, Montag bis Sonntag, 10-18 Uhr, bei freiem Eintritt in der Schwartzschen Villa zu sehen ist, nähert sich Maix Mayer auf verschiedenen Ebenen den kulturellen Widerstandsmodellen gegen die zunehmende globale Angleichung eines eurozentrischen Afrikabildes. Neben einer Videoprojektion sind auch Bilder von Straßenmalern aus Tansania zu sehen.

Erster DDR-Science-Fiction-Film

In der Filminstallation von Maix Mayer steht die hohe Kunst des Veejaying in einem Videokino in Dar es Salaam, Tansania, im Mittelpunkt. Die Veejays fungieren als Übersetzer. Sie erzählen die Geschichten der Filme vor dem Hintergrund ihrer eigenen Lebenswelt und übersetzen damit die fremden globalen Produkte in einen lokalen Kontext. Maix Mayer zeigt in einer einzigen Filmeinstellung von 90 Minuten das Veejaying des ersten DDR Science-Fiction-Films „Der schweigende Stern (1960)“ durch DJ Mark vor lokalem Publikum.

Reduzierte Bildelemente

Die Aufnahme reduziert die Bildelemente und verlagert die filmische Erzählung von der Leinwand hin zu den Zuschauern im Videokino und macht dabei einen doppelten Interpretationsraum auf. „Das Kinoerzählen setzt die Vorherrschaft der globalisierten Bilder außer Kraft. Denn dem Charakteristikum der Massenmedien, Botschaften in identischer Form über große Räume weltweit zu verbreiten, werden lokale Realitäten und Aneignungsprozesse entgegengesetzt“, sagt Maix Mayer zur Rolle des VJ‘s. Im Sinne eines „Learning from Africa“ interessiert sich die Ausstellung für grenz- und zeitüberschreitende Imaginationsformen.